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25.10.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Der Vater der Zürcher S-Bahn war ein Engemer


Hans Künzi im Führerstand eines Zugs: Unter seiner Führung entstanden die Zürcher S-Bahn und der ZVV. Foto: Privatsammlung Magdalena Künzi

Sein Leben verbrachte er an der Stockerstrasse 44: Trotzdem schaffte es der spätere Regierungsrat Hans Künzi bei den Gemeinderatswahlen im Kreis 2 nicht auf die vorderen Listenplätze.

Hans Künzi (1924–2004) gilt als «Vater der Zürcher S-Bahn». Bevor seine politische Karriere begann, war der gebürtige Oltener im Herbst 1943 für sein ETH-Studium nach Zürich gezogen und hatte sich für Mathematik und Physik eingeschrieben. 15 Jahre später, im Jahr 1958, fand er eine Mietwohnung an der Stockerstrasse 44. «Zwischen Paradeplatz und Bahnhof Enge gelegen, bot sie für Hans Künzi den idealen Ausgangspunkt, um den damaligen und späteren beruflichen und gesellschaftlichen Verpflichtungen in Gehdistanz oder mit dem öffentlichen Verkehr bequem nachgehen zu können», hält Jospeh Jung fest. In seinem kürzlich erschienenen Buch «Hans Künzi. Operations Research und Verkehrspolitik» beschreibt der Autor bisher wenig bekannte Seiten Hans Künzis. Die Wohnung sei bis zum Tod des Mathematikers und Politikers sein Zuhause gebelieben.

Kein politischer Shootingstar
Künzi lebte nicht nur in Zürich, er wollte sich politisch engagieren: 1967 stellte er sich der FDP als Kantonsratskandidat zur Verfügung und wurde gewählt. 1970 kandidierte Künzi gar für den vakant gewordnen Sitz im Regierungsrat. Die Delegiertenversammlung der FDP nominierte ihn mit 158:0 Stimmen. Trotz des Glanzresultats habe man ihn laut Jung nicht als Shootingstar bezeichnen können. Im Kreis 2 hatte es Künzi nicht geschafft, bei Gemeinderatswahlen auf die vorderen Plätze der FDP-Liste gesetzt zu werden. «In der Zürcher Politik war Künzi ein liberaler Oltener geblieben, der sich nicht zur Schau stellte», so der Autor. Kantonal gelang ihm dafür der Durchbruch: In einer Ausmarchung gegen den SP-Kandidaten Walter Renschler wurde Künzi im Februar 1970 in den Regierungsrat gewählt. Er blieb dort bis Frühjahr 1991 – ganze 21 Jahre – Vorsteher der Volkswirtschaftsdirektion. «Bereits bei der ersten Gesamterneuerungswahl 1971 erzielte er das beste Resultat», schreibt Jung. In den Jahren 1971 bis 1987 politisierte Künzi zudem als Nationalrat.
Nicht nur politisch hatte der Wahl-Engemer viel bewegt, wie das neue Werk von Historiker Jung aufzeigt. Als Professor schaffte Künzi für die Universität Zürich beispielsweise den ersten Computer an.

Mehr in er gedruckten Ausgabe von «Zürich 2».



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