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18.05.2017 Von: Jan Bolliger

Küsnachter Amtlich

Kulturpreis geht an die «wahre Elite»


Zum Einstieg in der Friedhofskapelle Hinterriet spielte das Orchester 8032 Händels «Wassermusik» – dieses Thema war danach Programm . . . Foto: Jan Bolliger

Der mit 10 000 Franken dotierte Küsnachter Kulturpreis geht an Anita und Martin Lehmann. Eine Kostprobe ihres Schaffens gaben sie diesen Sonntag an einem Wanderkonzert.

Wer am vergangenen Sonntag am Wanderkonzert des Kammerorchesters 8032 teilnahm, zweifelte keinen Augenblick an der Richtigkeit der Wahl der Küsnachter Kulturkommission. Sie verlieh den diesjährigen Kulturpreis dem Ehepaar Lehmann, welches das Konzert auf die Beine gestellt hatte. Martin Lehmann ist Musiklehrer am Gymnasium Rämibühl und leitet dort das Orchester 8032. Daneben ist er Geiger im Opernhausorchester. Seine Frau Anita Lehmann unterrichtet Klavier und engagiert sich in und um Küsnacht für die Musik, zum Beispiel in der monatlich stattfindenden Sing-Bar in der Chrottegrotte.

Auch Petrus lauschte 
Dem Wanderkonzert, welches von der Friedhofkapelle Hinterriet in Itschnach zum Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde führte, schien neben den rund 70 Besuchern auch Petrus gelauscht zu haben. Das Eröffnungsstück nahm er sich auf jeden Fall sehr zu Herzen: Händels «Wassermusik» liess er keine 20 Minuten später begeisterte Regenschauer folgen. Den Erfolg des Anlasses schmälerte dies jedoch nicht. Das jugendliche Ensemble, welches von Elia Bolliger am Horn und Anita Lehmann am Klavier verstärkt wurde, spielte hervorragend. Daran, dass die Musiker erst 17 Jahre alt sind, dachte man während des Spiels keine Sekunde, viel zu beschäftigt war man mit Geniessen. Besonders überzeugend war die Sopranistin Estela Villamar. Die 20-jährige Maturandin sang Dvoraks «Lied an den Mond» aus der Oper «Rusalka» im Pumpensaal des Wasserreservoirs Rumensee, dass es einem kalt den Rücken hinunterlief. Und das nicht nur wegen der tiefen Temperaturen in der unterirdischen Betonhalle.

«Elite ist, wer weitergibt» 
Die nächste Station auf dem musikalischen Spaziergang lag im Wald bei der Ruine des Wysskirchlis. Vor der akustisch komplett anderen Kulisse sang Anita Lehmann mit den Teilnehmern einen zuvor eingeübten Bach-Choral. Auf instrumentelle Begleitung musste wegen des Regens leider verzichtet werden. Dabei zeigte sich ganz klar, was im schöpferischen Zentrum der Lehmanns liegt. Wichtiger als das eigene Spiel und Selbstdarstellung ist das Fördern der Musikalität anderer. 
Dies war für die Kulturkommission Küsnacht auch das entscheidende Kriterium für die Verleihung des mit 10 000 Franken dotierten Preises. Es sei eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit, die oftmals im Hintergrund erbracht wurde und dementsprechend wenig Lorbeeren erhalten habe, erklärte Gemeindepräsident Markus Ernst an der anschliessenden Preisverleihung. Dies betonte auch Pfarrer Ulrich Knellwolf in seiner Laudatio: «Elite ist nicht, wer sich überheblich gibt, sondern der, der wirklich gut ist in etwas und dies auch weitergibt.» 
Dennoch überraschte der Preis die Lehmanns. Mit dem gewonnenen Preisgeld wollen sie künftige musikalische Projekte finanzieren.



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