Züriberg Zürich 2 Zürich Nord Zürich West Zürich West mit Quartierecho Küsnachter Küsnachter Amtlich
25.10.2017 Von: Christina Brändli

Züriberg

Ältere nehmen Neues nicht mehr so leicht auf


Ursina Iselin

Die Leiterin des Treuhanddienstes der Pro Senectute, Ursina Iselin, betont die Wichtigkeit dieses Services für ältere Menschen. Sie sucht immer Freiwillige, die sich für andere Menschen engagieren wollen.

Warum werden neue Freiwillige gesucht?
Da im Treuhanddienst die Freiwilligen ebenfalls im Pensionsalter sind, kommt es immer wieder vor, dass sie ihr Mandat altershalber abgeben müssen. Diese Freiwilligen möchten wir ersetzen.

Warum ist es schwer, neue Freiwillige zu finden?
Es gibt immer noch viele Leute, die sich engagieren möchten, aber lieber nur noch kurzfristig. Jüngere Pensionierte sind heute noch viel aktiver als in früheren Zeiten. Sie möchten sich nicht unbedingt auf ein langfristiges Engagement festlegen.

Welche Bedenken haben Interessierte?
Oft ist es aber so, dass Interessierte ein falsches Bild des Treuhanddienstes haben. Ihn mehr als Besuchsdienst sehen. Es wird unterschätzt, dass ältere Personen nebst den administrativen zum Teil auch andere Herausforderungen wie z. B. Krankheiten haben. Darum klären wir auch sehr genau ab, ob der Treuhanddienst für die Freiwilligen das richtige Einsatzgebiet ist.

Was muss eine Person mitbringen, die im Treuhanddienst arbeiten will?
Wir setzen keine speziellen Fähigkeiten voraus. Sicher sollte man eine Affinität zum Thema Administration und zum Thema Alter haben.

Werden die Freiwilligen im Vorfeld speziell auf ihre Integrität geprüft?
Die Personen werden beim ersten Gespräch genau geprüft und wir verlangen einen Strafregisterauszug. Pro Senectute Kanton Zürich trägt die Verantwortung und nimmt diese ernst.

Kann jeder Hilfe in Anspruch nehmen?
Ab dem Pensionsalter, ja. Künftige Kunden müssen bereit sein, Hilfe anzunehmen und mitzuarbeiten. Beim Vorgespräch wird abgeklärt, ob die Hilfe erwünscht ist.

Wie viele Mandate führt eine Person?
In der Regel zwei bis drei. Es gibt auch Ausnahmen mit fünf bis sechs Mandanten.

Wie oft treffen sich Freiwillige und Mandanten?
Mindestens einmal im Monat.

Gibt es ein Kontrollsystem, mit dem die Arbeit der Freiwilligen überprüft wird?
Für jeden Mandanten machen die Freiwilligen einen Jahresabschluss. Dieser wird genau kontrolliert. Zudem ist jeder/jede Freiwillige einer Gruppe zugeteilt. Diese Gruppen treffen sich viermal im Jahr zu einem Austausch. Diese Treffen dienen auch dazu, dass Pro Senectute über alle Mandate immer auf dem Laufenden ist.

Was treibt Freiwillige an, im Treuhanddienst zu arbeiten?
Meist sind es Personen, die der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten, weil sie selbst ein gutes Leben haben.

Wird der Treuhanddienst in Zukunft nicht überflüssig? Heute, wo die Menschen viel länger «jung bleiben», mit einer ganz neuen Technik aufwachsen und alles automatisiert wird?
Ich denke nicht, dass der Treuhanddienst überflüssig wird. So wie wir heute das Problem haben, dass vieles nur noch über den Computer erledigt werden kann und unsere Mandanten damit Probleme haben, so wird es wohl auch noch späteren Generationen gehen. Die Entwicklung steht nicht still und Menschen im Alter absorbieren Neues nicht mehr so leicht.



Anzeigen

Dossier Wahlen

Galerien

Aktuelle Ausgaben

Züriberg vom 14. Dezemeber 2017
Zürich 2 vom 14. Dezember 2017
Zürich Nord vom 14. Dezember 2017
Zürich West vom 14. Dezember 2017
Küsnachter vom 14. Dezember 2017
Küsnachter Amtlich vom 14. Dezember 2017

Sonderzeitungen

Tonhalle
Lionstag
Abenteuer Stadt Natur 2017
Lernfestival'16
Literaturforum booXkey
Partnerpublikation der Lokalinfo AG
Stadt-Anzeiger Glattfelder Kilchberger