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04.10.2017 Von: Jakob Metzler

Züriberg

Zoo baut sich eine Savanne


Der kenianische Botschafter Stephen Ndung’u Karau und Zoo-Direktor Alex Rübel. Foto: Jakob Metzler

Ab 2020 sollen Giraffen, Zebras, Nashörner und Hyänen in die Lewa Savanne auf dem Zürichberg ziehen: Der Baustart zur neuen Anlage im Zoo Zürich ist nun offiziell erfolgt.

«Für uns ist das ein Champions-League- Projekt», verrät Bauleiter Andreas Hohl an einer Medienpräsentation. Die Rede ist von der neusten Erweiterung des Zoos Zürich im Themenbereich Afrika unterhalb des Elefantenparks Kaeng Krachan, der Lewa Savanne. Die Nachbildung einer afrikanischen Savanne auf einer Fläche von über 40 000 Quadratmetern befindet sich seit diesem Mai im Bau und soll 2020 eröffnet werden.
Unter anderem Giraffen, Grevy- Zebras, Breitmaulnashörner, Graupapageien, Erdmännchen, Dahomey- Rinder, Antilopen und Hyänen werden in der neuen Anlage beherbergt werden. Sie spielt damit mindestens in derselben Liga wie die 2003 eröffnete Masoala-Halle und der Kaeng- Krachan-Elefantenpark von 2014. Im Sinne des «Masterplans» des Zürcher Zoos von 1992 werden die Tiere nicht einfach nur in kleinen Gehegen den Besuchern zur Schau gestellt, sondern leben in möglichst heimatgetreuen Ökosystemen, sodass sie in «quasi freier» Wildbahn beobachtet werden können.

Auf Augenhöhe mit Giraffen
Vom Elefantenpark wird der Hauptweg zuerst an Graupapageien vorbei ins Giraffenhaus führen. Dort soll es möglich sein, auf einer Terrasse mit den Giraffen auf Augenhöhe zu kommen und «deren lange und sehr bewegliche Zunge» bei Fütterungen aus der Nähe zu betrachten, wie es auf der Zoo-Website heisst. Eine Etage weiter unten wird man die Anlage der stark bedrohten Breitmaulnashörner erblicken.
Vom Giraffenhaus soll ein Weg zu einem imposanten Affenbrotbaum führen, wo man über einen Steg etwas weiter in die Savanne gucken und so bei allem Ökosystem auch einige Blicke auf die dort wohnhaften Tiere erhaschen wird. In der Mitte der Zürcher Savanne soll es die einzige «natürliche» Wasserstelle geben, wo sich, so erhoffen es sich die Zoomitarbeiter zumindest, alle Bewohner zusammenfinden, um ihren Durst zu löschen. Als praktischer Nebeneffekt lassen sich so vermutlich die besten Savannen-Fotos der Schweiz schiessen.
Zwischen Wasserstelle und der Weidewiese der Dahomey-Rinder wird, als willkommene Verschnaufund Verpflegungspause, die Ubele Bar liegen. An den Grevy-Zebras, der grössten Zebra-Art, und Antilopen vorbei führt der Rundgang weiter, bis man schliesslich vor dem Gehege der Hyänen steht.

Zoo unterstützt Projekte in Kenia
So wie die Masoala-Halle mit dem Nationalpark Masoala in Madagaskar und der Kaeng-Krachan-Elefantenpark mit dem Nationalpark Kaeng Krachan in Thailand pflegt die Lewa Savanne eine Patenschaft mit dem «Lewa Wildlife Conservancy»-Reservat in Kenia, welches seit 2013 zum Unesco-Kulturerbe gehört. Mit zwei Prozent aus den Einnahmen der Zoorestaurants und -shops unterstützt der Zoo diese und weitere Naturschutzprojekte.
Während der Präsentation der Baustelle war neben Zoo-Verwaltungspräsident Martin Naville und Zoodirektor Alex Rübel auch der kenianische Botschafter für die UNO aus Genf anwesend. Botschafter Stephen Ndung’u Karau war sich sicher, dass die Anlage sowohl dem Zürcher Zoo als auch Kenia nur Gutes bringen könne. Vor allem erhoffe er sich eine positive Wirkung für den Tourismus in Kenia. In der Lewa Savanne soll es so eine «authentisch gestaltete Tourismusschule» geben, mit Einblicken, «wie nachhaltiger Tourismus den Einheimischen einen neuen Erwerbszweig eröffnen kann, der gleichzeitig den Schutz der bedrohten Tierwelt aktiv einbindet», heisst es in einer Medienmitteilung des Zoos.
Die Kosten der mit über vier Hektaren grössten Anlage des Zürcher Zoos sollen in der Grössenordnung der Masoala-Halle (52 Millionen Franken) und des Elefantenparks (57 Millionen) liegen. So wie diese Projekte soll die Lewa Savanne mit Spenden finanziert werden. Die Tiergarten- Gesellschaft Zürich, die Paul Schiller Stiftung und das Zoofäscht haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Von einer Fundraising-Kampagne mit der Bevölkerung erhofft sich der Zoo 13 Millionen Franken. Der Schweizer Sänger und Liedermacher Marc Sway hat dazu einen Song aufgenommen.



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