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08.11.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

Bau der Leimbacher Asylsiedlung hat begonnen: Skaterpark bleibt


An der Leimbachstrasse 160 laufen die ersten Bauarbeiten. Foto: pw.

34 Asylsuchende werden bald auf dem Gelände beim Ladenzentrum Leimbach leben. Kürzlich hat der Bau einer temporären Siedlung begonnen. Die Skateranlage auf dem Areal will die Stadt wieder aufbauen.

Bald ziehen Flüchtlinge in die temporäre Wohnsiedlung am Wollishofer Dangelweg ein. Gleichzeitig hat vor kurzem der Bau der Asylunterkunft in Leimbach begonnen. An der Leimbachstrasse 160, wo früher ein Pavillon stand, entsteht ein Holzmodulbau für 34 Flüchtlinge. Aktuell laufen die Vorbereitungsarbeiten, es werden Fundamente gebaut und Leitungen verlegt. «Die Fertigstellung ist für Ende Dezember, Anfang Januar 2018 geplant», erklärt Thomas Schmutz, Mediensprecher bei der Fachorganisation AOZ (Asylorganisation Zürich). Auf jedem Stock entstehen Wohnungen für vier bis sechs Personen, die mit einem gemeinsamen Aufenthaltsraum, Küche, Zweibettzimmern sowie Dusche und Toilette ausgestattet sind. Die Zusammensetzung der Bewohnerschaft steht heute noch nicht fest. Schmutz: «Die Wohnungen eignen sich für Familien sowie für Wohngemeinschaften.» Man achte aber auf eine Durchmischung.

Zwei Rampen für Skater

Unklar war bisher, ob die Skateranlage auf dem Gelände nach den Bauarbeiten wieder aufgebaut wird. Grund dafür: Gemäss Sportamt hatte die Nutzung seit der Eröffnung des Freestyle-Parks Allmend stark abgenommen («Zürich 2» berichtete). Wie den aktuellen Plänen zu entnehmen ist, wird es allerdings wieder zwei Rampen geben, was die Skater in Leimbach freuen dürfte. Zudem werden die schon früher bestehenden Sitzgelegenheiten wieder installiert, womit eine Aufenthaltszone für das Quartier geschaffen werden soll. «Diese steht allen Leimbacherinnen und Leimbachern offen», betont Schmutz.

Stadt muss Unterkünfte ersetzen
Die Stadt will die Asylunterkunft an der Leimbachstrasse 160 mindestens bis 2032 nutzen. «Der Bezug ist für Mitte oder Ende Januar 2018 geplant», erklärt Schmutz. Den zusätzlichen Platz für die Asylsuchenden brauche die Stadt dringend. Ein Zeichen dafür sei, dass selbst auf eher kleinen städtischen Grundstücken wie an der Leimbachstrasse solche temporäre Wohnsiedlungen gebaut würden. «Grundsätzlich gilt die Quote, wonach eine Gemeinde 0,7 Prozent Asylsuchende im Verhältnis zur Bevölkerung aufnehmen muss», sagt der AOZ-Mediensprecher. Im Fall von Zürich wären dies rund 2800 Menschen. «Zürich erfüllt das Kontingent», so Schmutz. Gleichzeitig könne es aber je nach Weltlage starke Schwankungen der Asylgesuchszahlen geben. Deshalb sei eine langfristige Planung wichtig. «Wir müssen bis Ende 2018 600 Plätze ersetzen», sagt Schmutz. 400 davon seien bereits gesichert, unter anderem dank den Siedlungen am Dangelweg sowie an der Leimbachstrasse oder den geplanten Unterkünften in Aubrugg in Schwamendingen und auf dem Gerenweg-Areal beim Bahnhof Altstetten. Letztere ersetzt eine Siedlung in Leutschenbach, wo eine städtische Überbauung entstehen soll.

Auf die Frage angesprochen, ob es eine Verschiebung der Asylunterkünfte in den Süden der Stadt gebe, sagt Schmutz: «Nein, das ist reiner Zufall.» Es sei der AOZ ein Anliegen, die Siedlungen über das gesamte Stadtgebiet zu verteilen. «Wir haben immer die Fühler ausgestreckt und schauen, wo wir Liegenschaften für eine Zwischennutzung mieten können», so Schmutz. Da temporäre Wohnsiedlungen in der Regel auf Baulandreserven der Stadt entstehen würden, sei man bei der Auswahl der Standorte eingeschränkt.

MNA-Aussenstelle ist gut gestartet

Die Fachorganisation AOZ (Asylorganisation Zürich) hat in Leimbach an der Stotzstrasse sowie an der Maneggpromenade verschiedene Wohnungen gemietet.
An der Stotzstrasse 43 besteht seit Juni eine MNA-Aussenstelle. Dort leben aktuell 36 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (MNA), 29 Männer und 7 Frauen. Die Mehrheit stammt aus Eritrea, etwa ein Viertel aus Syrien und ein Viertel aus Afghanistan. «Die meisten der hier lebenden Jugendlichen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt», erklärt Samuel Rüegg, Teamleiter der Leimbacher MNA-Aussenstelle. Die Jugendlichen werden 24 Stunden am Tag betreut. «Es ist eine Art Jugendheim», so Rüegg.
Alle Bewohner haben eine Tagesstruktur – rund die Hälfte befindet sich in einer Aufnahmeklasse, andere gehen in eine Regelklasse, absolvieren eine Lehre oder das 10. Schuljahr. «Es ist ein grosses Haus voller Teenager», so der Teamleiter. Natürlich gebe es da manchmal Herausforderungen. «Aber es läuft sehr gut», freut sich Rüegg. (pw.)



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