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05.10.2017 Von: Fabio Lüdi

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Zumikon: Das Lehrschwimmbecken der Schule bleibt als Brache liegen


Die Gemeindeversammlung erteilte zwei der drei Vorlagen eine Abfuhr.

In Zumikon sind die Finanzen knapp. Die Stimmbevölkerung stellt sich darum gegen eine neue Aula für die Schule. Zurück bleibt eine Brache.

Der Zumiker Gemeinderat war an der letzten Gemeindeversammlung wohl nicht zu beneiden: Der Souverän schickte zwei der drei Geschäfte bachab und folgte damit den Empfehlungen der Rechnungsprüfungskommission (RPK). Zur Abstimmung standen eine neue Schul-Aula sowie die Nachtragskredite für das Pflegezentrum Forch und das Hallenbad Juch. Nur Letzteres vermochte die Stimmbevölkerung zu überzeugen und wurde einstimmig gebilligt. Mit Mehrkosten von knapp 58 000 Franken sei eine «Punktlandung» gelungen, freute sich der Vorsteher Sicherheit und Liegenschaften, Thomas Epprecht (FDP). Einen Mehrzweckraum für die Schule zu bauen, befand neben er RPK auch ein Grossteil der 117 Stimmberechtigten finanziell für nicht vertretbar. Die Kosten seien zu hoch, die fiskale Lage der Gemeinde zu prekär, eine Aula nicht notwendig. Andreas Hugi (FDP), Vorsteher Bildung, zeigt sich enttäuscht über das Nein der Bevölkerung. «Es gelang uns offenbar nicht, darzulegen, dass die Schule tatsächlich einen zentral gelegenen Mehrzweck- und Versammlungsraum braucht», schreibt er auf Anfrage. Die Aula hätte im Gebäude des ehemaligen Lehrschwimmbeckens entstehen sollen, welches seit zwei Jahren ungenutzt leersteht und nun auch künftig brachliegen wird.

Definitiv stillgelegt
Eine anderweitige Nutzung als ursprünglich projektiert schliesst Hugi aus, dafür fehlten die notwendigen Bewilligungen. «Das Lehrschwimmbecken wird nun definitiv stillgelegt, und danach drehen wir den Schlüssel um.» Einen anderen politischen Auftrag könne man aus diesem Ergebnis nicht ableiten. «Ich wüsste ehrlich gesagt auch nicht, was wir dort sonst machen sollten», schreibt er. Schulische Projekte und Anlässe werden weiterhin in anderweitig vorhandenen Räumlichkeiten abseits der Schule durchgeführt: «Wir prüfen nun, wie wir den Gemeindesaal, den Singsaal im Farlifang und allenfalls weitere Räume in Zukunft intensiver benützen können», so Hugi. Das zweite Nein der Zumiker Stimmbevölkerung ging zulasten des Nachtragskredits für das Pflegezentrum Forch. Der Negativentscheid hat allerdings, wie bereits im Vorfeld der Abstimmung kommuniziert wurde, keinerlei Konsequenzen – «S’Geld isch usgäh, s’Geld isch wäg», wie es RPK-Präsident Christoph Born (CVP) lapidar zusammenfasste.

Denkzettel an die Gemeinde
Das Kontra-Votum war denn auch lediglich als Signal der Bevölkerung an den Gemeinderat gedacht. Beim Projekt Pflegezentrum Forch kam es zu Mehrkosten von fast zwei Millionen Franken für die Gemeinde Zumikon. «Das Nein zum Nachtragskredit des Pflegezentrums muss als Denkzettel an die Gemeinde interpretiert werden », so Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. Offensichtlich sei es vielen Stimmbürgern ein Anliegen gewesen, der Gemeinde noch einmal zu zeigen, dass eine solche Kostenüberschreitung nicht goutiert werde. Der Gemeinderat sei selber nicht glücklich über die Mehrkosten, habe das Signal aber «auf jeden Fall» verstanden. Der Gemeinderat setze natürlich alles daran, die vom Souverän gewährten Kredite einzuhalten. «Allerdings wird in jedem Projekt eine gewisse Kostenungenauigkeit bestehen bleiben», gibt Kauflin zu bedenken. Speziell bei einem derart komplexen Vorhaben wie der Sanierung des Pflegezentrums Forch.



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