Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
23.08.2017 Von: Silvan Rosser

Züriberg

Vielerorts war es diesen Sommer zu trocken


Die Karte zeigt die monatliche Niederschlagssumme gegenüber dem langjährigen Durchschnitt in Prozent. In Zürich, Basel und im Aargau sorgten Gewitter für überdurchschnittliche Regenmengen. Sonst war es vielerorts zu trocken. Grafik: MeteoSwiss/zvg.

Der Klimawandel treibt nicht nur Temperaturen in die Höhe. Er verändert auch Niederschlagsmuster. Haben sich die Niederschläge in der Schweiz bereits gewandelt?

Nachdem der Juni nördlich der Alpen vielerorts zu trocken ausfiel – in Basel fielen nur gerade 32 mm Regen, war der Juli auf der Alpennordseite fast überall zu nass. Auch am Messstandort Zürich brachte der Juni 2017 nur zwei Drittel der üblichen Regenmengen, währenddessen im Juli rund 40 Prozent mehr Niederschlag als in durchschnittlichen Julimonaten fiel.
Auffällig waren die massiven regionalen Unterschiede. Auf nur kurzen Distanzen innerhalb der Schweiz konnten abwechselnd dürre und überschwemmte Böden beobachtet werden. Verantwortlich dafür waren jeweils ungewöhnlich intensive Schauer und Gewitter. Im Juni traf es die Alpensüdseite. So summierten sich die Regenmengen im Juni auf das Dreifache des sonst Üblichen. Im Juli traf es dann die Alpennordseite. Am Abend des 8. Juli tobte ein ungewöhnlich heftiges Gewitter im Grenzgebiet Solothurn, Aargau und Luzern, wie Meteo Schweiz mitteilte. Innerhalb von drei Stunden fielen 70 bis 80 mm Regen. Das sind rund zwei Drittel einer durchschnittlichen Julimenge. Solche Regenmengen in so kurzer Zeit sind eigentlich nur alle 100 Jahre zu erwarten. Unter dem Strich blieb der Juli auf der Alpensüdseite dann viel zu trocken und war auf der Nordseite viel zu nass.

Hohe Variabilität
Das Auftreten oder eben auch das Ausbleiben einzelner, heftiger Gewitterregen lenkt in den Sommermonaten immer wieder ganze Monatssummen auf die trockene oder nasse Seite der Klimanorm. Der lokale und zufällige Charakter der Gewitter spiegelt sich folglich eins zu eins in den Sommerniederschlägen einzelner Standorte wider. Die regionale und die jährliche Variabilität sind entsprechend hoch.
Während die Temperaturen in der Schweiz im Zuge des globalen Klimawandels in den letzten 150 Jahren eindeutig angestiegen sind, zeigen sich in der Entwicklung des Niederschlags seit Messbeginn 1864 kaum eindeutige Signale. Nur im Bezug auf die Winterniederschläge auf der Alpennordseite können statistische Trends bewiesen werden. So ist über die vergangenen 150 Jahre eine Niederschlagszunahme in den Wintermonaten zu beobachten. Im Alpenraum sowie im Westen der Schweiz haben die Winterniederschläge in den letzten Jahren aber wieder deutlich abgenommen. Im Sommer sind nirgends eindeutige Trends hin zu trockeneren oder feuchteren Verhältnissen festzustellen.

Juli nässer – August trockener
Vor allem in Zürich im Juni zeigen sich kaum langfristige Trends. Durchschnittliche, trockene und nasse Junis wechseln sich mehr oder weniger gleichmässig ab. Langfristige Trends sind in Zürich auch in den Monaten Juli und August nicht feststellbar. Jedoch zeigen sich in diesen Monaten spannende aktuelle Entwicklungen. So haben die Juliniederschläge in Zürich in den letzten 20 Jahren um rund 20% zugenommen, in den letzten 50 Jahren sogar um 25%. Gleichzeitig sind die Niederschläge aber im August praktisch im Gleichschritt zurückgegangen. Die aktuellen Niederschlagstrends gleichen sich aus, sodass in Zürich über den ganzen Sommer betrachtet keine Veränderungen im Niederschlag feststellbar sind.
Dass zurzeit keine eindeutigen Trends bei den Sommerniederschlägen in der Schweiz feststellbar sind, wird von aktuellen Klimasimulationen auch gestützt. Die Klimamodelle, welche den aktuellen und de zukünftigen Temperaturanstieg in der Schweiz prognostizieren, rechnen bis ins Jahr 2040 mit keinen nennenswerten Veränderungen beim Sommerniederschlag. Allenfalls könnte sich die jährliche Varianz weiter erhöhen. Sprich: Auf einen und zwei sehr trockene Sommer folgen ausgesprochen nasse Sommermonate. Zudem zeigen die Klimasimulationen, dass ausgesprochen heftige Gewitterregen – wie auch in diesem Sommer beobachtet – möglicherweise noch intensiver auftreten könnten.
In Richtung 2050 und dann vor allem für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts rechnen die Klimamodelle in der Schweiz aber mit einer generellen Abnahme der Sommerniederschläge. Dies würde bedeuten, dass auch Gewitterregen weniger häufig auftreten.

Was bringt die Zukunft?
In der Region Zürich könnten die Sommerniederschläge bis Endes des 21. Jahrhunderts um mehr als 25% abnehmen. Das würde bedeuten, dass ausgesprochen trockene Sommer öfter vorkämen. Deutlicher als in der Schweiz fällt die sommerliche Austrocknung gegen Ende des Jahrhunderts im Mittelmeerraum aus, wo sich die bereits geringen Niederschlagsmengen weiter verringern. Im skandinavischen Raum wird hingegen mit einer Zunahme der Sommerniederschläge gerechnet.



Anzeigen

Dossier Wahlen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 14. Dezemeber 2017
Zürich 2 vom 14. Dezember 2017
Zürich Nord vom 14. Dezember 2017
Zürich West vom 14. Dezember 2017
Küsnachter vom 14. Dezember 2017
Küsnachter Amtlich vom 14. Dezember 2017

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger