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06.09.2017 Von: Lisa Maire

Züriberg

Vorstoss für einen Spurabbau ohne Verkehrkollaps


Abends um halb sieben am Utoquai: Ein Spurabbau scheint um diese Uhrzeit problemlos verkraftbar. Foto: Lisa Maire

Mit Blick auf die anstehende Sanierung der Verkehrsachse Bellerivestrasse/Utoquai stellen zwei GLP-Gemeinderäte eine flexiblere Nutzung der Fahrspurflächen mitsamt beidseitigen Velowegen zur Diskussion.

Die Sanierung von Utoquai und Bellerivestrasse steht seit einer geraumen Weile als Schreckgespenst für Quartierbevölkerung und Verkehrsteilnehmer im Raum. Die vier- bis fünfspurige kantonale Hauptverkehrsachse zwischen Bellevue und Tiefenbrunnen soll voraussichtlich ab 2019 für 64 Millionen Franken in Intensivbauweise drei Jahre lang saniert und dazu während der Bauzeit auf zwei Fahrspuren reduziert werden. Gleichzeitig plant die Stadt eine neue Velo-Komfortroute durch die historische Utoquai-Anlage.

Sanierung als Chance
Die GLP-Gemeinderäte Markus Merki und Matthias Wiesmann sehen das Sanierungsprojekt aber auch als eine Chance, die Anliegen von Quartierbewohnern, Velofahrenden und motorisierten Pendlern miteinander zu verbinden. In ihrer Motion fordern sie den Stadtrat dazu auf, einen Projektierungskredit für einen mindestens dreijährigen Pilotversuch vorzulegen, der folgende Massnahmen beinhaltet: Reduzierung der vier- bis fünfspurigen Verkehrsachse zwischen Bahnhof Tiefenbrunnen und Schoeckstrasse um eine Spur und gleichzeitig die Einführung eines wechselseitigen Verkehrsregimes. So könnte man einerseits Platz gewinnen für die Markierung eines beidseitigen Velowegs. Andererseits könnte auf die geplanten einschneidenden Rodungen und baulichen Anpassungen für eine Veloroute durch die Utoquai-Anlage verzichtet werden.
Zur Begründung ihres Vorstosses halten Merki und Wiesmann fest: Die heutige Verkehrsverbindung mit fehlenden Velostreifen sei auf die Spitzenstunden des motorisierten Individualverkehrs (MIV) ausgelegt – morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts. In den übrigen Zeiten wären ihrer Meinung nach jedoch zwei MIV-Spuren ausreichend. Die Motionäre sind überzeugt: Mit drei Fahrspuren und einer dynamischen, tagesstundenabhängigen Signalisation wären die Verkehrsbelastungen zu bewältigen und die vorhandene Strassenfläche könnte effizienter genutzt werden. Die beiden äusseren Fahrspuren würden dabei einer Fahrtrichtung fix zugeordnet. Die dritte, mittlere Fahrspur wäre je nach Tageszeit entweder für den Verkehr stadteinwärts (Vormittag) oder für den Verkehr stadtauswärts (Nachmittag) reserviert.

Keine Kapazitätseinbussen
Die Signalisation könnte man dabei mittels «Überkopf-Wechselsignalen und farblich differenzierenden Bodenlichtern » sicherstellen – wie dies heute bereits zum Teil in nord- und südamerikanischen Städten praktiziert werde. Den grossen Vorteil einer solchen dynamischen Verkehrsführung sehen die Motionäre darin, dass beidseitige Velostreifen möglich würden, ohne dass dies Kapazitätseinbussen für die motorisierten Berufspendler zur Folge hätte. Gleichzeitig könnte auf die «unnötigen Eingriffe in die historische Utoquai-Anlage » verzichtet werden.
Die beiden GLP-Gemeinderäte halten in ihrer Motion noch eine weitere Anregung auf Lager: Der dreijährige Pilotversuch solle als Basis dienen, wechselseitige Verkehrsführungen auch auf anderen mehrspurigen Strassen in der Stadt zu prüfen – namentlich auf der Überlandstrasse in Schwamendingen.



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