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09.08.2017 Von: Hans-Peter Neukom

Züriberg

Artenschutz am Pfannenstiel erzielt Erfolg


Die weissen Flecken sind kein Pilzbefall, sondern Eier, die das Weibchen des Kleinen Moorbläulings an den Knospen des Lungen-Enzians ablegt. Die Raupen fressen sich ins Innere der Blüten. Foto: Vincent Sohni

Eine bedeutende, aber gefährdete Population des vom Aussterben bedrohten Kleinen Moorbläulings lebt am Pfannenstiel. Dank dem Naturnetz Pfannenstil ist der seltene Schmetterling nun wieder häufiger zu beobachten.

Der Kleiner Moorbläuling (Phengaris alcon) wird auf der Roten Liste bedrohter Arten der Schweiz als «stark gefährdet» eingestuft. So erstaunt es nicht, dass der auch als Lungenenzian- Ameisenbläuling bekannte Flachmoorspezialist auf dem ganzen Stadtgebiet Zürich nur aus dem Wehrenbachtobel bekannt ist. «Auf mehreren Riedwiesen am Pfannenstiel lebt aber eine landesweit bedeutende Population », sagt ETH Biologe Christian Wiskemann vom Naturnetz Pfannenstil. Laut einem Artenschutzprojekt des Kantons Zürich, kommen auf Teilflächen der Gemeinden Küsnacht, Herrliberg und Meilen rund 200 Falter des Kleinen Moorbläulings vor. Dieser vom Aussterben bedrohte Schmetterling habe im Kanton Zürich einen Verbreitungsschwerpunkt. «Deshalb hat der Kanton eine grosse Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Art», betont Christian Wiskemann.

Anspruchsvoll und gerissen 
Wieso der Tagfalter inzwischen selten geworden ist, hat seinen Grund in den speziellen Ansprüchen an seine Lebensräume und Lebensweise. Für seine Arterhaltung benötigt er nämlich ausschliesslich Blüten des Schwalbenwurz-, Lungen- oder Deutschen Enzians und die Ried-Knotenameise. Das Weibchen des Kleinen Moorbläulings legt seine Eier einzeln auf die Blütenknospen, die deutlich sichtbar sind und auf den ersten Blick den Anschein eines Pilzbefalls erwecken. 
Nach gut zwei Wochen schlüpfen die Raupen und fressen sich in den Fruchtstand der Wirtspflanze. Nach weiteren drei bis vier Wochen lassen sie sich auf den Boden fallen, wo sie sich mithilfe des Sexuallockstoffs der Ried-Knotenameise von den Arbeiterinnen der Ameise «adoptieren» lassen. Im Nest werden die Raupen von den Ameisen über den Winter sogar bevorzugt gefüttert und verpuppen sich im Frühling in der Nähe der Erdoberfläche, in den sogenannten «Solarien » des Ameisennests. Im Sommer schlüpft dann der Schmetterling.

Erfolgsmeldungen 
Seit einigen Jahren hat sich das Naturnetz Pfannenstil zusammen mit dem Verein Schmetterlingsförderung im Kanton Zürich für den seltenen und bedrohten Tagfalter am Pfannenstiel eingesetzt. So wurde in verschiedenen Riedwiesen der für die Hauptnahrungsquelle und die Eiablage wichtige und im Mittelland seltene Lungen-Enzian angesiedelt.
«Unsere Erfolgskontrollen auf den bepflanzten Flächen offenbaren, dass die Blüten des Enzians vom Kleinen Moorbläuling nun vermehrt zur Eiablage genutzt werden», sagt Christian Wiskemann. Auch die ökologische Renaturierung mit dem Flachmoor in der Guldenen zeige, dass eine unseren Zielvorgaben «Vorkommen Lungen- Enzian» erreicht wurde. Der seltene Tagfalter hat hier offensichtlich einen neuen, für ihn geeigneten Lebensraum dank des Lungen-Enzians gefunden.



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