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11.10.2017 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2

Mario Babini: CVP zeigt sich barmherzig


Mario Babini soll einen CVP-Listenplatz bekommen – Stolperstein ist aber seine Gesundheit. (Archivfoto: ls.)

Die SVP warf ihren Gemeinderatsvertreter Mario Babini aus der Fraktion. Nun hat die CVP dem Engemer «Asyl» gegeben. Er soll seinen Sitz vom Listenplatz Nummer 4 aus verteidigen – wenn es seine Gesundheit denn zulässt.

Der ehemalige SVP-Gemeinderat Mario Babini mit Wohnsitz in der Enge soll im Frühling 2018 für die CVP kandidieren. Auf Anfrage sagt CVP-Gemeinderat Christian Traber, man wolle dem parteilosen Babini, der seit über einem Jahr Gastrecht in der CVP-FRaktion geniesst, eine Chance geben. «Geplant ist, Babini auf den Listenplatz Nummer vier zu setzen», so Traber, der selber schon 19 Jahre im Gemeinderat politisiert. Doch weil Babini in Thailand nach einer verschleppten Lungenentzündung schwer erkrankte, ist noch einiges unklar. «Gemäss unserem Wissensstand liegt Babini seit drei Wochen im Koma und ist nicht transportfähig», so Traber zum «Zürich 2». Entscheidend für eine Wiederkandidatur sei, dass der 60-Jährige bis Ende Jahr seine Unterschrift aufs Kandidaten-Formular des Gemeinderates geben könne. Und die psychische Labilität von Babini? «Es ist eine Tatsache, dass Mario Babini psychisch krank ist. Doch wenn er seine Medikamente nimmt, dann geht es», so Traber. Er sieht keinen Reputationsschaden bei der CVP, wenn sie den streitbaren Gemeinderat bei sich aufnimmt.

Attestierte Schuldunfähigkeit
Dabei hat Babini, der seit Mai 2014 im Stadtzürcher Gemeinderat sitz, schon für einige Schlagzeilen gesorgt. Weniger als Mitglied der Zürcher Legislative, sondern weil er sich quasi in seiner Freizeit auffällig benahm. In der Bederbar bedrohte er Gäste, «Messerfuchtler» taufte ihn der «Blick». Er sass 100 Tage in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft klagte gegen ihn wegen Drohung, Hausfriedensbruch, Tätlichkeiten, Sachbeschädigung und vorsätzlicher Verletzung der Verkehrsregeln. Doch weil – nach Infos der «NZZ» – ausser der Bederbar alle Beteiligten ihre Strafanträge zurückzogen, ging Babini straffrei aus. Allerdings aus anderem Grund: Ein Gutachter attestierte dem promovierten Ökonomen (Dr. oec. publ.) Schuldunfähigkeit, weil er sich in einem gesundheitlichen Ausnahmezustand befunden habe. So kann er für diese Taten nicht belangt werden kann. Trotzdem zog schon im Oktober 2014 die SVP die Reissleine, schloss Babini aus der Fraktion aus. Der damalige Fraktionschef Mauro Tuena argumentierte, dass «Babini nach diesen Vorfällen einfach nicht mehr tragbar war». Auf Nachfrage sagt Tuena, die SVP sei nach wie vor der Meinung, dass dies der richtige Entscheid war. Die CVP sieht dies nun offensichtlich anders.



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