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12.07.2017 Von: Arbeitsgruppe Grünraumentwicklung der Gemeinde Küsnacht

Küsnachter

Wenn Zierpflanzen ausser Rand und Band geraten


Das Einjährige Berufkraut sieht unscheinbar aus, verbreitet sich jedoch rasant. Foto: Kanton Zürich

Neophyten verdrängen zunehmend die heimischen Pflanzen. Teil 1 einer losen Serie, in der die invasiven Pflanzenarten vorgestellt werden, die sich auch in Küsnacht ausbreiten.

Sogenannt invasive gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) sind nicht einheimische Pflanzen, die aus fremden Gebieten eingeführt wurden, sich bei uns in der Natur massiv ausbreiten und dadurch Schäden verursachen. Mögliche negative Auswirkungen sind beispielsweise die Verdrängung einheimischer Arten, gesundheitliche Schäden von Menschen und Nutztieren oder Schäden an Bauwerken, Uferbefestigungen und Infrastrukturanlagen durch ungehindertes Wachstum. Zwei invasive Neophyten breiten sich aktuell in Küsnacht besonders schnell aus.

Verkauf und Anpflanzung verboten
Die Amerikanischen Goldruten (Kanadische und Spätblühende Goldrute, die aktuell auch in Küsnacht an einigen Orten blühen) gehören zu denjenigen elf Pflanzenarten, deren Verkauf, Anpflanzung, Handel oder Tausch der Bund strikt untersagt. Diese 60 bis 200 Zentimeter grossen, mehrjährigen Stauden mit zahlreichen gelben Blüten wurden im 17. Jahrhundert als Zierpflanzen in Europa eingeführt und verwilderten ab dem späten 19. Jahrhundert. Seither gehören sie zu den häufigsten invasiven Neophyten.
Mit bis zu 19 000 Samen pro Pflanze im Jahr, welche mit dem Wind weite Strecken von mehreren Kilometern zurücklegen, können sich die Pflanzen sehr schnell ausbreiten. Zusätzlich breitet sich dieser Neophyt mit unterirdischen Ausläufern, sogenannten Rhizomen, aus. Ohne Gegenmassnahmen können die Amerikanischen Goldruten dichte Monokulturen bilden und so die einheimische Pflanzenwelt verdrängen. Um eine weitere Ausbreitung der Goldruten zu verhindern, sollten diese regelmässig vor der Samenbildung (und danach bis in den Oktober) gemäht oder ausgerissen werden. Um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen, sollte dies über mehrere Jahre hinweg erfolgen. Wichtig ist eine Nachkontrolle nach erfolgter Bekämpfung, da die sich im Boden befindenden Samen der Amerikanischen Goldruten auch nach einigen Jahren noch keimfähig sind.
Auch das Einjährige Berufkraut gehört zu den problematischen Neophyten, die sich aktuell in Küsnacht rasch ausbreiten. Das Einjährige Berufkraut ist eine 30 bis 100 Zentimeter hohe, zweijährige Pflanze der Korbblütler wie das Gänseblümchen. Es stammt aus Nordamerika und wurde im 18. Jahrhundert als Gartenpflanze sehr geschätzt. Es verwilderte jedoch schnell und breitete sich in ganz Mitteleuropa aus.

Gemeinsame Bekämpfung
Das Berufkraut besiedelt vor allem offene Flächen wie Böschungen, Wegränder, kiesige Areale oder Buntbrachen und verbreitet sich mittlerweile generell in der Landschaft. Die vielen Flugsamen des Berufkrauts können mit dem Wind über weite Distanzen getragen werden.
Um das Einjährige Berufkraut nachhaltig zu bekämpfen, braucht es eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligter – Gartenbauunternehmen, Gemeinde, Gartenbesitzer und Landwirte. Die wirksamste Methode ist das Ausreissen möglichst mit den Wurzeln. Einmaliges Schneiden fördert das Wiederaustreiben und verschlimmert die Situation. Nur mehrmaliges Schneiden vor dem Versamen hilft, diese Pflanze zu bekämpfen.
Die Eindämmung der gefährlichsten Neophyten braucht Durchhaltewillen und die Kooperation aller Beteiligter. Der Kanton Zürich und die Gemeinden gehen mit gutem Beispiel voran und bekämpfen die Neophyten auf öffentlichem Grund und Boden mit grossem Einsatz. Für Private besteht zwar keine Bekämpfungspflicht für das Einjährige Berufkraut und die Amerikanischen Goldruten, sie können mit einem wachsamen Auge auf ihr Grundstück und mit einem aktiven Mitwirken die öffentliche Hand jedoch wirksam unterstützen.



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