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10.08.2017 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Erwarten Sie bitte keine typische 1.-August-Rede»


Monisha Kaltenborn: «Küsnacht ist zu einer Heimat geworden.» Foto: Annina Just

Für Formel-1-Fans war es wohl ein Highlight: An der Küsnachter 1.-August-Feier sprach die ehemalige Sauber- Chefin Monisha Kaltenborn.

Angefragt wurde sie als Chefin des Sauber-Rennstalls, gekommen ist sie nun als ehemalige Inhaberin dieses Amtes. «Es hat mich sehr gefreut, dass die Gemeinde an der Einladung festgehalten hat, und dann noch mit den Worten «Jetzt erst recht», wandte sich Monisha Kaltenborn an die Gäste der Küsnachter 1.-August-Feier. Diese Haltung sei ihr sehr sympathisch und auch ihrem eigenen Handeln nicht ganz unbekannt, meinte die Österreicherin mit indischen Wurzeln.
Kaltenborn trat zum ersten Mal öffentlich auf, seit ihr Arbeitsverhältnis bei Sauber-Ferrari im Juni beendet wurde. Wer sich aber erhofft hatte, mehr über die Hintergründe der Trennung zu erfahren, wurde enttäuscht – wie die Tageszeitung «Blick», die einen Reporter nach Küsnacht geschickt hatte. «Ich habe den öffentlichen Spekulationen nichts hinzuzufügen», hielt die 46-Jährige fest. Nur so viel: Sie sei nicht betrübt.
In Küsnacht war sie in erste Linie «als Einwohnerin der Gemeinde und nicht als Sauber-Chefin eingeladen», hatte Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) in seiner Begrüssung betont. Trotzdem dominierten das Thema Rennsport und Kaltenborns eigener Werdegang die Ansprache beim Forchdenkmal. Hin und wieder versuchte die Festrednerin, einen Bezug zur Schweiz herzustellen. So habe der neue Formel-1-Besitzer Liberty Media gut 700 Jahre nach den Eidgenossen auch festgestellt, dass ein diktatorischer Führungsstil abgeschafft gehöre.
Es waren jedoch nur wenige Momente, die daran erinnerten, dass Kaltenborn anlässlich des Bundesfeiertages sprach. «Erwarten Sie bitte keine typische 1.-August-Rede, denn ich bin auch keine typische Schweizerin», hatte sie die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer vorgewarnt.

Arbeitsplätze erhalten als Ziel
1998 war Kaltenborn zu Sauber gekommen, 2001 wurde sie CEO des Unternehmens, 2005 übernahm sie die Gesamtleitung. In ihrer Ausführung hob die gelernte Juristin die technologische Entwicklung bei Sauber hervor, die Know-how geschaffen habe, das schweizweit einzigartig sei. Vor allem die Einführung neuer Motoren habe dann zur Krise der Formel 1 geführt. «In dieser Zeit habe ich Küsnacht nur nachts gesehen», so die Managerin. Während der turbulenten Umstrukturierungen sei es für sie immer das erste Anliegen gewesen, die rund 350 Arbeitsplätze der Sauber-Gruppe, die etwa 100 Arbeitsplätze der Zuliefererbetriebe und den Technologiestandort Hinwil zu erhalten. «Ich hoffe sehr, dass dies gelungen ist.» Ihr eigener Abschied sei dagegen unbedeutend.
Zum Schluss kam Kaltenborn noch auf ihre Beziehung zu Küsnacht zu sprechen: In den 17 Jahren, in denen sie in der Gemeinde lebe, sei ihr Küsnacht zu einer wirklichen Heimat und einem sicheren Hafen geworden, so die zweifache Mutter. Sie danke allen Küsnachtern und Küsnachterinnen für ihre Offenheit und Freundlichkeit.
Im Anschluss wurde es dann wieder traditioneller: Begleitet von der Harmonie Eintracht Küsnacht, die den Abend mit neu eingeübten Stücken musikalisch untermalte, sangen die Festbesucher die Landeshymne. Es folgten ein eindrückliches Feuerwerk und das Abbrennen des Höhenfeuers.



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