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25.10.2017 Von: Andreas J. Minor

Zürich 2

Die neuen Chefs geben den Tarif durch


Dula zeigt seine rund vier Zentimeter grossen Eckzähne und reisst die Augen weit auf. «Hau ab!», heisst das. Sogar Menschen verstehen das. Foto: ajm.

Bei den Blutbrustpavianen bringen zwei neue Herren frisches Blut in die Horde. Schon turnen und hüpfen deren ersten Jungen über die Felsen. Zwei weitere, junge Männchen warten auf ihre Chance, ein Harem zu übernehmen.

Dscheladas oder Blutbrustpaviane gehören seit 1955 zum festen Bestandteil im Zoo Zürich. Eigentlich leben die Affen im äthiopischen Hochland auf einer Höhe von 1400 bis gegen 5000 Metern. Den Namen Blutbrustpaviane erhielten die Dscheladas wegen ihrer intensiven Rotfärbung im Brust und Kehlbereich.

Soziale Wesen

Selbst im Zoo Zürich lässt sich unschwer erkennen: Die dort heimischen 32 Tiere, 11 Männchen und 21 Weibchen in verschiedenen Altersphasen, haben ein komplexes Sozialverhalten. Während Halbwüchsige unbeschwert, ihre Kräfte und Fähigkeiten messend, auf den Felsen gleich oberhalb des Kaeng-Krachan-Elefantenparks umherhüpfen, haben die Muttertiere alle Hände voll zu tun. Jüngere Weibchen scheinen magisch angezogen von den Müttern mit ihren kleinen Affenbabys. Immer wieder suchen sie die Nähe der Mamas mit ihren Kleinen. Wenn es einem Muttertier zu viel wird, gibt es ein ärgerliches Schnattern von sich, wölbt ihre Ober- und Unterlippe, und bleckt ihre kräftigen Zähne: «Hau ab!», soll das heissen.

Zwei Harems
Im Zoo Zürich haben sich zwei Harems herausgebildet. Jedes hat ein Männchen als Chef. Um zu vermeiden, dass sich Väter mit ihren Töchtern paaren, muss in Tiergärten spätestens alle fünf Jahre der Haremschef ausgewechselt werden, sofern sich das Problem nicht aufgrund der Gruppendynamik von selbst löst. 2016 haben die Verantwortlichen im Zoo Zürich einen solchen Männertausch vollzogen: Gleich vier neue Männchen wurden in die Zürcher Dschelada-Horde aufgenommen. Zwei kamen aus Glasgow, zwei aus dem französischen Zoo Cerza. Koordiniert wird diese «Genauffrischung» im Rahmen des Europäischen Zuchtprogramms vom Tierpark Rheine in Deutschland. «Unsere Dschelada-Gruppe hat sich inzwischen wieder gut organisiert. Es haben sich zwei Harems gebildet», weiss Zoo-Kurator Robert Zingg.

Der 2010 geborene Dula konnte 20 und der 2011 geborene Elloi 8 Weibchen für sich gewinnen. Die anderen beiden Männchen Matuko und Malik, beide 2012 geboren, ziehen noch gemeinsam durchs Gehege. «Doch es kann sich alles sehr schnell ändern», erzählt Robert Zingg. Bereits sei beobachtet worden, wie die beiden jungen «Franzosen» den alten «Schotten» Dula gemeinsam über den Affenfels gejagt haben. Ein Test, ob der Patriarch noch fit ist. Doch vorderhand sitzen Dula und Elloi fest inmitten ihrer Weibchen. Beide nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. Während des Medienapéros im Zoo begattete Dula gleich zweimal ein Weibchen. Seine Bemühungen zeigen Erfolg: In Dulas Harem haben zwei Weibchen am 15. September und am 10. Oktober Junge zur Welt gebracht. Bereits hüpfen und turnen sie auf ihrer Mutter und den Felsen herum. Ein lustiges Schauspiel.



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