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18.10.2017 Von: Nicole Seipp-Isele

Züriberg

«Ausprobieren. Aussortieren. Neuschaffen»


Musikalische Bricolage bietet Soundfields am kommenden Mittwoch im GZ Riesbach. Foto: zvg.

Die Band Soundfields lässt sich nicht kategorisieren. Sie generiert eine eigene Musiksprache aus der Symbiose von analogen und digitalen Klängen.

Johanna Jellici ist Sängerin, Literaturwissenschaftlerin und Soundkünstlerin. Sie liebt es, zu experimentieren. Und so verwundert es nicht, dass sie mit den Genres, in denen sie zuhause ist, spielt, ihre Grenzen verwischt und überraschend produktive Arrangements kreiert. Ob im Jazz oder Pop, in der improvisierten oder Neuen Musik: Mal hat ihr kompositorisches Werk konzertante Ansätze, und das nächste Mal sind es Klanginstallationen.
Immer geht es um die facettenreiche Arbeit mit Klängen und deren Bearbeitung mit elektronischen Medien und um das Zusammenspiel mit Instrumenten und Ensembles. Was sie als Komponistin antreibt? «Es ist eine Sehnsucht, mich mit gewissen kompositorischen Dingen auf eine spezielle Art und Weise zu beschäftigen. Dabei nehme ich sie auseinander, um sie dann neu, nach meinen eigenen ästhetischen Vorstellungen zusammenzusetzen. Kunst entsteht aus dem Verarbeitungsprozess, dessen, was man in sich aufnimmt und dann mithilfe eines bestimmten Mediums und der eigenen Kreativität neu formuliert und neu gestaltet», erklärt Jellici.
Sie ist fasziniert vom Rauschen des Windes, von Vogelgezwitscher, Strassengeräuschen und knarrenden Türen. Immer wieder sind Geräusche des Alltags Gegenstand ihres Schaffens. So auch in ihrem aktuellen Bandprojekt «Soundfields», wo elektronische Töne und akustische Klangfarben kombiniert werden. Jellici, die sich auch als Klangforscherin versteht, betont: «Die Vermischung der Genres ist bei ‹Soundfields› nicht als Formel zu verstehen, sondern entsteht aus der Verflechtung von akustisch gespielten Instrumenten und anders generierten Klängen.»
Die Bricolage ist Programm bei Soundfields. Der frische Sound verdankt sich der produktiven Symbiose von einfachen Strukturen und hymnischen Themen. Die leicht anmutenden Kompositionen von Jochen Baldes entfalten sich im Dialog zwischen seinem Saxofonspiel und Jellicis Gesang und kommen mit dem feingliedrigen Rhythmus beinahe traumwandlerisch daher. Das schliesst aber nicht aus, dass der Hörer von rockigen Nuancen überrascht wird. Vor allem Franz Hellmüller auf der Gitarre ist unvorhersehbar explosiv, ohne dabei das der Band dienliche Spiel zu vernachlässigen. Tobias Hunziker am Schlagzeug agiert als starker Rhythmusgeber und ist experimentierfreudig. André Buser spielt einen soliden, verlässlichen Bass und bildet so etwas wie den musikalischen Boden der Truppe. Soundfields präsentiert sich als ein Ensemble, das eingefahrene Jazzklischees hinter sich lässt.

«Es wird abwechslungsreich»
Beim Spielen macht es sich auf die Suche nach einem unverwechselbaren Ausdruck und neuen Farben im aktuellen Jazz. «Ausprobieren. Aussortieren. Neuschaffen», so beschreibt Johanna Jellici die produktive Zusammenarbeit. Aus dem Interesse am Beitrag des anderen entstünden die kreativsten Interaktionen und Momente. Dementsprechend geizt «Soundfields» nicht mit Ideen, und das Publikum von «Jazz im Seefeld» darf sich auf ein facettenreiches Konzert freuen. Oder um mit den Worten Johanna Jellicis zu sprechen: «Es wird ein abwechslungsreicher Abend, der den Zuhörer durch wunderschöne Songs führt, in neue Klangwelten entführt und auch dem Publikum gerecht wird, das traditionellen Jazz mit Improvisation sucht.»



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