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25.10.2017 Von: Lorenz Steinmann

Zürich 2

Petition fordert Neunutzung der Wollishofer Kirche Auf der Egg


Wie soll die Kirche Auf der Egg genutzt werden? Eine Petition will den Dialog in Gang bringen. Foto: mai.

Es rumort im Quartier. Grund ist die für einige Wollishofer verunglückte Neunutzung der Kirche Auf der Egg durch den Verein KunstKlangKirche. Nun soll eine Petition einer Neubeurteilung Schub geben.

«Der Moränenhügel auf der Egg soll Begegnungsort für alle sein», findet Beat Locher. Ein lebendiges Quartier brauche Begegnungs- und Aufenthaltsorte. Gerade wegen der besonderen Lage ergebe sich eine moralische Pflicht der Kirchgemeinde und des Stadtverbands gegenüber der Quartierbevölkerung. «Doch das Projekt KunstKlangKirche erfüllt die Bedingungen für einen offenen Begegnungsort nicht mehr.» Zusätzlich zeige sich, dass der Versuchsbetrieb die finanziellen Erwartungen nicht erfüllen könne.

Auf Nachfrage erklärt Beat Locher, der Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Wollishofen ist, er sei vom undurchsichtigen Gebaren rund um die Kirche Auf der Egg enttäuscht. «Nur dank einem Beitrag des Stadtverbands in Höhe von 160 000 Franken ist überhaupt ein Weiterbetrieb der KunstKlangKirche möglich.» Das entspreche überhaupt nicht den Bedingungen des Wettbewerbs «Vision EGG» von 2012, so Locher. Auch der Verbandsvorstand der Zentralkirchenpflege kommt in einem Protokoll vom März zum Schluss: «Der Standort Zürich ist nicht zwingend; das Projekt könnte auch sonst wo realisiert werden. Oder andersherum: Es gibt keinen zwingenden Grund, die den Standort Zürich erfordern würden.» Orgelforschung und -förderung sei keine Kernaufgabe der Kirchgemeinde Zürich.

«Mit der Petition möchten wir einen Dialog mit allen interessierten Kreisen (Kirche, Quartierverein und Quartierorganisationen, Quartierkoordination Stadt Zürich) in Gang bringen. Ziel ist die Bildung einer breiten Trägerschaft für die Nutzung des Moränenhügels», so die Petitionäre.

«Hochbezahlte Verhinderer»
Ins gleiche Horn bläst der Spezialist für Interaktionen und Rauminszenierungen, Mark Ofner. «Für mich besteht die Führung der KunstKlangKirche aus hochbezahlten Verhinderern.» Ofner wollte schon dieses Jahr die Kirche im Oktober für pauschal 5000 Franken mieten zur Durchführung zwölf hochkarätiger Konzerte mit offenen Weekends unter dem Titel «EAUrgiastisch». «Man vertröstete mich monatelang und stellte schlussendlich so obskure Bedingungen, dass ich das Projekt ad acta legte», erklärt der AVL-Techniker, der mit Künstlern querbeet zusammenarbeitet. Die zögerliche Haltung des Vereins KunstKlangKirche (KKK) erstaunt Ofner umso mehr, als dass im vergangenen Geschäftsjahr die KunstKlangKirche laut ihrem eigenen Geschäftsbericht lediglich Mieteinnahmen von rund 1700 Franken auswies und selbst nur sechs Konzerte mit gesamthaft – hochgerechnet – etwa 400 Besuchern hatte. Dem Vernehmen nach erweist sich auch das Anliegen des Zürcher Heimatschutzes als schwierig, 2018 in der Kirche auf der Egg in Zusammenarbeit mit Ofner ein Wochenende zum Thema Heimat zu realisieren. Es ist offensichtlich: «Dass jemand anders etwas Publikumsattraktives macht, davor hat die KKK Schiss wie der Teufel vor dem Weihwasser.»

Bitte um Kontakt
«Zürich 2» hat bei Daniel Schmid, KKK-Projektleiter und Kantor des Grossmünsters, nachgefragt. Er will sich momentan nicht äussern. Nur so viel: Er ist überzeugt, dass die Nutzung der Kirche immer besser in Fahrt komme. «Allein für dieses Jahr haben wir Mietzusagen in der Höhe von 17 000 Franken», so Schmid. Sein Anliegen: Die Petitionäre und Kritiker sollen ihn doch kontaktieren. «Oft entsteht so eine Haltung aus einer Nichtinformiertheit.»

Infos zur KunstKlangKirche aus Vereinssicht: www.kunstklangkirche.org. Petition: act.campax.org/p/moraenenhuegel-fuer-alle



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