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04.10.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord

Maria Lourdes – Kirche und Wallfahrtsort

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg fand in der Kirchenarchitektur ein
Umdenken statt: weg von überflüssigem Schmuck und hin zum Wesentlichen.
Maria Lourdes in Seebach ist eine typische Kirche aus dieser Zeit und steht deshalb unter Denkmalschutz.

Die Ökumene-Gruppe Seebach lud in Zusammenarbeit mit den beiden Kirchgemeinden Interessierte zu einer Führung in der Kirche Maria Lourdes ein. Wie die Kirche zu ihrem Namen kam, erfuhr man gleich zu Beginn von Pfarrer Martin Piller: Der damalige Bischof von Chur, Georg Schmid von Grüneck, hatte im Jahr 1928 in Lourdes aufgrund eines persönlichen Anliegens das Versprechen abgegeben, in der Stadt Zürich einen Ort der Marienverehrung zu schaffen. Sein Nachfolger, Laurenz Matthias Vincenz, weihte die Kirche im Juni 1935 und widmete sie Maria.

Maria Lourdes prägt das Quartierbild von Seebach. Eine breite Freitreppe führt zum Portal der in der Höhe thronenden Kirche, die unter Denkmalschutz steht. «Maria Lourdes ist eine typische Kirche aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg», sagte Christine Voss von der Ökumene-Gruppe, die sich intensiv mit Kirchenarchitektur befasst. «Nach den schrecklichen Ereignissen des Krieges wollte man sich von allem Pomp und Firlefanz abwenden und sich auf das Wesentliche konzentrieren.» In einem Architekturwettbewerb hatte sich der Zürcher Architekt Fritz Metzger (1898–1973) durchgesetzt. Er entwarf eine Kirche, die auf Schmuck und Seitenaltäre verzichtete. Besonders die kahle Wand hinter dem Altar beelendete jedoch die Kirchgänger, sodass sieben Jahre später der Münchner Künstler Richard Seewald das heutige Chorgemälde schuf. Es zeigt im Zentrum die Jungfrau Maria, darunter bedürftige Menschen und die Silhouette der Stadt Zürich.

Fenster von künstlerischem Wert
Erst viel später, im Jahr 1959, wurden die hochgesetzten weissen Glasrundfenster durch Kirchenfenster ersetzt. Gestaltet wurden sie von Ferdinand Gehr (1896–1996), einem der berühmtesten Maler und Glasbild-Künstler seiner Zeit. Dargestellt sind abstrakte Anrufungen der Maria wie zum Beispiel «Mutter des Erlösers» oder «Königin der Patriarchen» aus der Lauretanischen Litanei.
Im Gegensatz zu älteren katholischen Kirchen verzichtete Fritz Metzger weitgehend auf den Anbau von Kapellen. Von grosser Bedeutung ist jedoch die an die linke Seitenwand der Kirche angebaute Lourdeskapelle, die eine Nachbildung der berühmten Lourdesgrotte ist und Seebach somit zu einem Marienwallfahrtsort macht.

Auffallend sind auch die Fenster in der Taufkapelle. Sie wurden vom damals 91-jährigen Ferdinand Gehr anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Pfarrei geschaffen und stellen die sieben Sakramente dar.



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