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05.07.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

«Eine grosse logistische Herausforderung»


Stadtrat Andres Türler empfing die Gäste am Weiher. Foto: kst.

120 Interessierte warfen mit Stadtrat Andres Türler einen Blick hinter die Kulisse der Baustelle Reservoir Käferberg. Dabei erfuhren sie interessante Details über die Wasserversorgung der Stadt Zürich.

Die aktuelle Führung des Departements der Industriellen Betriebe fand mitten im Käferbergwald statt. Hinter dem idyllischen Weiher ragt eine riesige Baustelle empor – das neue Reservoir Käferberg. «Das alte Reservoir ist über 80 Jahre alt und genügt den aktuellen Anforderungen nicht mehr», erklärte der Stadtrat. Der Neubau steht etwas höher als die alten Kammern. «Er liegt jetzt auf gleicher Höhe wie das Reservoir Zürichberg. Das ist wichtig für den Austausch.» Rund 140 000 Kubikmeter Trinkwasser verbrauche die Stadt an einem durchschnittlichen Tag. An Hitzetagen könne der Verbrauch bis 220 000 Kubikmeter steigen.

Zwei 8000-Kubik-Becken
In fünf Gruppen aufgeteilt, besuchten die Teilnehmenden fünf Stationen, an denen sie einiges über die Wasserversorgung der Stadt Zürich erfuhren. Eine Station war die Besichtigung der Baustelle. Die zwei 8000-Kubik-Becken sind fertig und befinden sich in einer Testphase: Sie werden mit Wasser gefüllt, damit man allfällige Lecks im Beton erkennt und ausbessern kann. Das Reservoir besteht aus Spezialbeton, in dem das Trinkwasser ohne Bedenken aufbewahrt werden kann. Der Bau war eine grosse logistische Herausforderung für das gesamte Team, mussten doch erst elektrische Leitungen sowie Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden, und das mitten im Naherholungsgebiet Wald. 2500 Kubikmeter Beton und Tausende Kilo Stahl für die Armierung wurden mit dem Kran antransportiert, um Schwertransporte zu vermeiden.

1550 Kilometer Wasserleitungen
Woher das Wasser kommt und wie es verteilt wird, erfuhr man von Departements-Mitarbeiterin Riccarda Engi. In den beiden Wasserwerken Lengg und Moos wird Seewasser aufbereitet und über einen 1550 Kilometer langen Ringstollen verteilt. Zudem trägt das Grundwasserwerk Hardhof 15 Prozent aufbereitetes Grundwasser bei, und weitere 15 Prozent des Trinkwassers ist Quellwasser, das aus 160 verschiedenen Quellen stammt. In 21 Reservoirs wird dieses Wasser gespeichert und an die jeweils tiefer liegenden Haushalte verteilt. 67 Gemeinden sind dem «Züriwasser» angeschlossen. Falls sie zu wenig Wasser haben, werden sie mit «Züriwasser» bedient. Daneben gibt es ein von diesem Wasser unabhängiges, 120 Kilometer langes Netz mit reinem Quellwasser. Damit werden 85 «goldene Brunnen» in der Stadt bedient.

Weitere Posten waren der Waldbrunnen und der «Findlingsgarten» am Ufer des Weihers. «Diese Findlinge wurden auf der Baustelle gefunden», erzählte Hans Gonella. «Die Gletscher haben sie so geformt.» Das Käferberggebiet ist eine Feuchtwiese, der Teich wurde in den 1930er-Jahren ausgehoben. Heute leben darin Karpfen, aber auch die Erdkröte ist heimisch. Dass mitten im Wald Trinkwasser liefernde Brunnen stehen, ist keine Selbstverständlichkeit und nur dank Mini-Filtrationsanlagen möglich.

Wiederaufforstung im Jahr 2018Ende 2017 wird das Reservoir betriebsbereit sein und im Frühling angeschlossen werden. Anschliessend wird es mit Erde überdeckt und neu aufgeforstet. Die Kammer I des alten Reservoirs ist denkmalgeschützt und bleibt bestehen, die Kammer II wird abgebrochen.



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