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01.06.2017 Von: Silvan Rosser

Züriberg

So sonnig war ein Frühling äusserst selten


Eine «Kältewelle» im drittwärmsten Frühling seit Messbeginn. Vom 16.

Trotz langem Durchhänger zwischen Mitte April und Mitte Mai mit strengen Nachtfrösten und sehr späten Schneefällen ist der Frühling 2017 insgesamt der drittwärmste und der fünftsonnigste seit Messbeginn.

Der 1. Juni gibt den Startschuss in den meteorologischen Sommer, der den seit dem 1. März dauernden Frühling ablöst. Der Frühling 2017 war geprägt von einer rekordwarmen ersten Frühlingshälfte, einer 30-tägigen, spätwinterlichen Periode und einem sommerlichen Ausklang.

Rekordwärme
Die Lufttemperatur erreichte in der Periode vom 1. März bis 15. April auf dem Zürichberg einen Durchschnitt von 9,2 Grad. Die erste Frühlingshälfte war damit um deutliche 3,5 Grad übertemperiert, verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1981–2010. Zürich erlebte gleichzeitig auch die wärmste erste Frühlingshälfte seit mindestens Anfang des 20. Jahrhunderts. Die erste Halbzeit brachte in Zürich mehr Frühlingswärme, als in vielen Jahren überhaupt der ganze Frühling dazu im Stand war.

Kältewelle
Als die Temperaturen schon fast in frühsommerliche Bereiche kletterten, folgte Mitte April der grosse Schock. Während einer rund 30-tägigen Periode zwischen dem 11. April und 10. Mai stiegen die Temperaturen entgegen der Erwartungen nicht mehr an. Diese «Kälteperiode» war geprägt von teils sehr strengen Nachtfrösten und Schneefällen bis in die Niederungen. In den sehr kalten Aprilnächten fiel das 2-Meter-Temperaturminimum lokal in den Rekordbereich bezogen auf die zweite Frühlingshälfte (15. April bis 31. Mai), wie Meteo- Schweiz mitteilte. In Visp sank die Temperatur am 20. April auf den Rekordwert von -5,5 Grad.
Am Messstandort Zürich Flughafen wurde am 21. April 2017 mit -4,8 Grad der zweittiefste Wert seit Messbeginn 1959 registriert. Diese 30-tägige Periode war in Mitteleuropa verbreitet mehr als 2 Grad kälter verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt der Jahre 1981–2010. Am Morgen des 28. Aprils wurde auch in Zürich-Fluntern sehr spät im Jahr nochmals Neuschnee gemessen. Basel meldete an einem Tag 2 cm Neuschnee. Damit registrierte Basel den zweitspätesten Termin mit Neuschnee. Grössere Neuschneemengen fielen vom 27. auf den 28. April entlang des Alpennordhangs.
In St. Gallen fielen mit 35 cm rekordhohe 2-Tages-Neuschneesummen für die zweite Frühlingshälfte. Die bisherige Rekordsumme von 27 cm stammte aus dem Frühling 2001.

«Pattern Flip» leitete den Sommer ein
Bereits vor einem Jahr wurde am 27. April 2016 in Zürich nochmals Neuschnee gemessen. Ein noch späterer Neuschneefall ist in der seit dem Winter 1930/31 verfügbaren Zürcher Neuschnee-Messreihe erst wieder 1982 zu finden. Im Jahr 1961 schneite es sogar nochmals am 29. Mai. So weit kam es im Frühling 2017 nicht. Zur Monatsmitte des Mais setzte sich wieder deutlich wärmere Witterung durch. Ein auf Neudeutsch genannter «Pattern Flip», also eine grossräumige Umstellung der Wetterlage, leitete nach Maimitte den Sommer ein. Die kaltnasse Periode von Mitte April bis Mitte Mai war geprägt von einem umfangreichen Hochdruckgebiet über Grönland und Island und einer ausgeprägten Tiefdruckzone von den Azoren übers Mittelmeer bis nach Russland. Diese Luftdruckzirkulation löste eine Nordströmung aus, sodass für die Jahreszeit sehr kalte und feuchte Luftmassen nach Mitteleuropa geführt wurden. Die herangeführte Luft hatte während dieser Phase ihren Ursprung nicht selten in der Nähe des Nordpols. Mit dem «Pattern Flip» Mitte Mai drehte die grossräumige Strömung über Europa auf Südwest. Der hohe Luftdruck über Island wich einem Tiefdruckgebiet und über den Azoren baute sich ein starkes Hochdruckgebiet auf. Dieses dehnte sich in der Folge bis nach Mitteleuropa aus und bildete Ende Mai sogar einen umfangreichen Hochableger über Europa. Der Wettercharakter passte sich der neuen Lage an und sprang von spätwinterlich auf frühsommerlich.

Erste Sommertage
Zwischen dem 16. und 18. Mai stiegen die Nachmittagstemperaturen in Zürich erstmals in dieser Saison über die Sommermarke von 25 Grad. Dieser Termin liegt übrigens genau im langjährigen Durchschnitt. Ende Mai reihten sich dann weitere Sommertage aneinander. Ab dem 22. Mai stellte sich eine valable Sommerperiode ein mit schon fast hochsommerlichen Temperaturen von rund 28 Grad.

Bilanz Frühling 2017
Nach dem zweitwärmsten März, einem durchschnittlichen April und einem warmen Mai reicht es am Ende für den Frühling 2017 sogar auf das Podest der wärmsten Frühlinge. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 10,7 Grad am Zürichberg war der Frühling 2017 der drittwärmste seit Messbeginn im Jahr 1864. Niederschläge fielen in nennenswerten Mengen eigentlich nur in der Periode zwischen Mitte April und Mitte Mai. Ansonsten war es verbreitet deutlich zu trocken. Unter dem Strich summierten sich die Regenmengen auf 240 Liter pro Quadratmeter. Das sind rund 20 Prozent weniger als im langjährigen Durchschnitt zu erwarten wären. Der Frühling 2017 trumpfte mit sehr vielen Sonnenstunden auf. In Zürich schien die Frühlingssonne über 630 Stunden. Damit wurde Zürich mit rund 180 Sonnen-Überstunden verwöhnt – ein Plus von 40 Prozent. Es war der fünftsonnigste Frühling in Zürich seit mindestens 1901. Sonniger als der Frühling 2017 waren lediglich die Frühlinge 2011, 2007, 1953 und 1948. Bei der Frühlingsbesonnung zeigten sich in den letzten Jahren zwei spannende Entwicklungen. Einerseits ist der Frühling 2017 nun bereits der dritte sehr sonnige Frühling seit 2007. So sonnig wie heutzutage waren die Frühlinge letztmals in den 40er- und 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Zum anderen ist eine sehr starke Jahr-zu- Jahr-Schwankung ersichtlich. So brachte der Frühling 2013 beispielsweise rekordwenige Sonnenstunden.



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