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06.09.2017 Von: Jeannette Gerber

Zürich 2

Lavaterhaus feierlich eröffnet


Aus dem Kurzfilm: Schauspieler Fabian Krüger als Johann Caspar Lavater am Originalschreibtisch. Foto: jg.

Johann Caspar Lavater ist von Zürich ebenso wenig wegzudenken wie das
Zifferblatt vom St. Peter. Zur Wiedereröffnung am 2. September lud die Kirchgemeinde St. Peter mit einem Fest Gross und Klein zum Tag der offenen Tür
ins Lavaterhaus ein.

Es ist ein Anliegen der Kirchgemeinde St. Peter, dass das Haus ein offenes sein soll. Das Lavaterhaus ist nun montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet – jeweils am Dienstag und Donnerstag mit Führungen und sogar einem bedienten Haus-Café und der «Hol und Bring»-Bibliothek. Das heisst, man kann die Bücher mitnehmen, soll aber auch immer eins mitbringen, natürlich nur Bücher mit Niveau.

Lavater zum Leben erweckt
Auf der Einladung war zu lesen, dass der Hausherr, zum ersten Mal seit 216 Jahren, seine Gäste persönlich begrüssen werde. Möglich gemacht haben das der Filmemacher Rolf Lyssy («Die Schweizermacher», «Die letzte Pointe») und der Autor Dominik Bernet, die Lavater in zwei Kurzfilmen interaktiv quasi zum Leben erwecken. Es ist verblüffend, man fühlt sich tatsächlich von Lavater «himself», dargestellt vom Burgschauspieler Fabian Krüger, angesprochen, er scheint einem direkt in die Augen zu schauen. Das Drehbuch dazu schrieb Dominik Bernet, der sich in seinem Krimi «Das Gesicht» bereits ausgiebig mit Lavater auseinandersetzte. Er profilierte sich ebenso während vier Jahren als Head-Autor für den TV-Krimi «Der Bestatter». Im Gespräch mit «Zürich 2» verriet Dominik Bernet, dass im November seine Komödie «Die letzte Pointe» mit Monika Gubser («Die Herbstzeitlosen») ins Kino kommen werde. Vor sechs Jahren, bei seiner Recherche zum Lavater-Roman «Das Gesicht», lernte er Ursula Caflisch-Schnetzler kennen, die ihn dann beim Schreiben begleitete. Ursula Caflisch, die Germanistik, Kunstgeschichte und Literaturkritik studierte, ist Leiterin des Editionsprojektes Johann Caspar Lavater an der Universität Zürich und Kuratorin der gleichnamigen Sammlung.

Über diesem Projekt steht die Forschungsstiftung an der Uni Zürich. Es befasst sich historisch-kritisch mit Lavaters Briefwechsel. In Zusammenarbeit mit der Zentralbibliothek werden die Briefe digital bearbeitet und die Netzwerke durch Briefe nachgewiesen. Lavater schrieb und empfing über 20 000 Briefe, übrigens am gut erhaltenen Schreibtisch, der sich ebenso im Haus befindet. Es ist die Aufgabe von Ursula Caflisch, ihn aus der religiös frömmlerischen Ecke herauszuholen und als bedeutende Persönlichkeit, als Philosophen, Theologen, Pfarrer, Autor und Briefeschreiber hervorzuheben. Er hatte das 18. Jahrhundert extrem geprägt und das geistige Zürich aufgewertet.

Zur Unterhaltung der Festgäste sangen die Sängerinnen und Sänger des Chors der Kantorei St. Peter unter der Leitung von Sebastian Goll wechselnd im ganzen Haus und vor der Kirche auf der St.-Peter-Hofstatt. Im Lavatersaal wurde die von der Kirchgemeinde St. Peter, der Forschungsstiftung Johann Caspar Lavater und dem Musikhaus Hug unterstützte CD «1766 Mozart in Zürich» mit Musik von Mozart, Bach und Haydn getauft und live Stücke daraus gespielt von Margrit Fluor (Klavier) und Hieronymus Schädler (Querflöte)

Enthüllung Marmorbüste
Dann enthüllte der Leiter der Zentralbibliothek Zürich, Jochen Hesse, feierlich die Marmorbüste des Hausherrn von Heinrich Dannecker, die nun den Eingangsbereich als Dauerleihgabe von der ZB ziert. In einem Zimmer im oberen Stock kann man die Vorrichtung, anhand welcher Lavater Schattenrisse erstellte, die ihm zu seinen physiognomischen Fragmenten dienten, ausprobieren und damit Schattenbilder kreieren.

Auch Pfarrer Ueli Greminger von St. Peter hatte seinen Beitrag zu Ehren von Lavater geleistet. Er schrieb das Buch «Johann Caspar Lavater, berühmt, berüchtigt – neu entdeckt».

Schliesslich gabs Essen für alle auf der St.-Peter-Hofstatt, das aber durch den plötzlichen Regen gestört wurde und ins Haus verlegt werden musste. Abschliessend wurde um 19 Uhr der Sonntag eingeläutet und das Fest mit Feuerwehrmusik und einem Orgelkonzert in der Kirche beendet.



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