Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
12.07.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord, Zürich West, Züriberg, Zürich 2

Stadtrat will nur noch drei Kreisbüros


Auch das Kreisbüro 10 am Wipkingerplatz soll aufgehoben werden. Foto: kst.

In der Stadt Zürich gibt es zurzeit zwölf Kreisbüros. In den nächsten fünf bis sieben Jahren soll es nur noch drei Kreisbüros geben: In Oerlikon, in Zürich-West und im Stadthaus.

«Die Ansprüche und Erwartungen der Zürcherinnen und Zürcher an eine kundenfreundliche und dienstleistungsorientierte Verwaltung verändern sich», teilt der Stadtrat mit. «E-Government-Angebote werden immer häufiger genutzt, die Schalterbesuche ‹auf dem Amt› nehmen trotz Bevölkerungswachstum ab.» Deshalb würden die zwölf Kreisbüros im Verlauf der nächsten fünf bis sieben Jahren an drei zentralen Standorten – Oerlikon, Zürich-West und Stadthaus – zusammengeführt. In Zürich-West muss ein solcher Ort noch gefunden werden. Nach Abschluss des Projekts würden alle Einwohnerinnen und Einwohner an allen drei Standorten alle Dienstleistungen beziehen können.

Drei gut erreichbare Standorte
In einem ersten Schritt erfolgt bereits auf Januar 2018 hin der Umzug des Kreisbüros 8 ins Stadthaus. Die Bevölkerung des Kreises 8 wird dann dort bedient. «Das Kreisbüro 8 wechselt gewissermassen einfach die Adresse», betont Sergio Gut, Direktor des Bevölkerungsamts. Im Frühling 2018 erfolgt der Umzug des Kreisbüros 5 an die Hohlstrasse 35 zum Kreisbüro 4. Die beiden Kreisbüros 8 und 5 sind mit 3,5 respektive 3,4 Vollzeitstellen die kleinsten Kreisbüros der Stadt. Über die weiteren Aspekte der Regionalisierung und Neupositionierung der Kreisbüros will sich das Bevölkerungsamt mit den Vertretern der Quartiervereine der Stadt Zürich austauschen.

Die grossen Kreisbüros Wipkingen, Enge und Wiedikon sind zusammen mit Friedensrichteramt, Betreibungsamt und Polizei an demselben Ort. «Zu diesen drei Kreisbüros gibt es noch keine Detailplanung. Das Bevölkerungsamt wird die Räumlichkeiten zu gegebener Zeit an Immobilien Stadt Zürich zurückgeben», hält Gut fest. «Die Regionalisierung betrifft nur die Kreisbüros. Für Betreibungsämter, Polizei und Friedensrichter gibt es keine entsprechenden Pläne.»

«Die Regionalisierung der Kreisbüros ist ein mittelfristiges Projekt, das wir sorgfältig planen», betont Gut. «Unser oberstes Ziel ist es, auch in Zukunft Top-Leistungen für die Quartiere und die Quartierbevölkerung zu erbringen.» Gemäss Stadtrat ist geplant, die Palette an E-Government-Angeboten, die online über das Internet bezogen werden können, auszubauen und ein professionelles Callcenter für telefonische Auskünfte und Aufträge einzurichten. Bereits heute ist es möglich, Umzüge innerhalb der Stadt Zürich und anderes online zu erledigen. Zudem sei vorgesehen, die Öffnungszeiten der drei verbleibenden Kreisbüros kundenfreundlicher einzurichten. «Sicher ist schon heute, dass die drei Büros über Mittag offen haben werden. Mit den drei Standorten und mit entsprechend deutlich mehr Mitarbeitenden pro Standort ergeben sich andere Möglichkeiten bei den Öffnungszeiten», hält Gut fest. Wie diese dann genau ausgestaltet werden, sei noch offen.

Keine Kündigungen
Mit der Regionalisierung der Kreisbüros sind kein Leistungsabbau und auch keine Kündigungen verbunden. Durch effiziente Abläufe und eine schlankere Organisation ist mit einer mittelfristigen Einsparung von einigen Stellen zu rechnen, teilt der Stadtrat mit. So werden zum Beispiel rund ein Drittel der heutigen Kaderstellen wegfallen. «Die Stellenreduktion wird über die natürliche Fluktuation erfolgen», hält der Stadtrat fest. Durch die neue Organisation würden die Teams grösser, die einzelnen Stellenprofile vielfältiger und die Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Mitarbeitenden zahlreicher.

Durch die Regionalisierung der zwölf Kreisbüros an drei gut erreichbaren Standorten können die internen Abläufe vereinfacht, das Fachwissen der Mitarbeitenden gebündelt und die Führungsstruktur gestrafft werden. Der Stadtrat erwartet dadurch nach Abschluss des Prozesses eine Kosteneinsparung von jährlich rund 1,9 Millionen Franken. Wie die Kreisbüros in Zukunft heissen werden, ist offen. «Vielleicht machen wir einen Wettbewerb», teilt Gut mit.

Gewisses Verständnis
Auf Anfrage teilt Christian Relly, Präsident Quartierverein Oerlikon, mit: «Wer wie ich sich fürs Quartierleben einsetzt und die Bedeutung von Nähe und leichter Erreichbarkeit der Verwaltung für wichtig hält, reagiert zunächst nicht erfreut auf die Ankündigung.» Und weiter: «Andererseits muss ich gestehen, dass ich ein gewisses Verständnis für die Massnahme habe. Immer mehr Geschäfte können online abgewickelt werden und erfordern nicht den Gang aufs Kreisbüro. Zudem wird die Bevölkerung von erweiterten Öffnungszeiten profitieren.» Er fragt sich, wie oft die persönliche Vorsprache im Kreisbüro für den «normalen» Einwohner erforderlich ist. «Dazu hätte ich als Begründung der Massnahme vom Stadtrat gerne ein paar Angaben gehabt.» Andere Quartiervereine verstehen die Massnahme der Stadt angesichts des Bevölkerungswachstums nicht und wollen dagegen protestieren.



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