Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
30.08.2017 Von: Natascha Branscheidt

Züriberg, Zürich 2, Zürich Nord, Zürich West

Vom Chorherrenstift zur Kantonsbibliothek


Das Wissen steht im Zentrum: Die Zentralbibliothek Zürich (ZB) feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum mit der ganzen Bevölkerung.

Die Anfänge der Zürcher Bibliotheksgeschichte – und damit auch die der Zentralbibliothek – reichen mit der erstmals im Jahr 1259 durch Statuten belegten Bibliothek des Zürcher Chorherrenstifts St. Felix und Regula bis in das frühe Mittelalter zurück: Ab 1532 setzte sich der Elsässer Humanist Konrad Pellikan (1478–1556) für die Stiftsbibliothek ein und baute sie mit den in Zürich und Umgebung vorhandenen Büchern aus Kirchenbesitz und der vom Stift für 200 Pfund angekauften Privatbibliothek Huldrych Zwinglis (1484–1531) konsequent auf. 1831 wurde das Chorherrenstift aufgelöst. Die nunmehr rund 3500 Bände mit 14 000 Titeln umfassende Bibliothek bildete den Grundstock der 1835 neu gegründeten Kantonsbibliothek. Hinzu kamen gemäss Beschluss des Regierungsrats die Bestände der 1833 errichteten Universität (ca. 340 Bände), der 1827 eingerichteten Gymnasiumsbibliothek (ca. 1700 Bände), der Industrieschule (einige wenige Titel) und der Tierarzneischule (etwa 110 Bände).
1863 übernahm die Kantonsbibliothek auch die mit 12›000 Bänden sehr umfangreiche Bibliothek des 778 gegründeten Benediktinerklosters Rheinau, das ein Jahr zuvor aufgelöst worden war. Anlass für die Gründung einer «Bibliothek der Cantonal- Lehranstalten» waren die langen und letztlich unlösbaren Zwistigkeiten zwischen den Angehörigen der noch jungen Universität und der 1629 gegründeten Stadtbibliothek. Letztere beharrte gegenüber den von auswärts stammenden Professoren auf ihren traditionellen Zulassungsbestimmungen, die den Zutritt zur Bibliothek praktisch ausschliesslich Angehörigen der Zürcher Stadtbürgerschaft gestatteten. Für die Universität war dies ein inakzeptabler Zustand; die Gründung der Kantonsbibliothek war die Folge.

Schatzhaus und Gelehrtentempel
Am 6. Februar 1629 beschlossen vier junge Zürcher Kaufleute die Gründung einer Stadtbibliotheks-Gesellschaft, die sich zum Ziel setzte, eine allgemein zugängliche, wissenschaftliche Bibliothek für die Stadt Zürich einzurichten. 1634 öffnete die zunächst noch in Privaträumen untergebrachte «Bibliotheca nova Tigurinorum publico-privata» ihre Pforten in der spätgotischen Wasserkirche. Die Bestände der Bibliothek wuchsen nicht zuletzt aufgrund der regen Spendentätigkeit der Zürcher Bürger rasch an. Innerhalb nur weniger Jahre entwickelte sich die Bibliothek mit ihren Büchern und Münzen, ihrer Kunst- und Naturaliensammlung zum Schatzhaus und Gelehrtentempel Zürichs.

Zentrale Bibliothek für alle
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ruf nach einer zentralen Bibliothek immer lauter. Schliesslich trieb Hermann Escher (1857–1938), seit 1887 Leiter der Stadtbibliothek und seit 1896 durch seinen Sitz in der Aufsichtskommission auch mit der Kantonsbibliothek verbunden, den Plan nach einer zentralen Bibliothek energisch voran. Mit der Hilfe privater Mittel nahm die ZB 1916 den Betrieb auf und öffnete 1917 als öffentliche Stiftung – mit Stadt und Kanton zu gleichen Teilen als Trägern – ihre Tore.
Doch das Thema des Platzmangels zieht sich bis heute weiter: Etwa achtzig Jahre später, nach Jahren akuter Platzprobleme und der Auslagerung in Aussenmagazine, bezog die ZB die Räumlichkeiten des 1990 bis 1994 an der Stelle der alten Magazinbauten am Zähringerplatz errichteten Erweiterungsbaus. Im 1995 umgebauten Altbau befinden sich seither die Spezialsammlungen mit Ausnahme der Musikabteilung, die im Predigerchor untergebracht ist. Da bereits vor Jahren abzusehen war, dass die Magazine erneut voll sein werden, begann im Jahr 2007 die Suche nach Alternativen: So konnte 2016 mit der Auslagerung von Zeitschriften in die Speicherbibliothek von Büron LU und der Zumietung eines grossen Aussenlagers in Oetwil am See wieder Platz geschaffen werden



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