Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
31.08.2017 Von: Annina Just

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Lokalpolitiker wollen Südstarts weiter bekämpfen


Die Reaktionen zur Verabschiedung des SIL 2 fallen deutlich aus: Gemeindevertreter sind empört und wollen sich weiterhin wehren.

Mit der Verabschiedung des Sachplans Infrastruktur Luftfahrt (SIL 2) stösst der Bundesrat die Gemeinden im Süden des Flughafens vor den Kopf. «Mit grosser Empörung» nehmen die Stiftung gegen Fluglärm (Zürich) und der Verein Flugschneise Süd (Fällanden) zur Kenntnis, dass der Bundesrat die sogenannten Südstarts erlaubt. In einer Medienmitteilung halten die beiden Organisationen fest, dass dies eine erhebliche Mehrbelastung für die Bevölkerung in den nördlichen Quartieren der Stadt Zürich wie auch in den Gemeinden im Süden bedeute und die während Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft an beiden Ufern des Zürichsees zerstöre. Auch die Gemeindepräsidenten von Küsnacht und Zumikon zeigen sich enttäuscht und empört darüber, dass ihren Anliegen kein Platz eingeräumt wurde: «Wenn es keine Bereitschaft gibt, im Rahmen einer Vernehmlassung nachträglich Anpassungen vorzunehmen, wird diese zur Farce. Den Bundesrat scheinen die berechtigten Anliegen von über 5000 Vernehmlassungsantworten nicht weiter zu interessieren», sagt dazu der Küsnachter Gemeindepräsident Markus Ernst. Auch Jörg Eberhard, Gemeindepräsident von Zumikon, ist sehr enttäuscht, «dass der Bundesrat sich mit der Ermöglichung von Südstarts geradeaus bei Bise und Nebel gegen die Einwendungen des grössten Schweizer Kantons und der grössten Schweizer Stadt sowie der Gemeinden im Süden des Flughafens stellt».
Auch aus Zollikon kommen kritische Worte: «Aus unserer Sicht fehlt nach wie vor eine lärm- und raumplanungsoptimierte Evaluation des Flughafen- Betriebskonzepts unter Berücksichtigung aller heute möglichen Anund Abflugvarianten. Der Entscheid betreffend Südabflüge geradeaus ist deshalb ohne genügend sachliche Abwägung erfolgt», sagt der zuständige Gemeinderat Sascha Ullmann (GLP). Das sei bedauerlich. Alle drei betroffenen Gemeinden kündigen an, im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten alles zu unternehmen, um Südstarts dennoch zu verhindern.

«Jetzt erst recht»
Als nächsten Schritt müssen die geplanten Südstarts vom Flughafen in einem Betriebsreglement festgeschrieben werden. «Wenn dieses vorliegt, werden wir es sehr genau prüfen und nach Möglichkeit Einsprache erheben », so Eberhard dazu.
Markus Ernst hält fest, dass sich Küsnacht «jetzt erst recht» dagegen wehren werde. «Einerseits im Rahmen der Erarbeitung des Betriebsreglements, und andererseits werden wir auch grundsätzliche Fragen aufs Tapet bringen», so der Küsnachter. Er betont, dass die Gemeinden «so ziemlich alle Möglichkeiten» ausschöpfen würden, die sich ihnen bieten. «Dabei vermisse ich jedoch den Support der regionalen Nationalräte. Die halten sich in dieser Frage alle vornehm zurück», so der Küsnachter Gemeindepräsident. Man müsse sich nun zusammen mit der interessierten Bevölkerung auch neue Ideen einfallen lassen, um den Widerstand nicht erlahmen zu lassen.



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