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21.06.2017
Zürich West

«Seither wird vorsichtiger budgetiert»


Der ehemalige 1.-Liga-Fussballer Roger Liebi macht auch auf Skis eine gute Figur: Beim Parlamentarierrennen 2016 war er schnellster Zürcher. Foto: glo.

Der SVP-Politiker Roger Liebi will sich auf sein Kantonsratsmandat und seinen Beruf konzentrieren. Deshalb tritt er nach 15 Jahren aus dem Gemeinderat zurück. Nachrutschen wird seine Frau.

Thomas Hoffmann

«Ein Doppelmandat kam für mich immer nur vorübergehend infrage», betont Roger Liebi, der 2002 im Kreis 3 für die SVP ins städtische Parlament gewählt wurde. Die Doppelbelastung kennt er aus dem Jahr 2011. Da wurde er zum ersten Mal in den Kantonsrat gewählt. Damals trat er nach einem halben Jahr zurück und blieb im Gemeinderat. Doch 2015 schickten ihn die Wiediker Stimmberechtigten erneut ins Kantonsparlament, wo der Finanzfachmann in die Kommission für Wirtschaft und Abgaben berufen wurde. Und die erkor ihn direkt zum Präsidenten – ein arbeitsintensives Amt.

Auf Liebi folgt Liebi

«Hinzu kommt, dass die beruflichen Aufgaben zunehmen und nicht mehr vereinbar sind mit einem Doppelmandat», erklärt der ehemalige Senior Manager einer Privatbank, der seit einiger Zeit als Unternehmensberater selbstständig ist. Deshalb entschied Roger Liebi 2015, vorerst Präsident der Stadtzürcher SVP zu bleiben, aber seinen Sitz im Gemeinderat zu räumen. Das könne in 3, 6 oder 9 Monaten sein, spätestens in einem Jahr, sagte der Familienvater damals dem Regionaljournal Zürich/Schaffhausen. Es kam anders: 2016 gab Liebi zuerst das Stadtpräsidium ab, und erst jetzt scheidet der 55-Jährige aus dem Gemeinderat aus. Seine letzte Sitzung werde voraussichtlich am 12. Juli sein. «Wir wollten die Nachfolge zuerst sauber abklären, sagt Roland Scheck, Präsident der SVP Kreis 3. Zwei Personen auf der Liste verzichteten, eine ist weggezogen. Nachrücken wird für Roger Liebi, der inzwischen nicht mehr im Kreis 3, sondern im Kreis 7 wohnt, somit seine Ehefrau Elisabeth. Die 53-Jährige war lange für die SVP in der Schulpflege und zudem Vizepräsidentin der Kreispartei.

«Heute muss man übertreiben»

Was gehört für Liebi zu den Höhepunkten im Gemeinderat? Die Antworten kommen, ohne zu zögern: Die Einführung der Sozialdetektive, die gewonnene Abstimmung über das Nagelhaus (im Abstimmungskampf als «goldigi Schiissi» bezeichnet; Anm. d. Red.) und die Budgetablehnung. «Das hat Eindruck gemacht», freut sich der SVP-Politiker. «Und auch wenn es niemand zugibt: Seither wird viel vorsichtiger budgetiert.» In Erinnerung bleiben dem Gemeinderat, der für die SVP zweimal vergebens als Stadtrat kandidierte, auch die «gute, parteiübergreifende Zusammenarbeit in der RPK».

Inwiefern haben sich während der letzten 15 Jahre die Ratsdebatten für eine Oppositionspartei geändert? «Als ich anfing, wurde in der NZZ-Ratsberichterstattung noch jedes Votum abgedruckt», erzählt Liebi. «Heutzutage muss man übertreiben, um in der Presse erwähnt zu werden.»



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