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18.10.2017 Von: Benny Epstein

Zürich 2

Guggublüemli – das war bestimmt ein Basler!


In der heutigen Kolumne erinnert sich Benny Epstein an die Diplomatie, die nach einem verhunzten Essen aufzubringen ist.

Guggublüemli, Tirggeli, Vrenelisgärtli – so werden sie also heissen, die Gondeln der ZüriBahn, die über dem Zürichsee schwebend das linke und das rechte Ufer verbinden werden. Ist das euer Ernst? Da kann ich Martin Scholl, Vorsitzender der ZKB-Generaldirektion, verstehen, wenn er sagt: «Es war nicht einfach, aus den vielen originellen Namensvorschlägen sieben auszuwählen.»
Das ist etwa so, wie wenn ich übers Essen sage: «Es war mal etwas anderes.» Oder: «Hmm, ja, speziell.» Oder: «Ja, doch, etwas Besonderes war es.» Tief durchatmen, leer schlucken, keine Miene verziehen, Thema wechseln.
Röötel, Leuegondeli, Üezgi und Züriblau – so heissen 4 weitere der insgesamt 14 Gondeln. Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Zürcher Kantonalbank werden sie ab 2020 in Betrieb genommen. Aus 8000 Einsendungen mit Namensvorschlägen wurde ausgewählt. Menschen aus der ganzen Schweiz haben mitgemacht. Guggublüemli! Ach komm, das war doch gewiss irgendein Basler, der uns Zürchern eins auswischen wollte. Aber echt jetzt!
Gut, die Aufgabenstellung war denkbar schwierig. Namen zum Motto «Rund um den Zürichsee» waren gefragt. Ich verzichte darauf, diese ach so innovativen Namen und deren Bezug zum schönsten See der Welt zu erklären.
Schade, hat man die Chance nicht genutzt, die Gondeln mit den Namen von Berühmtheiten mit Bindung zum Zürichsee zu versehen. Um die Sache etwas spezieller zu machen, hätte man beispielsweise Paare bilden können. Immer zwei, die eine Eigenschaft vereint.
–    Kübler & Koblet: Ich weiss es ja nicht, aber gewiss fuhren die beiden verstorbenen Zürcher Radlegenden Ferdy Kübler und Hugo Koblet unzählige Male rund um den See und legten da den Grundstein für die beiden einzigen Schweizer Gesamtsiege an der Tour de France.
–    Regula & Felix: Das Geschwisterpaar erlitt 302 oder 303 n. Chr. als Mitglieder der Thebäischen Legion den Märtyrertod. Davor flüchteten sie über die Furka, das Reusstal und den Klausenpass ins Glarnerland. Sie folgten der Linth zum Zürichsee und gelangten so nach Zürich. Sie sind zwei der drei Zürcher Stadtpatrone.
–    Kuhn & Künzli: Köbi «National» Kuhn und Fritz Künzli sind zwei lebende Legenden im Schweizer Fussball. Beim FC Zürich und in der Nationalmannschaft: Spielmacher Kuhn führte mit feiner Klinge Regie, Stürmer Künzli vollendete eiskalt. Ganz sicher hätten die beiden Ex-Fussballer die eine oder andere Anekdote rund um den See zu erzählen. Beide galten einst als Frauenschwarm ...
–    Federer & Hingis: Zugegeben, die Auswahl ist doch recht sportlastig. Aber so ein See lässt sich mit Sport halt bestens verbinden. Was unsere beiden Tennis-Superstars mit dem Zürichsee zu tun haben? Beide wohnen an seinem Ufer. Nicht nur wegen der atemberaubenden Seesicht.
Sei’s drum. Ich werde die fünf Jahre mit Guggublüemli und Vrenelisgärtli hoffentlich überleben. Gespannt warte ich auf die Namen der sieben übrigen Gondeln. Wie wärs mit Fünfliberli? Das hätte doch auch mit dem Zürichsee zu tun.

 

Benny Epstein ist Journalist und lebt in Wollishofen. Er beteuert: „Guggublüemli war nicht meine Idee. Wer diesen Vorschlag eingereicht hat, war sicher Züriblau!“

 



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