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21.06.2017 Von: Bastian Bernhard

Züriberg

Quartierverein will weiter für Filiale kämpfen


Bruno Schönenberger, Leiter Verkaufsgebiet Zürich-Meilen, an der Infoveranstaltung. Foto: Bastian Bernhard

Die Post will schweizweit viele Filialen schliessen, auch die Poststelle Zürichberg. Aus diesem Grund hat die Post in Fluntern zu einer Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geladen.

Einen mächtigen Eindruck macht die Post, wie sie in der Grossen Kirche Fluntern mit Leinwand, Bannern und Führungspersonal auftritt. So will sie am Montagabend für die Schliessung der Postfiliale Zürichberg werben. Doch in einer Machtposition ist sie hier nicht. Markus Werner, Verantwortlicher Kommunikation Ost, und seine Mitstreiter von der Schweizerischen Post wagen sich in die Höhle des Löwen. So ist die Nervosität bei den Mitarbeitern der Post von Beginn an spürbar.
Es werden alle Register gezogen, um einen möglichst guten Eindruck zu machen. Von informativen Videos zur emotionalen Ansprache des Leiters des Verkaufsgebietes Zürich-Meilen, Bruno Schönenberger, über Veränderungen der Gesellschaft und das Älterwerden bis zu nüchternen Zahlen und Fakten. So erläutert die Postdelegation ihre Beweggründe für die Schliessung der Poststelle.
Im Grossen und Ganzen ist der Fall schnell geklärt. Sie werde zu wenig genutzt, erklärt Bruno Zürcher, Spezialist Netzentwicklung. Die gewohnten Dienste sollen aber auch in Zukunft immer noch im Quartier erhältlich sein. Nur in einer sogenannten Postagentur – hier der Detailhändler «Pick Fresh». Ein Modell, auf das die Post schwört und bereits 850 Mal so verwendet hat.
Unterstützung bekommt die Post von der Stadt Zürich. Daniela Wendland, die stellvertretende Bereichsleiterin Gesellschaft und Raum der Stadtentwicklung Zürich, erklärt: «Mit der Zusammenarbeit mit kleinen, lokalen Geschäften unterstützt die Post den Erhalt von solchen Quartierläden.»

Quartierverein kämpft für Erhalt
Etwas überraschend plante die Post auch den Quartierverein Fluntern mit ein. So wendet sich Vizepräsident Roland Meier an das Publikum. Er erzählt von der späten Kommunikation der Post, diese habe den Quartierverein erst eingeweiht, als die Schliessung bereits beschlossene Sache war. Für Meier ist klar: «Wir vom Quartierverein können die Erhaltung des Service public nicht feststellen.»
Der Verein kämpfe weiterhin für den Erhalt der Filiale, sagt Meier entschieden. Er mobilisiert die Anwesenden prompt per Abstimmung zu einer Petition gegen die Schliessung. Als ihn Markus Werner, Verantwortlicher Kommunikation Ost, unterbricht, explodiert das Pulverfass. Aufgeregt rufen die Besucher durcheinander, einzelne eilen dem Vizepräsidenten des Quartiervereins zur Hilfe und stellen sich schützend zwischen die Fronten.

Unverständnis an allen Fronten
Obwohl angekündigt, kann man kaum von einer Diskussionsrunde sprechen. Markus Werner gibt den besorgten und erhitzten Gemütern die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Doch anstelle der gewünschten Fragen kommt Statement an Statement. Zu sagen hat fast jeder etwas, wirklich viel Neues kommt dabei aber nicht heraus.
Die frustrierten Fluntermer nutzen die Gelegenheit, um Dampf abzulassen. Häufiges Thema dabei: die Vorstösse im Nationalrat zum Service public und zur Post. Wie auch der Quartierverein verlangen die Anwohner eine Einstellung des Projekts, bis in Bern ein definitiver Entscheid gefällt ist. Die Post habe sich als Staatsbetrieb an die Regierung zu halten, schimpft es des Öfteren aus dem Publikum.
Doch Bruno Schöneberger von der Post winkt ab. «Wir können keine drei bis vier Jahre warten, bis ein neues Gesetz in Kraft tritt», erklärt er die Situation. Die Post müsse sich an den bestehenden Gesetzen orientieren, wenn sie auch in Zukunft weiterbestehen wolle.
Immerhin, eine Gemeinsamkeit, scheinen alle Beteiligten zu haben. Alle sind besorgt um die Zukunft der Post, nur die Vorstellungen, wie diese Zukunft aussehen soll, gehen auseinander.



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