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02.11.2017 Von: Annemarie Schmidt-Pfister

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Musikvesper wird ein Leckerbissen für Jazzliebhaber


Das «LaMarotte Swingtett» mit Thomas Gütermann (3. v. r.) und Gastmusiker Hans Krauer (r. hinten). Foto: zvg

Bereits zum achten Mal findet am Sonntag die herbstliche Musikvesper statt. Als Protagonisten für ihre musikalisch umrahmte Lesung hat sich die Küsnachterin Jutta Gütermann Schoop diesmal den legendären Jazzpianisten Duke Ellington ausgesucht.

Am Anfang standen zwei mit Musik und Theaterkultur eng verbundene Küsnachter Frauen: Jutta Gütermann Schoop und Pfarrerin Brigitte Crummenerl. Eine Musikvesper schwebte ihnen vor, und als Frauen der Tat setzten sie ihre Idee unverzüglich um, die eine mehr hinter der Kulisse, die andere sozusagen «auf der Bühne » beziehungsweise in der Kirche.
2010 stellte Jutta Gütermann Schoop im Rahmen der ersten Küsnachter Vesper-Lesung die von ihr verfasste und durch Jürg Tobler am Klavier begleitete Biografie von Frédéric Chopin vor. Es folgten von 2011 bis 2016 George Gershwin, Claude Debussy, Clara Schumann, Edvard Grieg, Franz Liszt und Louis Armstrong. So wurde die Küsnachter Musikvesper zu einer Tradition im Dorf und jede für sich eine sehr persönliche Hommage an eine Musikerpersönlichkeit.

In Biografien eintauchen
Nach welchen Kriterien sie denn die Musiker aussuche, möchte ich von Jutta Gütermann Schoop bei einem Gespräch wissen. «Sie kommen einfach auf mich zu und lassen mich nicht mehr los», lächelt sie verschmitzt. Und sind sie erst einmal da, lässt auch Gütermann Schoop sie nicht mehr los. Ein bisschen Internet- Recherche, und dann sehr viel Eintauchen in die Biografie des oder der Auserwählten – am liebsten ganz «altmodisch» mit Büchern. Zwei, drei kleine Taschenbücher sind ihr am liebsten – die kann sie bequem ins Café oder in ihre Schreibstube mitnehmen.
Neben dem Schreiben denkt sie auch bereits an die Musik: Wer könnte das musikalisch umrahmen, die wichtigsten Klangelemente herausarbeiten, sodass das geschriebene bzw. später dann gesprochene Wort und die Musik zur Einheit werden? Bei Gershwin und Grieg war es der Erlenbacher Walter Kehl, bei Debussy und Liszt der Küsnachter Martin Wettstein und für Clara Schumann waren Annina von Sax und ihre Schülerin Livia Zeller zuständig. Louis Armstrong wurde dann vom Oldtime- Dixieland Orchester «Jazz + Joy» begleitet, dem auch Juttas Sohn Thomas Gütermann angehört.

Septett gibt Big Band
Und nun also Duke Ellington und das LaMarotte Swingtett – in dem Thomas Gütermann ebenfalls Mitglied ist. Nicht einfach, Big Band Musik, wie Duke Ellington sie vornehmlich komponierte, von nur sieben Musikern umsetzen zu lassen, die dies auch noch als «Laien im echt olympischen Sinne» tun, wie Hans Krauer schmunzelt. Krauer, ehedem gelernter Klavierbauer in Zürich, heute immer noch begeisterter Klavierspieler in Männedorf, «gibt» Duke Ellington als «zugezogener Gastmusiker». Noten gibt es nur für die Big Band und so geht es darum, hinzuhören und für das Septett «die Geräusche in Musik umzusetzen». Dass dazu viele Einzelproben und grosser Einsatz nötig waren, kann man sich vorstellen; rund ein Jahr dauerte die Vor- und Aufbauarbeit.
Ohne aus dem Vesper-Kästchen zu plaudern sei so viel verraten: Die Stücke, die LaMarotte-Trompeter Hansruedi Gattiker am Sonntag ansagen wird, decken die verschiedenen Stilrichtungen des grossen Jazzkomponisten und Bandleaders vom Jungle Style über klassischen Swing und Mood Style bis zu Bebop und modernem Jazz ab. Dass Duke Ellington im Alter auch Kirchenmusik schrieb, ist vielleicht weniger bekannt, macht aber die Vesper-Verknüpfung mit dem Titel «Klang des Lebens» umso reizvoller. Der Eintritt ist frei (Kollekte) und steht unter dem Motto: «Kommen und geniessen»!



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