Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
27.07.2017 Von: Willy Neubauer

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Country-Fans feierten eine lange Wildwest-Nacht


Die «Enderlin Chicks», Luki und Martina, in Aktion. Foto: Willy Neubauer

Alle zwei Jahre versammeln sich die Cowboys und -girls in der Schmalzgrueb auf der Forch zur Country Night. Die «Enderlin-Chicks» aus Appenzell als Vorband und danach Tuff Enuff aus dem Züribiet heizten dem Publikum tüchtig ein.

Wenn gestandene Männer mit Stetsons auf dem Kopf und Cowboystiefeln an den Füssen mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht (weil die Stiefel drücken) wie einst John Wayne in die Schmalzgrueb auf der Forch pilgern, haben die Flösser von der Forch wieder ihre Country Night organisiert. Meist werden die Cowboys von ebensolchen Girls begleitet, die für einmal die karierte Bluse und den Westernhut montiert haben.
Wie immer füllte sich die Halle zusehends, zum Schluss bevölkern sie gegen 1000 Country-Fans, obwohl der Vorverkauf nicht so gut gelaufen sei. Aber auch diese Menge Gäste wird problemlos versorgt – die rund 70 fleissigen Helfer in Service und Küche arbeiten routiniert und schnell. Die meisten sind schon seit Jahren im Team. Von der Wurst über das ausgezeichnete Chili bis zum Steak vom Grill reicht das kulinarische Angebot, das reissenden Absatz findet. Und zum Abschluss findet die traditionelle Cremeschnitte ihre Liebhaber.

Schicke Chicks
Die Enderlin-Chicks, zwei Schwestern aus dem appenzellischen Bühler, haben schon als Kinder auf dem Bauernhof Musik gemacht. Zuerst als Jodlerinnen, dann erwachte ihre Liebe zum Country, die sich nach einem USA-Besuch noch vertiefte. Dass Martina und Luki den Jodel noch beherrschen, bewiesen sie auf der Bühne in der Schmalzgrueb. Ansonsten reichte das musikalische Spektrum der sympathischen Enderlin-Schwestern von Bluegrass über Rock und Pop zu Country-Standards, auch der Bond-Song «The World is not enough» oder «Me and Bobby McGee» der unvergesslichen Janis Joplin gehören zum Repertoire. Und auch Mundart-Country bringen sie, «Wilde Weschtä» mit Cowboy-Sound im Appenzellerdialekt klingt etwas ungewohnt, aber fetzig gut. Musikalisch inszeniert werden die Enderlins von einer «sattelfesten» Begleitband. Wobei Luki mit der Gitarre und Martina mit der Bluesharp durchaus auch selbst den Ton angeben.

Tuff Enuff mit zwei Neuen
Jetzt wird es Zeit für Tuff Enuff, die Bühne zu erobern. Die sechs Cowboys, die grösstenteils aus der Region kommen, machen sich bereit. Ja, sechs sind sie jetzt. Neben Peter Burkhardt, Dario Dall’Angelo, Thomas Gisler und dem Küsnachter Urgestein Peps Dändliker spielen neu Sigi Meissner Gitarre und Jacky Mäder am Keyboard mit. Dändliker – der meistgeküsste Mann im Saal kennt anscheinend den grössten Teil der Damenwelt im Publikum – meint zu den zwei Neuen, «Sigi und Jacky sind Berufsmusiker und haben uns auch gesanglich weitergebracht mit ihren Tipps und Ratschlägen.»

Einen noch für «Chrigel» Wyder
Zum Start stehen aber nicht nur Tuff Enuff auf der Bühne, sondern auch die Flösser Forch und Pfarrer Andrea Bianca. Mit bewegenden Worten wird des kürzlich verstorbenen Gründers und Motors der Flösser und der Country Night, Christian «Chrigel» Wyder, gedacht. Dazu gehört auch der Song «Eine nähme mer no» von Gölä und Polo Hofer, den alle zusammen anstimmen. Dann rocken Tuff Enuff die Bühne und das Publikum geht begeistert mit. Die Line-Dancer- Formationen zaubern ihre Figuren aufs Parkett, die Ungeübten Knoten in die Beine bescheren würden. Tuff Enuff spielt sich durch den Wilden Westen mit Songs von bekannten Interpreten. Auch eine Eigenkomposition ist dabei, bei der Dändliker zu einem begeistert applaudierten Waschbrett-Solo kommt. Unvergesslich auch sein Auftritt mit einer alten, schwarzen Schreibmaschine – einer Remington oder so –, die er als Rhythmusinstrument missbraucht wie einst der unvergleichliche Jerry Lewis im Film «Der Ladenhüter» aus dem Jahr 1963.

Noch nicht «enough»
Tuff Enuff begeistern ihre zahlreichen Fans. «Nächstes Jahr feiern wir unser 10-Jahr-Band-Jubiläum, das wird ein grosses Fest werden», meint Dändliker. Und schwärmt vom Coun try-Festival in Interlaken, zu dem sie als Vorgruppe eingeladen wurden. Und nachher zur Headline in der Zeitung wurden. «Das ist runtergegangen wie Zuckerwasser», schmunzelt Dändliker.
Schön, dass die Country Night stattfinden konnte, trotz des tragischen Todes von Chrigel Wyder. Bleibt zu hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt.



Anzeigen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 16. November 2017
Zürich 2 vom 16. November 2017
Zürich Nord vom 16. November 2017
Zürich West vom 16. November 2017
Küsnachter vom 16. November 2017
Küsnachter Amtlich vom 16. November 2017

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger