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26.07.2017 Von: Roland Meier

Züriberg

Meinung der Fluntermer zählt nicht


Bald verschlossene Türen? Die Schweizerische Post will ihre Filiale Zürichberg schliessen. Foto: Andreas J. Minor

Der Quartierverein Fluntern gibt nicht auf. Er kämpft weiterhin für den Erhalt der Poststelle Zürichberg am Toblerplatz. Hier die Sichtweise der Betroffenen.

Im Januar 2017 wurde bekannt, dass die Post ihre Filiale beim Toblerplatz schliessen und durch eine in einem Geschäft integrierte Postagentur ersetzten möchte. Am 9. Februar fand ein Gespräch zwischen der Post, der Vertreterin der Stadt Zürich (Stadtentwicklung Zürich, Stv. Bereichsleiterin Gesellschaft und Raum) und Vertretern des Vorstands des Quartiervereins Fluntern statt. Der Vorstand des Quartiervereins beschloss danach, den öffentlichen Informationsabend der Post abzuwarten, um zu entscheiden, ob eine Petition lanciert werden soll.

Petition lanciert
Der Infoabend der Post fand am 19. Juni (Der «Züriberg» berichtete) statt. Aufgrund der mehrheitlich ablehnenden Haltung der anwesenden Bevölkerung wurde eine Petition lanciert.
Die Bevölkerung des Quartiers Fluntern sagt in weniger als vier Wochen Sammelzeit mit über 700 Unterschriften deutlich Nein zur Umwandlung der Poststelle in eine Postagentur. Zum Vergleich: Für eine Volksinitiative auf Bundesebene müssen in 1½ Jahren 100 000 Unterschriften gesammelt werden, was bei einer Bevölkerungszahl von rund 8 Millionen einem Prozentanteil von 1,25 Prozent entspricht. Bei rund 8000 Einwohner im Quartier Fluntern entspricht dies 8,75 Prozent – und dies in weniger als vier Wochen. Der Stadtrat hat nun in Kenntnis des Petitionstexts und ohne das Ende der offiziellen Sammelfrist vom 17. Juli abzuwarten an der Stadtratssitzung vom 12. Juli dem Antrag der Post zugestimmt – zum grossen Erstaunen des Quartiervereinsvorstandes und wohl auch der Bevölkerung. Der Quartierverein Fluntern hat mit Befremden von der Medienmittelung der Stadt Kenntnis genommen. Wieso der Stadtrat im Wissen, dass eine Petition unterwegs ist, dieses Geschäft noch vor der Sommerpause behandelt hat, ist sehr irritierend respektive an den Bürgern vorbei politisiert. Dies ist umso erstaunlicher, setzen sich doch die Mehrheitsparteien im Stadtrat auf nationaler Ebene für einen starken Service public ein. Da fragt man sich: Vertritt die Stadt eher die Anliegen der Post als jene ihrer Bewohner? Auf die vielen «Nicht-Digital Natives », bedingt durch die Altersstruktur im Quartier Fluntern, wird offensichtlich nicht Rücksicht genommen.

Rückgängigmachung gefordert
Die Petition ist letzte Woche an Stadtpräsidentin Corine Mauch übergeben worden, mit der Aufforderung, den Stadtratsentscheid rückgängig zu machen. Der Vorstand des Quartiervereins Fluntern wird an seiner nächsten Sitzung vom 8. August das weitere Vorgehen diskutieren. Es ist zu hoffen, dass die Gemeinderäte nach ihren Ferien sich dieser Sache annehmen, mit Blick auf das, was alles auf nationaler Ebene betreffend Post und Service public im Tun ist.



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