Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
24.05.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord, Zürich 2, Zürich West, Züriberg

Die Sicherheit in Zürich Nord gewährleisten


So wird die neue Wache Nord an der Binzmühlestrasse in Oerlikon aussehen. Visualisierung: zvg.

Schutz & Rettung will Ende 2024 die neue Wache an der Binzmühlestrasse 156 in Oerlikon in Betrieb nehmen. Bis dann wird Zürich Nord zusätzlich zu den Rettungsdiensten vom Flughafen und der City durch ein Provisorium an der Neunbrunnenstrasse abgedeckt.

Feuerwehr und Rettungsdienst müssen innert 10 Minuten ab Aufgebot am Notfallort eintreffen. Dies ist eine Vorgabe der Gebäudeversicherung. Diese kann Schutz & Rettung Zürich, SRZ, in der wachsenden Stadt nicht mehr vollumfänglich auf dem ganzen Gebiet erfüllen. So zum Beispiel in Wollishofen und vor allem in Zürich Nord. Um die Notfallgrundversorgung auch in Zukunft sicherzustellen, hat SRZ eine Standortstrategie ausgearbeitet, die den Bau neuer, dezentraler Wachen vorsieht. Diese sieht vor, dass SRZ in fünfzehn bis zwanzig Jahren zusätzlich zu den bestehenden Wachen Süd, Zentrum (Neumühlequai) und Flughafen mit drei neuen, dezentralen Wachen im Norden, Osten und Westen operiert. «Damit wollen wir die Infrastruktur fit machen für die Zukunft», betonte Stadtrat Richard Wolff, Vorsteher des Sicherheitsdepartements, anlässlich einer Medienkonferenz.

Wettbewerb entschieden
Der Norden der Stadt, vor allem Schwamendingen und Seebach, wächst bis 2030 gemäss Bevölkerungsprognosen am stärksten, wie Stadtrat André Odermatt festhielt. Deshalb ist in Oerlikon eine neue Wache vorgesehen, und zwar auf dem Areal des EWZ an der Binzmühle-strasse im Industriegebiet. Dieses Areal eignet sich besonders gut als neuer Standort, wie Hanspeter Fehr, Direktor Schutz & Rettung betonte. Das Areal ist 8500 Quadratmeter gross und wird durch das neue Projekt nicht voll ausgenutzt. Ungefähr 1500 Quadratmeter Fläche stehen für eine zukünftige Nutzung zur Verfügung.

Es soll aber nicht nur eine neue Wache Nord entstehen, sondern unter demselben Dach auch die Zentrale Einsatzlogistik (ZEL) realisiert werden. Für die Einsatzlogistik stehen insgesamt 4000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Diese dient der ganzen Stadt.

61 Teams reichten ein Projekt für den Architekturwettbewerb ein. Zehn von ihnen kamen in die engere Auswahl, wie Odermatt erläuterte. Die Herausforderungen an die Teams waren gross. Die Rettungskräfte benötigen in der neuen Wache einen gedeckten Übungsbereich, Aufenthaltsräume, Büros, Fahrzeugwerkstätten, Tankanlage, Einstellhalle und mehr. Diese Herausforderungen meisterte das Projekt «Mazinga» von Enzmann Fischer Partner AG und Schnetzer Puskas Ingenieure AG aus Zürich am besten. Es überzeugte die Jury wegen des optimal organisierten Raumprogramms und der schlüssigen Anordnung der Flächen für das Einsatzpersonal rund um die zentrale Übungshalle. Lichthöfe über die ganze Höhe des Gebäudes erzeugen Beziehungen zwischen den Nutzungseinheiten und eine wohnliche Atmosphäre für die Einsatzkräfte, wie Jeremy Hoskyn, Juryvorsitzender erläuterte. Die Südfassade ist mit Solarpaneelen versehen. Der Nachhaltigkeitsgedanke, das heisst ein Neubau mit Minergie-P-Standard, wird angestrebt. Die Architektur des Gebäudes erinnert an die Industriehallen von Oerlikon. In der Umgebung ist das Gewerbehaus «Noerd» und ein Gebäude der ABB.

Die Erstellungskosten belaufen sich voraussichtlich auf 60 Millionen Franken. Unter Berücksichtigung des Landwerts, der Altlastensanierung, der Erstellung der Lichtsignalanlage Binzmühlestrasse und der Kreditreserven ist ein Objektkredit von 84 Millionen Franken zu erwarten, wie Odermatt festhielt. In den Kosten nicht enthalten sind die Büroflächen einer allfälligen Erweiterung. Eine Aufstockung des Gebäudes wäre wegen der Höhe der umliegenden Gebäude jedoch ein grösserer Eingriff.
Nun wird das Projekt überarbeitet. Im Jahr 2020 ist die Volksabstimmung geplant. Der Baubeginn soll 2021 erfolgen und der Bezug Ende 2024.

Milizfeuerwehr miteinbezogen
In der Wache Nord werden neben zahlreichen anderen Fahrzeugen permanent drei Rettungswagen, eine Autodrehleiter, ein Tanklöschfahrzeug und ein Ölwehrfahrzeug an der Front zur Verfügung stehen. Vor Ort werden während 24 Stunden ungefähr 20 Rettungskräfte sein. In der Logistik sind tagsüber ebenfalls ungefähr 20 Personen tätig. Die Ausfahrt der Rettungsfahrzeuge in die stark befahrene Binzmühlestrasse ist gemäss Fehr eine Herausforderung. Der Verkehr werde aber jeweils in die entsprechende Richtung gestoppt.

Die Milizfeuerwehr wird in die neue Wache Nord einbezogen, wie Fehr versicherte. So könne man voneinander profitieren, zum Beispiel betreffend Kurse und Material.
Zurzeit hat Schutz & Rettung an der Neunbrunnenstrasse in Zürich Nord eine provisorische Tageswache. «Wir werden alles daransetzen, dass wir Zürich Nord bis zum Bezug der neuen Wache abdecken können», versicherte Fehr.

Ausstellung Wettbewerbsergebnis: Montag, 29. Mai, bis Sonntag, 11. Juni. Ausstellungsraum des Amts für Hochbauten Stadt Zürich, Pavillon Werd, Morgartenstr. 40. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 16–20 Uhr, Samstag/Sonntag, 14–18 Uhr.



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