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13.09.2017 Von: Pia Meier

Zürich 2

Die reformierte Kirche will in Neubaugebieten Fuss fassen


Foto: zvg.

Am 17. September begrüsst die neue Pfarrerin Chatrina Gaudenz die Gottesdienstbesucher in der Alten Kirche Wollishofen. Sie wird sich auf die «neuen Gebiete» Entlisberg-Hangs und Manegg konzentrieren.

Pfarrerin Chatrina Gaudenz hat von der Kirche Wollishofen den Auftrag, Gemeinden im Gebiet Entlisberg-Hangs und in Greencity, das heisst in der Manegg, aufzubauen. Dort wird zurzeit alte Bausubstanz ersetzt. Mit der Verdichtung entstehen moderne Siedlungen. Liebgewonnenes verschwindet. Der Umbruch bereitet vielen Menschen Sorgen, eröffnet aber auch neue Perspektiven. In dieser Dynamik soll die Kirche den Menschen aktiv begegnen, solidarisch zur Seite stehen, Gemeinschaft bieten und ehrliche Begleiterin im Spannungsfeld urbaner Entwicklungen sein. Der Kirchenrat bewilligte die beantragte 50-Prozent-Projektstelle für vorerst zwei Jahre und genehmigte im Mai 2017 die Wahl von Pfarrerin Chatrina Gaudenz. Sie ist am 27. August im Grossmünster ordiniert worden. Kurz davor hat sie ihre Arbeit im Pfarrteam Zürich 2 aufgenommen.

Am 17. September können die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher sie im Rahmen des Bettags-Gottesdienstes zum Dienst begrüssen.

Chatrina Gaudenz, was faszinierte Sie an Ihrer neuen Aufgabe im Rahmen der Stadtentwicklung?
Es ist Pionierarbeit. Ich werde am Rand der Kerngemeinde Zürich 2 tätig sein. Dort, wo Menschen neu ankommen. Dort, wo Menschen leben, die wenig Kontakt mit der Kirche haben. Ich möchte diesen Menschen unseren Glauben nicht aufdrängen. Aber ich möchte zeigen, dass es die reformierte Kirche in Zürich 2 gibt. Sie lebt! Wir haben ein breites Angebot für Kinder, Familien, für Alleinstehende, für ältere Menschen. Und wir verfügen nun – zunächst einmal für zwei Jahre – über zusätzliche Zeit und Ressourcen, um mitmenschliche Gemeinschaft zu leben. Ein ähnliches Projekt gibt es übrigens auch im Freilager.

Dieses Projekt steht aber im Gegensatz zu der zurzeit stattfindenden Zentralisierung der reformierten Kirche.
Nein, das sehe ich nicht so. Meine Stelle wurde vor den Fusionen der reformierten Kirchgemeinden zu einer Kirchgemeinde angedacht. Nun verläuft meine Arbeit halt parallel zu diesen Fusionen. Ausgewählt haben mich Vertreterinnen und Vertreter aus dem künftigen Kirchenkreis 2. Und ich werde auch in Zukunft mit Mitgliedern aller drei Kirchgemeinden, also Leimbach, Wollishofen und Enge, eng zusammenarbeiten.

Was ist Ihr Ziel?
Ich möchte zunächst vor Ort mit den Menschen in Kontakt treten. Ich möchte wahrnehmen, sehen und hören, wer in den neuen Gebieten lebt. Haben diese Menschen Lust, sich gemeinsam mit mir und der reformierten Kirche im Kreis 2 zu vernetzen, Gemeinschaft zu bilden? Was meinen sie zur Idee, eines einfachen Nachtessens pro Woche mit Singen und Besinnung? Oder was denken sie über das Angebot einer Kinderhüte am Sonntagmorgen mit Bewegung und Geschichten? Oder wären sie an einer Gemeindesafari interessiert, die sie zu allen wichtigen religiösen Stätten im Kreis 2 führt? Mein oberstes Ziel sind die Vernetzung und die Gemeinschaftsbildung – auch die interreligiöse.

Nach zwei Jahren könnte Ihre Tätigkeit bereits wieder vorbei sein. Hoffen Sie auf eine Verlängerung?
Ich fange jetzt einmal an, und dann sehen wir weiter. Klar ist: Beziehungsarbeit braucht Zeit.

Der Glaube ist heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher.
Ja, da haben Sie wohl recht. Und: Der lebensbejahende, gemeinschaftsbildende Glaube ist ein kostbares Geschenk!

17. September, 10 Uhr, Alte Kirche Wollishofen.



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