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12.10.2017 Von: Jakob Metzler

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Braunvieh Selva macht das Rennen um die Miss-Krone


Im Küsnachterberg bei Wangen wurden am Wochenende die schönsten Kühe ausgezeichnet. Bei sommerlichem Wetter trafen sich Landwirte und Viehzüchter, aber auch andere Kuhinteressierte zur Viehschau.

Plötzlich wurde es ganz ruhig. Man hörte nur noch den Experten, wie er vor den Kühen auf und ab schritt. Selbst die Vierbeiner gaben für einmal keinen Mucks von sich. Die wohl prestigeträchtigste Auszeichnung des Tages stand an: Die Champion-Kuh sollte ausgezeichnet zu werden.
Der Viehzuchtverein Küsnacht hatte am letzten Samstag zur Viehschau auf der Forch eingeladen, wo traditionell die elegantesten Kuh-Damen ausgezeichnet werden. In zwölf Kategorien wurden die Tiere bewertet. Neben Landwirtinnen und Landwirten und deren Kuh-Missen, waren auch Kuh-interessierte aus der Umgebung (ohne Kühe) angereist. Ab 9 Uhr morgens ging es los, nachdem die Vierbeiner von ihren Besitzern mit grossem Aufwand hergebracht und angebunden worden waren. Neben dem Festzelt auf dem Acker standen nach den Vorbereitungen 125 Kühe mehr oder weniger diszipliniert in Reih und Glied. Für jede der zwölf Kategorien wurden jeweils einige Kühe ausgewählt und aus diesen die Gewinner-Kuh bestimmt.
Die Kühe mit den schönsten Eutern wurden ausserdem in den «Schön-Euter-Kategorien» mit Glocken ausgezeichnet. Ob die massigen Damen wirklich hofften, eine der Gewinner- Glocken zu erhalten, war nicht ganz eindeutig. Die eine oder andere schien jedenfalls tatsächlich etwas aufgeregt zu sein. Das zeigte sich dann in einer gewissen Bockigkeit, wenn sie sich dem Publikum präsentieren sollte. Für die Helfer war es nicht immer einfach, die massigen Gestalten in Zaum zu halten.

Selva wird die Champion-Kuh
Ueli Krebs strahlte. «Unsere Kühe sind gut im Schuss», freute sich der Präsident des Viehzuchtvereins Küsnacht nach dem Mittagessen. Vier Glocken hatten seine Kühe bei der Viehschau im Küsnachterberg gewinnen können. Wolga, Santana und Selva hiessen die Glücksbringer. Gewinnen konnten die Damen unter anderem eine Auszeichnung für das schönste Euter beim Fleckvieh. «Wichtig ist, dass eine Kuh gut zu Fuss ist, eine gewisse Tiefe besitzt, also die Rippen sichtbar sind, und das Euter stimmt; das Gesamtbild muss halt passen», erläuterte der Landwirt die Kriterien für eine auszeichnungswürdige Kuh. Es würden weniger die puren Äusserlichkeiten ausgezeichnet, als vielmehr der Nutzen dieser Eigenschaften für einen Bauern. «Wir hatten uns eigentlich keine grossen Gewinnchancen ausgerechnet », fügte der Förchler hinzu. Und das, obwohl es seine Selva war, die am Ende auch noch die Glocke für die Champion-Kuh gewinnen konnte. «Selva hat sich heute einfach im Sonntagskleid zeigen können», freute sich Krebs. Wirklich schick gemacht habe er seine Kühe jedenfalls nicht. Bei der nächsten (etwas grösseren) Regionalschau werde er sie jedoch bestimmt herausputzen, meinte er. Der Aufwand sei sowieso bereits immens: Am Samstagmorgen geleitete Krebs zusammen mit 8 Helfern seine 42 Kühe vom Bauernhof zur Viehschau. Sie hätten sogar mehrere Kreuzungen absperren lassen müssen. «Ohne die Helfer ein unmögliches Unterfangen.»

«Braunvieh wird verdrängt»
Seit 40 Jahren findet die Viehschau im Küsnachterberg statt. Eugen Engelberger aus Küsnacht ist seitdem jedes Jahr vorbeigekommen, obwohl er selber gar keine Kühe besitzt. Es gehöre halt einfach dazu, meinte er. Am Samstag fand der Küsnachter es eigentlich «ganz schön», machte sich aber trotzdem Sorgen: «Dieses Jahr sind es wieder weniger Kühe als letztes Jahr geworden», so Engelberger. Das gehe nun schon eine Weile so. Ausserdem finde er es schade, dass es immer weniger Braunvieh (braune Kuh-Rasse) zu sehen gebe. «Die Braunen werden immer mehr durch Schwarz-Weisse ersetzt.» Anstelle des aus der Schweiz stammenden Braunviehs sehe man neben mehr Fleckvieh auch immer mehr schwarz-weiss gescheckte Kühe («Holstein-Rinder»). Diese stammen ursprünglich aus Deutschland und wurden in den USA zu wahrhaftigen Milchmaschinen gezüchtet, die mehr Milch produzieren können als ihre braunen Verwandten. Den Grund hinter der Verdrängung und der geringeren Anzahl Kühe an der Viehschau meint Engelberger zu kennen: «Die Bauern verdienen hierzulande zu schlecht mit ihrer Milch.»



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