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18.10.2017
Zürich West

Hier könnte künftig Sonntagsverkauf gelten


Die schwarzen Punkte markieren Haltestellen im Zentrum, die eine durchschnittliche Frequenz von mindestens 15 000 Fahrgästen pro Tag aufweisen. Lebensmittelgeschäfte im Umkreis der Haltestellen dürfen am Sonntag offen haben – der rote Kreis entspricht einem 100-Meter-Radius (Annahme). Kartendaten: Google Maps/Bearbeitung pw.

«Zürich West» machte publik, dass ab sofort in Läden «in unmittelbarer Nähe» zu rund 25 VBZ-Haltestellen auch sonntags Ware verkauft werden darf. Welche Gebiete sind nun betroffen?

Lorenz Steinmann, Pascal Wiederkehr

Die vom «Zürich West» exklusiv publizierte Meldung machte die Runde in den Medien: «Stadt Zürich lockert die Regeln für Sonntagsverkäufe», titelte etwa «20 Minuten». Oder: «Türe auf für den Sonntagsverkauf», verkündete das «Regionaljournal Zürich/Schaffhausen». Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gelten diese Verkaufsregeln für Verkaufsstellen an einem öV-Terminal. In Eigenregie hat nun die Stadt Zürich festgelegt, dass die Grenze bei einer Frequenz ab 15 000 Personen täglich liegt.

Stadt will sich nicht festlegen

Doch wie weit entfernt von den jeweiligen VBZ-Haltestellen darf das Ladenlokal liegen? Auf Anfrage will sich die Stadtverwaltung nicht festlegen. «Es können keine Angaben über die Distanz in Metern zgemacht werden. Falls der Begriff ‹in unmittelbarer Nähe› im Einzelfall einer Klärung bedarf, wird vom Arbeitsinspektorat unter Berücksichtigung der Seco-Wegleitung und der aktuellen Rechtsprechung eine Entscheidung für den spezifischen Fall getroffen», heisst es lediglich.
«Zürich West» hat die 25 Haltestellen, die gemäss VBZ eine Fahrgastfrequenz von täglich über 15 000 Personen aufweisen, visualisiert. Sie kommen für den Sonntagsverkauf infrage. Teilweise sind Überschneidungen mit Bahnhöfen festzustellen, so beispielsweise in Altstetten, am Hauptbahnhof, in Oerlikon oder am Stadelhofen. Als Referenz wurde der Migros-Express auf dem Altstetterplatz genommen, der gut 100 Meter vom Zentrum des Bahnhofs entfernt ist und schon bisher am Sonntag offen hatte. Fazit: Die Fläche des möglichen Sonntagsverkaufs in Zürich wird durch das neue Vorgehen der Stadt massiv erhöht. Migros und Coop reagieren erfreut auf die Lockerung, wie sie gegenüber «20 Minuten» ausführen. Man werde nun prüfen, ob es Standorte gebe, die davon profitieren.

Willkür ahoi

Kommentar: Andreas J. Minor

Ein Lädelchen am Hardplatz hat zu einem Dammbruch geführt. Wir berichteten letzte Woche darüber. Es darf am Sonntag offen haben, obwohl es nicht an einem Bahnhof liegt und auch kein Tankstellenshop ist. Das und nicht mehr hatten die Stimmberechtigen ursprünglich ja einmal gutgeheissen.

Der Grund: Der links-grün dominierte Zürcher Stadtrat setzt eine Richtlinie des Bundes um. Und die Stadtregierung erweist sich damit als äusserst wirtschaftsfreundlich. Sonntagsverkauf wird so vom Ausnahme- bald zum Regelfall. Denn nicht nur das Lädelchen am Hardplatz, sondern alle Lebensmittelgeschäfte «in unmittelbarer Nähe» von VBZ-Haltestellen mit mehr als 15 000 Benutzern, so die Stadt, dürfen offen haben.

Was «unmittelbare Nähe» konkret bedeutet, war trotz hartnäckiger Nachfragen unsererseits von den Stadtbehörden nicht zu erfahren. Wer darf also offen haben? Und wer nicht? Verunsicherung herrscht bei Ladenbesitzern. Auch die Zahl der Haltestellen-Benutzer ist eigenmächtig gewählt. Warum nahm man als Grenze nicht etwa 12 000 oder gar 25 000? Willkür ahoi.



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