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06.09.2017 Von: Pia Meier

Zürich Nord

Bevölkerung soll mitwirken können


Ein Ärgernis: Die «provisorische» Rosengartenstrasse. Foto: pm.

Der Quartierverein Wipkingen führte ein interdisziplinäres Panelgespräch Rosengartentunnel und -tram durch. Er fordert Mitwirkung und Partizipation der Bevölkerung.

«Eine alte Bausünde in der zweitlebenswertesten Stadt der Welt soll endlich behoben werden.» Mit diesen Worten lud der Quartierverein Wipkingen zum Panelgespräch Rosengartentunnel und -tram ein. Zwar könne der Milliardenkredit eine fortschrittliche Stadt- und Regionalentwicklung ermöglichen. Es müssten aber noch offene Fragen bezüglich der Mitwirkung der Bevölkerung, potenzieller Verdrängung der ansässigen Bewohnerschaft, Dichte und Wachstum, Erdgeschossnutzung und öffentlichem Raum sowie andere Fragen erörtert werden.

Anwohner profitieren nicht
Auf einige dieser Fragen ging Soziologe Christian Schmid bei seinem Kurzinput beim Bucheggplatz ein. Er wies darauf hin, dass zum Beispiel mit der Westumfahrung zwar eine Beruhigung von Strassen bewirkt werden konnte, dass aber nicht die damaligen Anwohner profitieren konnten, denn sie mussten wegziehen, weil ihre Wohnungen zu teuer wurden. «Die Stadt hat es auch am Rosengarten versäumt, Häuser aufzukaufen, um diese später für günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen», betonte Schmid. Deshalb müssten die heutigen Anwohner der Rosengartenstrasse wohl auch wegziehen. Auch den Lärm müsse man differenziert anschauen. Auf dem Weg zum Wipkingerplatz, wo das Panelgespräch mit Fachleuten aus den Bereichen Soziologie, Städtebau, Szenografie und Transformation stattfand, zeigte er, was sich ein paar Meter hinter der Rosengartenstrasse befindet: eine ruhige Oase mit Reiheneinfamilienhäusern und Gärten. Er fand, dass es vielleicht andere Lösungen gebe, um zum Beispiel fürs Schulhaus Nordstrasse den Lärm zu dämmen. Bei der Bananenbrücke endete der Weg bereits, denn die Häuser zwischen dieser Brücke und Wipkingerplatz werden abgerissen. «Ich bin dafür, dass man noch einmal über die Bücher geht», meinte Schmid. Simone Brander, SP-Gemeinderätin und Co-Präsidentin IG Westtangente Plus, begleitete Schmid: «Die Ausführungen von Schmid und die Diskussion mit ihm fand ich anregend, um zu erfahren, welche Sichtweise er auf den Rosengarten hat beziehungsweise welche Möglichkeiten er neben dem Bau eines Tunnels sieht.» Die IG Westtangente Plus analysiere zurzeit die Pläne im Detail, informiere sich über die Auswirkungen in der Bauphase und bereite sich auf einen allfälligen Abstimmungskampf vor.

Diskussion öffnen
«Der Quartierverein Wipkingen fühlt sich nach dieser Veranstaltung bestärkt in seinem Bestreben, Mitwirkung und Partizipation einzufordern», hält Benjamin Leimgruber vom Vorstand fest. Es sei von den Teilnehmern als wichtig erachtet worden, die Diskussion zu öffnen. «Es handelt sich nicht um ein Verkehrsprojekt, sondern um städtebauliche und raumplanerische Fragen, die über ein infrastrukturelles Denken hinausgehen müssen. Es geht um gesellschaftliche Dimensionen.» Der Quartierverein wolle das Projekt zurzeit nicht kommentieren. Man bedaure aber, dass im Vorfeld keine Partizipation stattgefunden habe und die Mitwirkung auf ein Vernehmlassungsverfahren reduziert war. Der Quartierverein will weitere Anlässe durchführen, voraussichtlich im Mai.



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