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04.10.2017
Zürich West

«Zukunftsträchtigstes Gebäude Zürichs»


Der Gebäudekomplex «Yond» wird an der Albisriederstrasse bei der Einmündung Rütiwiesweg entstehen. Visualisierung: zvg.

Auf dem Siemens-Areal in Albisrieden ist der Baubeginn für das Projekt «Yond» erfolgt. Der 79-Millionen-Bau soll sich durch einzigartige Flexibilität auszeichnen.

Marcus Weiss

«Wieso dieses grosse Aufgebot für ein relativ kleines Gebäude?» Mit diesem Satz begrüsste Peter Lehmann, CEO von Swiss Prime Site Immobilien AG, die Gäste am Donnerstag letzter Woche im Restaurant Cube an der Albisriederstrasse. Die Immobilien-Investmentgesellschaft, die für ihre prominenten Bauten wie den nach ihr benannten Prime Tower oder die Grossüberbauung Sihlcity bekannt ist, hatte zur Grundsteinlegung des Projekts «Yond» geladen. Lehmanns Antwort auf seine Eingangsfrage: Beim nun gestarteten Bau werde es sich nicht um das höchste, grösste oder längste Gebäude handeln, dafür aber um das flexibelste. Damit wolle man den künftigen Mietern, die im Segment der kleinen und mittleren Unternehmen angesiedelt sein sollen, quasi eine neue Welt eröffnen und Nutzungswechsel ohne langwierige Bewilligungsverfahren ermöglichen.
Der Gebäudekomplex «Yond» entsteht an der Albisriederstrasse bei der Einmündung Rütiwiesweg. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 79 Millionen Franken. Der Bau umfasst eine Grundstücksfläche von 9114 Quadratmetern, die Nutzfläche des Gebäudes wird 20 000 Quadratmeter betragen. Zu mieten oder kaufen gibt es Raummodule mit einer Höhe von 5½ Metern. Entworfen wurde das Projekt vom Zürcher Architekturbüro SLIK.

Die Kreativwirtschaft kommt

Der CEO betonte, es handle sich bei «Yond» trotz dem Pioniercharakter keinesfalls um ein überstürztes Experiment, sondern um ein mit aller Professionalität vorbereitetes Projekt, das keine Risiken in sich berge. Stadtrat André Odermatt erinnerte daran, dass auf dem Gelände vor nicht allzu langer Zeit Güterzüge gerattert sind, die klassische Industrie mit ihren lärmenden und qualmenden Auswirkungen dort zu Hause war. «Dieser Sektor ist nun auf dem Rückzug, zugunsten einer wachsenden Kreativwirtschaft. Wir haben es mit einer überaus spannenden, attraktiven Entwicklung zu tun, die eine grosse Chance für den Standort Zürich ist», führte der Vorsteher des städtischen Hochbaudepartements aus. Ein zeitgemässer Umgang mit Innovationen sei daher unbedingt auch bei den Bewilligungsverfahren nötig, da das Baugesetz noch immer den Geist der 1950er und 1960er Jahre atme. Bezogen auf das Gebäude «Yond» meinte Odermatt: «Ich verwende nicht mehr so gerne den Begriff ‹Leuchtturmprojekt›, aber hier ist er angebracht.»

Alle Räume zweigeschossig

Auch Patrik Schellenbauer, Chefökonom von Avenir Suisse, hob die Vorzüge des Albisrieder Bauprojekts hervor: «Es setzt um, was die Marketingleute eigentlich schon immer vorausgesagt haben.»

Die für ein Objekt dieser Qualität sehr moderaten Preise sowie die Möglichkeit, Räume auch zu mieten statt zu kaufen, seien Faktoren, die «Yond» für Start-up-Unternehmer im Kreativbereich ideal mache. Besonders auffällig seien die Innovationen, wenn man sie mit dem vergleiche, was derzeit im Wohnbaubereich angeboten werde: «Dort ist bisher von solchen Projekten wenig bis nichts zu sehen; von Flexibilität und der Möglichkeit, sich verschiedenen Lebensphasen anzupassen, sehe ich kaum etwas», meinte der Chefökonom der Denkfabrik.

Wie man sich den nun entstehenden Bau konkret vorstellen muss, verdeutlichte Severin Boser, Head Development bei Swiss Prime Site Immobilien AG, mittels einer Präsentation mit 360°-Schwenkpanoramen. «Wir erschliessen sozusagen die dritte Dimension, sämtliche Räume sind zweigeschossig», lautete eine der Kernaussagen. Die Anwesenden staunten über die vielfältigen Raumeindrücke, die dadurch entstehen können. Von der loftartigen Kreativwerkstatt mit «Wohnraum-Ambiente» über moderne Bürolandschaften bis hin zum sporthallenähnlichen Umfeld mit Kletterwand oder zu Hörsaal-artigen, gestuften Raumgliederungen soll alles möglich sein.

Innovative Grundsteinlegung

Wie kann man einem derart zukunftsgerichteten Gebäude bei der Grundsteinlegung gerecht werden? Auch dafür hatten die Bauherren die passende Antwort parat: Statt der üblichen Papierdokumente, die normalerweise in einer Kiste im Fundament einbetoniert werden, war für «Yond» ein USB-Stick mit den abgespeicherten Dokumenten in Plexiglas eingegossen worden. Dieser Würfel wurde dann in Anwesenheit der geladenen Gäste in einer feierlichen Zeremonie von Peter Lehmann in einen runden, vertikalen Schacht auf der Baustelle eingebracht. Gemäss Bauplan sollen bis Mitte 2019 die ersten Mieter ihre Flächen im Gebäude beziehen können.



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