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28.06.2017
Zürich West

Altstetten hat seinen heiss geliebten Frosch zurück


Quartiervereinspräsidentin Esther Leibundgut und Stadtrat Filippo Leutenegger enthüllen die neue Skulptur. Foto: mai

Was lange dauert, wird endlich gut: Seit ein paar Tagen macht der Altstetter Fröschenbrunnen seinem Namen wieder alle Ehre – mit einem ebenbürtigen Ersatz für die 2014 gestohlene Froschskulptur.

Lisa Maire

FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger und Christoph Doswald, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (Kiör), übergaben den Bronzefrosch letzte Woche offiziell der Alt-stetter Bevölkerung. Er ist eine originalgetreue Nachbildung der Plastik, die über dem Fröschenbrunnen an der Eugen-Huber-Strasse thronte und die Ende 2014 gestohlen wurde. Wohl wegen des Materialwerts der gut 200 Kilo schweren Figur, so wird vermutet. Geschaffen im Auftrag des Gemeinderats Altstetten anlässlich der Eingemeindung 1934, galt der Brunnen als identitätsstiftendes Wahrzeichen. Die Altstetter wurden nämlich früher im Volksmund auch «Frösche» genannt – wegen der geografischen Lage der Gemeinde zwischen Limmat und Ried (Albisrieden).

Engagement im Quartier

«Der Frosch wäre heute nicht da, wenn sich nicht die Quartierbevölkerung so sehr für ihn eingesetzt hätte», sagte Doswald bei der Einweihungsfeier auf dem Altstetterplatz. In der Tat ging nach dem Diebstahl ein Aufschrei durchs Quartier: «Wir wollen unseren Frosch zurück», hiess der Tenor. Quartierbewohner Kerry Hines-Randle lancierte auf Facebook kurzerhand eine Unterstützungsaktion für einen neuen Frosch, und etliche Fans des Fröschenbrunnens – unter ihnen auch der frühere CVP-Gemeinderat Hans Diem – langten freimütig in ihren Geldbeutel, um zu spenden. Die Sammelaktion wurde dann allerdings abgeblasen, als sich herausstellte, dass die Versicherung der Stadt den Schadensfall übernahm. Über 20 000 Franken habe die neue Bronzeskulptur gekostet, informierte Leutenegger.
Angefertigt wurde das Kunstwerk von der Kunstgiesserei St. Gallen auf der Grundlage alter Fotos. Denn der neue Frosch sollte aussehen wie der alte – dies hatte der Quartierverein im Gespräch mit der Stadt ausgehandelt. Doch bis alle Rechte und Vorschriften abgeklärt und der Frosch nachgebaut war, ging viel Zeit ins Land. Umso grösser die Freude im Quartier, dass der Brunnen nun endlich wieder vollständig ist.

«Wir haben den Frosch wirklich sehr vermisst, denn für manche von uns ist er mit Kindheitserinnerungen verbunden», sagte Quartiervereinspräsidentin Esther Leibundgut an der Einweihungsfeier. Sie selbst erinnert sich an viele unbeschwerte Kindheitsmomente am Fröschenbrunnen. Aber auch, so verriet sie «Zürich West», an ein eher schmerzliches Erlebnis: Als Kind wartete sie dort wehen Herzens auf ihre Grossmutter, die sie zum Coiffeur begleiten wollte. «Ich musste damals meine langen Haare abschneiden. Dabei war ich so stolz auf sie, sie reichten fast bis zu den Kniekehlen.»

Frösche, Geissböcke & Co.

Auch Jürg Bickel von der Ortsgeschichtlichen Kommission des Quartiervereins Altstetten, zeigte sich glücklich, dass der Frosch nun via Altstetterplatz an seinen Stammplatz zurückkehrt. «Wir werden künftig sicher ein besonderes Auge auf ihn haben», meinte er. Um dann noch etwas in der Zürcher Geschichtenkiste zu kramen: Die Altstetter seien nicht die einzigen, die früher Übernamen gehabt hätten, erzählte er und amüsierte die Gäste mit Beispielen: Die Höngger nannte man «Geissböck», die Albisrieder waren «Guggus», die Zolliker «Lungesüder», die Thalwiler «Halbfüdler» – aus welchem Grund auch immer.



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