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05.07.2017
Zürich West

Kafi Klick unterstützt im digitalen Alltag


Eleonora benutzt den Kopierer im Kafi Klick selbstständig. Foto: juf.

«Wie eine Gemeinschaft», schwärmen die Gäste: Das Kafi Klick an der Gutstrasse ist für sie Treffpunkt, Internetcafé und Beratungsstelle in einem.

Franziska Jud

Eleonora strahlt, als sie von ihren Erlebnissen im Kafi Klick berichtet. Sie fühlt sich sichtlich wohl im kleinen Café. Computerhilfe braucht sie an diesem Tag keine, den Kopierer bedient sie selbst. Stolz erzählt sie, dass sie regelmässig an den angebotenen Deutsch-Konversationsübungen teilnimmt. Auch die anderen Besucher mögen den Treffpunkt an der Gutstrasse. Viele kommen her, weil sie Hilfe beim Umgang mit Computern benötigen. Das Kafi Klick ist aber nicht nur ein Hilfsangebot für Menschen, die Mühe mit digitaler Kommunikation haben, sondern auch eine niederschwellige Anlaufstelle für administrative Fragen. Die Helfer des Cafés unterstützen Armutsbetroffene beim Ausfüllen von Formularen und erklären den Besuchern amtliche Dokumente. Esther beispielsweise besucht das Café an diesem Tag, um Hilfe beim Verstehen eines Briefes zu erhalten.

Freiwillige als Herzstück

Andere Gäste besuchen das Café der IG Sozialhilfe, um sich mit Bekannten zu unterhalten oder eine kostenlose warme Suppe zu essen. Fabio Weiler, Co-Leiter des Cafés, sieht das Kafi Klick als einen Ort, um Isolation zu überwinden: «Viele Menschen können sich keine Besuche in normalen Cafés leisten. Einige haben in der Zwischenzeit eine enge Beziehung zu den freiwilligen Helfern des Kafis aufgebaut und kommen jeden Tag kurz vorbei.» Die Helfer sind zentral für den Betrieb. Weiler schätzt, dass rund ein Drittel der anfallenden Arbeit von Freiwilligen erledigt wird. Geleitet wird das Kafi Klick von Fabio Weiler und Stephan Hochuli. Ein Zivildienstleistender hilft mit, die Öffnungszeiten zu gewährleisten. Da das Kafi Klick des Vereins IG Sozialhilfe keine städtische Institution ist, lebt es zu einem grossen Teil von privaten Spenden. Deshalb gehört die Geldsuche zu den ständigen Aufgaben der Leitung.

Der Umzug vor zwei Jahren an den jetzigen Standort in Wiedikon ermöglichte einige Veränderungen im Angebot. Die grosszügigeren Platzverhältnisse führten dazu, dass deutlich mehr Frauen das Café besuchen. Auch mit arbeitsrechtlichen Fragen gelangen die Gäste ans Kafi Klick. Weiler: «Vor allem im Temporärsektor bestehen sehr prekäre Arbeitsverhältnisse und vielen Leuten ist nicht bewusst, wie sie sich dagegen wehren können.» Zudem sind die Besucherzahlen weiter gestiegen auf bis zu 120 Gäste pro Tag. Die meisten erfahren durch Bekannte vom Angebot, andere werden bei Computerfragen von offiziellen Stellen an das Café verwiesen.

Rückkehr ins Arbeitsleben

Gefragt nach dem schönsten Erlebnis in seiner Zeit als Leiter des Cafés, muss Fabio Weiler kurz überlegen. «Es gibt sehr viele schöne Erlebnisse, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll», meint er schliesslich. «Das Schönste ist, wenn Hilfesuchende ins normale Arbeitsleben gefunden haben und jetzt alle paar Monate das Kafi Klick wieder besuchen.» Freude bereitet den Helfern zudem, wenn sie sehen, wie Menschen im Café Halt im Leben finden.

Eng verbunden mit den erfreulichen Erlebnissen sind auch Frustrationen. Weiler: «Viele Besucher sind am Verzweifeln, aber man hat doch für jeden nur etwa zehn Minuten Zeit. Man kann allen nur an der Oberfläche helfen, das beschäftigt ziemlich.»

Kafi Klick, Gutstr. 162. Mo–Fr. 14–18 Uhr. Spenden sind erbeten auf das Postkonto IG Sozialhilfe, Kafi Klick, 8055 Zürich, PC 85-660545-4.



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