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28.06.2017 Von: Annina Just

Küsnachter

Wir wollen ein Feuerwerk veranstalten


Noch stehen viele Detailarbeiten an: Hier bespricht das Kulturnacht-OK gerade die Gestaltung von zwei Werbe-Schaufenstern. Foto: Annina Just

Bevor Küsnachts grösster Kulturevent der Geschichte am 29. September über die Bühne gehen kann, gibt es noch einiges zu tun. Der «Küsnachter» hat mit den Verantwortlichen der Kulturnacht Küsnacht gesprochen.

Exakt in drei Monaten ist es so weit: Dann verwandelt sich das Küsnachter Dorfzentrum in eine grosse Bühne für lokale und regionale Kulturschaffende. Über 100 Künstlerinnen und Künstler werden an verschiedensten Standorten insgesamt über 40 kulturelle Darbietungen aufführen. «Das Potenzial in Küsnacht ist riesig. Wir wollen daraus ein Feuerwerk machen», sagt Martine Peyer. Sie bildet zusammen mit Ortsmuseum-Kuratorin Elisabeth Abgottspon, Hans-Peter Fehr und Ilka Allenspach das Organisationskomitee der ersten Kulturnacht Küsnacht. Der Anlass steht unter dem Patronat der Kulturellen Vereinigung Küsnacht (KVK), deren Vorstand Peyer und Allenspach angehören.

Kleine Kultur-Häppchen
Die Vorbereitungen für den Grossevent laufen nun seit einem Jahr, inzwischen steht das Programm, die Sponsoren wurden gefunden und die Künstler von der Idee überzeugt. Letzteres war allerdings kein schwieriges Unterfangen. «Wir haben bereits eine Warteliste. Die Chancen sind also gross, dass es eine nächste Kulturnacht gibt», freut sich Peyer. Wie zum Beispiel im bernischen Burgdorf, das seit elf Jahren eine Kulturnacht durchführt und für die Küsnachter als Vorbild dient. Peyer, Allenspach und Fehr haben den Anlass in der Emmentaler Kleinstadt besucht und sind begeistert. Peyer erzählt: «Man spürt, dass es dort eine Institution ist und dass man sich diesen Termin reserviert.» So solle es in Küsnacht auch werden. Denn obwohl das kulturelle Angebot in Küsnacht bereits gross ist, sind die vier Organisatoren überzeugt, dass ein Anlass wie die Kulturnacht eine grosse Bereicherung ist. «Es ist vom Aufbau her etwas ganz anderes als herkömmliche Kulturveranstaltungen. Man kann durchs Dorf gehen und kommt in den Genuss von Kultur- Häppchen aus ganz unterschiedlichen Sparten», erläutert Abgottspon. Aus Hans-Peter Fehrs Sicht bieten die vielen verschiedenen Schauplätze auch den Vorteil, dass die Besucher stets in Bewegung sind. «Dies führt hoffentlich zu einem Austausch zwischen den Besuchern », so der Kulisse-Darsteller. Einen weiteren Aspekt bringt Allenspach ein: Man wolle die unterschiedlichen Kultursparten einem breiten Publikum zugänglich machen. «Kultur wird oft als etwas Elitäres angesehen. Aber an der Kulturnacht kann man einfach mal etwas ausprobieren, die Hürde ist viel kleiner, als wenn es ein zweistündiges Konzert ist, das auch noch Eintritt kostet», meint sie.

Überraschung zum Auftakt
Zu entdecken gibt es tatsächlich viel: Neben Ausstellungen, Lesungen, Musik, Film und Theater werden auch etwas exotischere Darbietungen wie zum Beispiel ein Kochatelier bei Vater und Sohn Wildhaber im Gasthof Ochsen auf dem Programm stehen. Oder eine Kunstführung im Gemeindehaus: Rebecca Gericke, Mitglied der Kulturkommission der Gemeinde, bringt den Besuchern dabei die ausgestellten Werke von Alois Carigiet sowie Küsnachter Kunstschaffenden näher. Eine kunsthistorische Führung bietet auch das Hotel Sonne – «Geschichte seit 1641» wird dort vermittelt. Zu den Raritäten gehört ausserdem eine Art Strassenmusik-Darbietung: Der Acappella- Chor b-Live wird in der Unterführung beim Coop zum Verweilen einladen. «Etwas ganz Spezielles erwartet die Besucher zum Auftakt der Veranstaltung um 17.45 Uhr beim reformierten Kirchenturm», kündigt Martine Peyer an. Details dazu will sie allerdings noch nicht verraten.
Besonders angetan sind die Organisatoren auch davon, dass gleich sieben Träger des Küsnachter Kulturpreises einen Beitrag leisten, inklusive dem aktuellen Preisträgerpaar Anita und Martin Lehmann. «Wir schätzen es sehr, dass sie sich alle diese Zeit nehmen», betont Fehr. Ebenfalls mit von der Partie sein wird die Kantonsschule Küsnacht; einerseits mit ihrer Schülerband und andererseits mit der Ausstellung «Flüchtlingsporträts». Diese wurde bereits im Rahmen der «Synapse» gezeigt und wird nun nochmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Obwohl das Programm nun steht und die Künstler bereits in den Vorbereitungen für ihr Programm stecken, ist die Arbeit für das Organisationskomitee noch lange nicht getan. «Nun geht es darum, den Anlass beim Publikum bekannt zu machen», hält Peyer fest. Ihre grösste Sorge sei es, dass zu wenig Besucher kommen und die Künstler mit wenig Publikum dastehen. «Es ist auch ein riesiger Aufwand vonseiten der Kunstschaffenden », betont die Organisatorin. So seien einige Musiker zum Beispiel daran, eigens für die Kulturnacht eine Komposition zu erarbeiten. Ein Blick ins Programmheft entkräftet diese Sorge allerdings: Dort sind so viele in der Region verankerte und bekannte Persönlichkeiten zu finden, dass zu wenig Andrang eigentlich nicht das Problem sein sollte.

Kein Vollmond
Um auf den Anlass aufmerksam zu machen, werden zwei Schaufenster in den Bahnhofunterführungen der Kulturnacht gewidmet. Das ist Hans- Peter Fehrs Aufgabe – eine, die er auch für den Theaterverein «Die Kulisse » jeweils mit Bravour bewältigt. So werkelt er momentan in seinem Bastelkeller an kleinen Fähnchen, welche die verschiedenen Kunstsparten darstellen und vor dem eindrucksvollen Plakat auf die Vielfalt der Kulturnacht hinweisen. «Weiter werden uns in nächster Zeit viele Detailarbeiten wie zum Beispiel das Herstellen von Wegweisern beschäftigen », erzählt Allenspach. Das Team ist aber auch noch auf der Suche nach freiwilligen Helfern, die bei der Durchführung dann Unterstützung bieten. Dem Zufall überlassen wird also rein gar nichts: «Wir haben bereits schon abgecheckt, wann es in dieser Nacht eindunkelt und wie der Mond steht», meint Peyer lachend. Vollmond ist dann zwar nicht, aber vielleicht die Geburtsstunde eines neuen, hellen Sterns am Küsnachter Kulturhimmel.



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