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28.06.2017 Von: Clara dos S. Buser

Küsnachter

Spielspass am traditionellen Fennergutfest


Freuen sich aufs Spielfahrzeug und auf die Zuckerwatte: Kinder am Fennergutfest. Foto: Clara dos S. Buser

An einem schwülwarmen Juni-Abend versammelten sich Gross und Klein für Spielattraktionen im Kinder- und Jugendheim Fennergut.

Kaum erreicht man die Liegenschaft des Kinder- und Jugendheims Fennergut, sind schon Kinderspiele und Schreie zu hören. Der Grund solcher Animation? Die besonderen Fahrzeuge, die eigens für das Fennergutfest mitgebracht wurden. Kindervelos, Gokart-ähnliche Dreiräder, ein Hochrad und sogar einen Sprungstab bereiten den Kindern Freude.
Abgesehen von den Kleinen ist es ziemlich ruhig auf dem Veranstaltungsplatz. Ein Thermometer zeigt fünfunddreissig Grad, und während das Team hin und her läuft, sitzen Gäste leicht erschöpft unter dem Zelt. «Die meisten sind wohl noch im Freibad », meint Leiterin Elsbeth Ball.
Die Villa in Küsnacht Goldbach gehörte einst Casper Fenner. Dieser ermöglichte eine Übernahme seitens der Gemeinde, solange das bebaute Grundstück als Waisenhaus benutzt würde. Genauso wie Herr Fenner es war, ist auch das Areal des Fennerguts grosszügig. Hier gibt es für alle Attraktionen verschiedene Gegenden. Unter den Bäumen befindet sich die Kinderschminkestation. Im oberen Garten steht eine Slackline zur Verfügung, daneben können Kinder jonglieren. Zum Programm gehören auch zwei Hausführungen sowie ein köstliches Wurst- und Salatbuffet.

Vom Kindergarten bis zur Lehre
Das Fennergut gehört zur Stiftung Zürcher Kinder- und Jugendheime. Finanziert wird es von Gemeinde und Kanton. Die Kostenübernahme seitens der Eltern ist einkommensabhängig. Wer von dieser Villa mit Seesicht profitiert, sind mehrfach belastete Kinder aus dem Kanton Zürich. Diese dürfen ab dem Kindergarten bis zum Abschluss einer Erstausbildung bleiben. Im Verlauf der Zeit bildet sich meistens eine Beziehung zu den Betreuern. Elsbeth Ball dazu: «Wir versuchen, als Individuum anwesend zu sein und Geborgenheit zu bieten. Das Ziel ist es nicht, die Eltern zu ersetzen, sondern dass wir ihnen über eine begrenzte Zeit Nähe anbieten können.» Die Ablösung werde immer thematisiert. Sozialpädagogin Martina Bordin geht noch tiefer und erklärt das Ablösungsritual, zu dem beispielsweise ein Fotoalbum und ein Fest für das Kind gehören, welches das Haus verlässt. Wie Ball erklärt, sei das Ziel und gleichzeitig die Herausforderung der Institution Fennergut, dass die Kinder eine möglichst unbeschwerte Kindheit hätten.
Als Gast am Fennergutfest könnte man den Eindruck bekommen, dieses Ziel sei erreicht worden, denn am Fest herrscht eine friedliche und fröhliche Stimmung. Ball hat de facto viele Jugendliche begleiten können, denen der Schulabschluss und der Einstieg in die Berufswelt gelungen ist. Besonders erfreulich seien aber auch kleine tägliche Erfolgserlebnisse. Das Fennergut beherbergt zurzeit fünfzehn Minderjährige, die aus einem problematischen Umfeld kommen. Ausserdem gehört der Institution eine Kinderkrippe an.
An diesem Fest scheinen traurige Gedanken aber keinen Platz zu haben: Die zehnjährige Sarah freut sich über die Zuckerwatte, weil sie süss sei und verschiedene Farben zur Auswahl stünden. Daneben sitzt ein Junge, der eilig in eine Wurst beisst und sofort zu dem Skate-Trottinett rennt. Er bringt es näher zur Bank, setzt sich wieder und isst weiter. Somit ist das einzigartige Spielfahrzeug für ihn reserviert.



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