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02.11.2017 Von: Willy Neubauer

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Ein Blick in die Kinderstube der Graureiher


Auf Futtersuche: Zwei Graureiherpaare haben am Schübelweiher ihre Jungen aufgezogen. Foto: Simon Barta

Im Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde in Küsnacht ist bis zum 26. November eine besondere Ausstellung zu geniessen: Simon Barta zeigt seine Aufnahmen der zwei Graureiherpaare, die am Schübelweiher ihre Jungen aufgezogen haben.

Simon Barta ist Autodidakt und möchte seine grosse Leidenschaft, die Tierfotografie, gerne zum Beruf machen. Mit faszinierenden Fotos der zwei Graureiherpaare vom Schübelweiher, den temporären «Küsnachtern », hat er seine erste Ausstellung gestaltet.
Aber nicht nur die Reiher und ihre Jungen, die er mit der Kamera «geschossen» hat, hat er spektakulär festgehalten, auch was sonst noch um den Schübelweiher kreucht und fleucht, ist fotografisch dokumentiert. Von der Spinne über die Heuschrecke bis zum eleganten, in herrlichen Farben leuchtenden Schwalbenschwanz dokumentiert die Fotoausstellung die Vielfalt dieses urtümlichen Weihers.

Genug Nahrung für junge Reiher
Barta ist ein Naturmensch, der schon immer am liebsten draussen ist. Weil er am Klusplatz in Zürich wohnt, ist der Schübelweiher für ihn schnell erreichbar und ein Ort, wo er sich – vor und nach der Arbeit in seinem Brotberuf – gerne aufhält. Und so hat Barta im Frühjahr die zwei Reiherpaare entdeckt, wie sie Äste sammelten, um sich Nester zu bauen. Das alles hat er fein säuberlich fotografisch dokumentiert, bis die Jungen dann geschlüpft sind. Die Graureiher-Kinderstube, kuschelnde Küken, Streit im Nest, Kampf ums Futter und die ersten Flugversuche – all dies wird dem Betrachter nähergebracht. Mit insgesamt 22 Farbfotografien werden die eleganten Tiere vorgestellt. Im Vernissage-Gespräch erinnert Barta an die 90er-Jahre, als der eingeschleppte Rote Sumpfkrebs die Bestände der heimischen Edelkrebse dezimierte. Nach einem heftigen Kampf der Bevölkerung gegen die Obrigkeit wurde auf einen Einsatz von Gift verzichtet und wurden natürliche Mittel eingesetzt – Hechte und Aale sollten die Sumpfkrebse fressen. Und diese taten ihre Pflicht, machten aber auch Jagd auf Fische und Entenküken im Weiher. Trotz dieses Eingriffs in die Natur scheinen die Reiher am Schübelweiher und in seiner Umgebung nun genug Essen für ihren Nachwuchs gefunden zu haben: Wie Barta berichtete, haben insgesamt drei der fünf Graureiherküken überlebt. «Wenn die Eltern jeweils das Essen brachten, sah man, wie viele Küken ihren Kopf aus dem Nest reckten», erzählt der Fotograf. So sei ihm aufgefallen, dass in einem Nest irgendwann nur noch zwei von drei und im andern nur noch eines von zwei Küken auf Futter wartete. Dies sei jedoch eine normale Überlebensrate – vor allem, wenn man bedenkt, dass der späte Frost im April auch den Tieren zu schaffen machte.
Die Vernissage der Ausstellung vergangenen Freitag bot noch einen speziellen Leckerbissen: Stefanie Senn, wie Barta eine Schaffhauserin, begleitete den Anlass mit passendem Spiel am Flügel, während Hansjörg Weber (auch er mit Schaffhauser Vergangenheit), der Leiter des Altersund Gesundheitszentrums Tägerhalde, die Moderation übernahm. Weber findet es wunderbar, wenn man jungen Menschen eine solche Plattform bieten kann, und freut sich, dass sich so viele Besucher an der Vernissage eingefunden haben. Und dass die feinen Häppchen zum anschliessenden Apéro, die Zeugnis von der erstklassigen Küche der Tägerhalde ablegen, so gut angekommen sind.

Ausstellung für alle Küsnachter
Auch Simon Barta ist positiv überrascht, dass so viele Interessenten die Vernissage besucht haben. Er ist sich bewusst, dass er weitere Ausstellungen machen muss, will er sich als Berufsfotograf etablieren. «Wenn ich wieder ein Thema wie die Graureiher finde, werde ich wieder eine Ausstellung machen», verspricht er. Man darf gespannt sein. Übrigens, die Schübelweiher-Aufnahmen, nicht nur die ausgestellten, sind auf seiner Homepage www.sb-art.com zu sehen.
Anja Hartmann, für die Administration und das Marketing der Tägerhalde verantwortlich, ist nicht überrascht über das grosse Interesse an der Ausstellung. «Die Graureiher am Schübelweiher interessieren die Küsnachter, die auch zahlreich an der Vernissage erschienen sind», meint sie. Das freue sie, denn so könne man sich als Institution vorstellen. Und könne der Bevölkerung zeigen, dass man auch kulturelle Anlässe für alle biete. Auch zu den monatlichen Konzerten in der Tägerhalde sei die Bevölkerung herzlich eingeladen.



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