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12.07.2017
Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West, Züriberg

Verwirrung um Velo-Schnellroute


Der Regierungsrat hat den Regionalen Richtplan für die Stadt Zürich festgesetzt. Velostrassen sind darin nicht mehr enthalten. Trotzdem geht der Versuchsbetrieb in der Stadt Zürich weiter.

Zürich wächst. Der Regionale Richtplan ist ein zentrales Instrument, um das Wachstum zu steuern und Qualitäten zu sichern. Er legt die künftige Entwicklung der Stadt bezüglich Siedlung, Landschaft und Verkehr behördenverbindlich fest. Die Kantonsregierung hat nun bei dem vom Stadtparlament verabschiedeten Richtplan aber teilweise einschneidende Änderungen vorgenommen. So streicht der Regierungsrat knapp die Hälfte der vom Zürcher Gemeinderat im Frühling 2016 beschlossenen Änderungen am Richtplan, so unter anderem die Velostrassen (siehe Kasten unten).

Eine Seilbahn
Auch die Festschreibung eines Mindestanteils an subventionierten Wohnungen bei Neubauten lehnt der Regierungsrat ab. Weiter wurde das Anliegen «ausreichende Versorgung mit Grün- und Freiräumen» gestrichen. Auch den folgenden Satz will der Regierungsrat nicht im Regionalen Richtplan: «Die Sicherung des Frei- und Grünraumbedarfs ist parallel zur angestrebten Dichte gewährleistet.» Die kantonale Regierung lehnt insbesondere die sogenannten Pocket Parks ab, die mit vertikalen Begrünungen und ökologischen Vernetzungskorridoren Kühlung und einen gut durchlüfteten Stadtkörper sichern sollen.
Andererseits hat der Kanton rechtlich den Weg geebnet für die geplante Bahn der ZKB von der Landi-wiese bis zum Zürichhorn. Die ZKB will eine solche Seilbahn im Jahr 2020 in Betrieb nehmen. Dann feiert die Bank ihr 150-Jahr-Jubiläum. Die ZKB Seilbahn ist befristet auf fünf Jahre und keine Voraussetzung für eine dauerhafte Seilbahn. Alle anderen Seilbahnen hingegen wurden aus dem Regionalen Richtplan gestrichen, weil der Bedarf nicht ausgewiesen sei. Dies betrifft auch die vorgeschlagenen Seilbahnen von Altstetten über den Hönggerberg nach Affoltern.

An Stadt vorbeigeplant
Bei Links-Grün stösst der Regierungsratsbeschluss auf Unverständnis. Der Regierungsrat plane im Richtplan an den Bedürfnissen der Stadt vorbei. Mit seinem Nein zu Velostrassen blockiere er die Entwicklung einer zukunftsorientierten velo-freundlichen Verkehrsinfrastruktur und missachte die Entwicklung der städtischen Mobilität, so die SP. Der Regierungsrat greife massiv in die städtische Planung ein.
Die Grünen kritisieren vor allem die Beschneidung der für eine dichtere Stadt wichtigen Bestimmung zum Grünraum. Die FDP findet, dass
der Kanton alles Visionäre im Bereich Verkehrsinfrastruktur gestrichen habe. (Pia Meier/ Foto: ls.)

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Verwirrung um Velo-Schnellroute

Der Regierungsrat hat alles unter dem Begriff Velostrasse aus dem Regionalen Richtplan gestrichen. «Eine allgemeine Priorisierung der Veloinfrastruktur bei der Strassenprojektierung ist nicht umsetzbar und nicht überall zweckmässig», begründet er die Streichung. Für den Regierungsrat gilt ausschliesslich der Masterplan Velo mit Komfort- und Hauptrouten. Komfortrouten haben allerdings andere Qualitätsanforderungen als Velo-Schnellrouten. Auf diesen können zwei Velofahrer nebeneinander fahren und der Rechtsvortritt gilt nicht. Wie geht es weiter? Gemeinderat Markus Knauss (Grüne) erläutert auf Anfrage: «Der Versuchsbetrieb in der Stadt Zürich wird sicher weitergehen bis November.» Zudem weist er darauf hin, dass die Gestaltung der betroffenen kommunalen Strassen Sache der Stadt Zürich ist und nicht des Kantons. (pm.)

 



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