Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
12.07.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Küsnachter

Schule Tempus am See liess ihre Boote zu Wasser


Noch etwas zögerlich wurde das erste Boot ins Wasser geschoben. Doch kein Boot ging bei der Probefahrt im Zürichsee unter. Foto: Pascal Wiederkehr

Zum zweiten Mal endete das zehnte Schuljahr der Schule Tempus am See mit einer Projektwoche. Neben dem Projekt «Wir bauen Boote!» durften die Schülerinnen und Schüler aus neun weiteren Angeboten auswählen.

Noch etwas zögerlich wurde das erste Boot ins Wasser geschoben. Doch als es nicht untergeht, lassen die jungen Männer alle Vorsicht ausser Acht. Bereits den vierten Tag arbeiten die Schülerinnen und Schüler der Schule Tempus am See an ihren Werken aus Holz und Folie. Im Rahmen einer Projektwoche zum Abschluss des zehnten Schuljahres, dem Berufsvorbereitungsjahr, baut eine Gruppe unter Anleitung des Werklehrers Florian Schwegler richtige Boote. Die Freude ist bei allen Beteiligten gross und Lehrer Schwegler sichtlich stolz: «Unsere Projektwoche läuft super.» Mit viel Elan hätten die 12 Lernenden seiner Gruppe gesägt, gebogen, verleimt, geschliffen und verschraubt. Der Rumpf der Boote besteht aus Holz und wurde mit transparenter Folie überspannt. «Neben handwerklichem Geschick war Verständnis für Statik und Physik gefragt», sagt Schwegler. Nach der reibungslos verlaufenen Probefahrt auf dem Zürichsee zeigt sich, dass die Jugendlichen veritable Bootsbauer geworden sind. Aus insgesamt zehn Kursen hatten die Schülerinnen und Schüler der Schule Tempus am See in dieser Projektwoche wählen können. Ebenfalls vertieftes Physikwissen war beim Bau von aufwendigen, individuellen Kugelbahnen gefragt. Hier musste jeder Winkel und jedes Looping perfekt berechnet sein, damit die Kugel rollte.
Wer wollte, konnte das Siebdruckverfahren lernen und ein Shirt mit eigenem Motiv bedrucken oder im Kurs Street Food Festival einen kulinarischen Abstecher in die in- und ausländische Kulinarik wagen. «Dieser Kurs kochte über Mittag für die Tempus- Schule sowie die Sekundarschule», erzählt Schwegler, der die Projektwoche koordinierte. Im Kurs «Polysport – I like to move it» ging es darum, sein Können in altbekannten Sportarten wie Basketball oder Volleyball zu vertiefen und Neues wie Jonglieren oder Smolball, eine Mischung aus Tennis und Unihockey, zu lernen. Bei «Auf und davon! Around Zürich» wurden Naherholungsgebiete und Museen der Umgebung erwandert und erkundet. Ein Angebot, das bei manchen ausländischen Jugendlichen, die noch nicht lange in der Schweiz leben, grossen Anklang gefunden habe.

Eigene Filme drehen
In einem Kurs durften die Schülerinnen und Schüler den Kurzfilm «observed » drehen und schneiden. Entstanden ist ein Werk über eine Geiselnahme in der Schule, das zum Nachdenken anregt. In einem anderen galt es, seine Kreativität in Tanz und Musik beim Dreh von Musikvideos zu beweisen. Einzelne Werke der Woche sind für die Ewigkeit gemacht – zumindest bis sie in zwei, drei Jahren übermalt werden. Die künstlerischen Ergebnisse des Kurses Graffiti können von allen Küsnachterinnen und Küsnachtern in der Fussgängerunterführung von der Zürichstrasse zur Kohlrainstrasse bestaunt werden. Dort grüsst nun unter anderen Werken neben der TV-Serienfigur Bart Simpson die Videospiel-Ikone Pac-Man, mitsamt ihren Opfern, den kleinen farbigen Geistern, von der Wand. Gesprayt haben sie die Teilnehmer des Kurses – ganz legal. «Die Gemeinde stellt uns jedes Jahr die Wände für unsere Graffiti-Kunst zur Verfügung », freut sich Lehrer Dragan Mestrovic. Auch der 16-jährige Noah Weber ist begeistert: «Der Kurs hat mich interessiert, weil ich dabei kreativ sein kann.» Beim Kurs gehe es nicht nur um das Künstlerische, sondern auch um die Sensibilisierung, sagt Mestrovic. «Wir haben beispielsweise ausgerechnet, wie teuer die Bussen für illegales Sprayen werden können.» Schon zum zweiten Mal endet das Schuljahr mit einer Projektwoche, erklärt Schwegler. «Es geht darum, dass wir die letzten Tage vor der Zeugnisabgabe nicht einfach ‹ausplempern› lassen wollen.» Die Woche fördert den Teamgeist. Die Schülerinnen und Schüler müssten zusammenarbeiten, was im Berufsleben wichtig sei.
«Es ist toll, dass fast alle eine Anschlusslösung entweder in Form eines Praktikums, einer Lehre oder des Übertritts an eine Mittelschule gefunden haben», so Schwegler. Wer noch keine Anschlusslösung hat, war in der Projektwoche im Kurs «Bewerben intensiv» gut aufgehoben. Schwegler: «Dort wurde an der Auftrittskompetenz gearbeitet und das Bewerbungsdossier perfektioniert.» Das Ziel der Tempus Schule am See sei, die durchschnittlich 17-jährigen Schülerinnen und Schüler für die Zukunft vorzubereiten. Schwegler: «Wir sind eine Brücke zwischen Schule und Berufswelt.»



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 21. September 2017
Zürich 2 vom 21. September 2017
Zürich Nord vom 21. September 2017
Zürich West vom 21. September 2017
Küsnachter vom 21. September 2017
Küsnachter Amtlich vom 21. September 2017

Sonderzeitungen

Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
ZSC
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger