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06.09.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Das Bahnhofreisebüro Wipkingen steht vor der Liquidation


Das Bahnhofreisebüro Wipkingen war im Quartier beliebt. Foto: kst.

Es gibt kein Einlenken mit den SBB – das Bahnhofreisebüro Wipkingen steht vor der Liquidation. Zum Abschied gibt es ein Quartierfest am 23. September.

Letzte Woche hat der Verwaltungsrat der Bahnhofreisebüro Wipkingen AG bekannt gegeben, dass er nach einer umfassenden Analyse der Perspektiven des Unternehmens entschieden habe, an einer ausserordentlichen Generalversammlung am 20. September die Liquidation per Ende 2017 zu beantragen. Das Unglück bahnte sich vor einem Jahr an, als die SBB bekannt gaben, den Vertrieb der Tickets durch Dritte Ende 2017 aufzugeben. Trotz grossem Widerstand aus der Bevölkerung mit zwei Petitionen und politischen Vorstössen in verschiedenen Parlamenten lenkten die SBB und das zuständige Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) nicht ein.

Kein Überleben ohne Verkauf
«Offerierte Alternativkonzepte wie Mobilitätsberatung ohne Verkaufstätigkeit genügen nicht, um wirtschaftlich zu bestehen», hält Benedikt Gschwind, Präsident des Verwaltungsrates Bahnhofreisebüro Wipkingen, fest. «Der Verwaltungsrat anerkennt den Wandel im Vertrieb von Reiseprodukten und durch die zunehmende Digitalisierung. Trotzdem entsprechen in der gegenwärtigen Übergangsphase die persönliche Beratung und der Verkauf von Billetten und Abonnementen immer noch einem grossen Bedürfnis. Die stabilen Kunden- und Umsatzzahlen des Bahnhofreisebüros Wipkingen bestätigen dies.» «Es ist schade, dass ein tolles Geschäftsmodell, das vom Quartier und von den Kunden grosse Unterstützung erfährt und auch Arbeitsplätze schafft, nun beerdigt wird, weil unser Partner, die SBB, aus strategischen Überlegungen nicht mehr mit uns zusammenarbeiten will», sagt Regula Fischer, Geschäftsführerin des Bahnhofreisebüros. Und auch der Quartierverein bedauert den Verlust: «Wir sind traurig, wir haben so lange gekämpft», sagt Beni Weder, Präsident des Quartiervereins Wipkingen. «Für uns ist das der falsche Weg. Man muss Tickets dort verkaufen, wo die Leute sind. Viele wollen eine Beratung.»

Eine minimale Chance für das Weiterbestehen des Bahnhofreisebüros gibt es noch. Die Motion der Verkehrskommission (Moratorium für Drittverkaufsstellen bis 2020) wurde nur vom Nationalrat unterstützt. Jetzt geht alles in den Ständerat. Dieser wird am 13. September darüber entscheiden. «Wir sind jedoch sehr pessimistisch», sagt Benedikt Gschwind. «Sollte der Ständerat wider Erwarten zustimmen, werden wir alles nochmals überdenken.»

Das Bahnhofreisebüro bleibt bis Mitte Dezember 2017 geöffnet. Bereits am 22. September endet der Vertrieb von Produkten der Deutschen Bahn.

Quartierfest zum Abschied
Mit einem Quartierfest zum 20-jährigen Bestehen und dem baldigen Abschied bedanken sich die Verantwortlichen des Bahnhofreisebüros für die grosse öffentliche Unterstützung. Das Fest findet am Samstag, 23. September, ab 17 Uhr vor dem Bahnhofsgebäude und auf dem Röschibachplatz in Wipkingen statt. Es gibt Bar und Essen, Livemusik und Poetry Slam.



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