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15.11.2017 Von: Karin Steiner

Zürich Nord, Zürich 2, Züriberg

Erste Hilfe für Igel in Not


Dieser Igel ist von seinen schweren Kopfverletzungen genesen. Foto: kst.

Am Samstag öffnete das Igelzentrum in Schwamendingen seine Türen. An Vorträgen und Führungen erfuhren Besucherinnen und Besucher viel Wissenswertes rund um das geschützte Wildtier.

Im Igelzentrum auf dem Hunziker-Areal finden jährlich rund 200 kranke oder verletzte Igel erste Hilfe. «Die Pflege der Igel ist aber nur eines unserer drei Standbeine», sagt Geschäftsleiter Simon Steinemann. «Wichtig ist auch unsere Telefonberatung. Wir haben jährlich rund 2000 Anrufe von verunsicherten Menschen, die einen Igel gefunden haben und nicht wissen, ob er Hilfe braucht und wie man ihm helfen kann.» Die Öffentlichkeitsarbeit ist die dritte wichtige Aufgabe des Igelzentrums. Dank Vorträgen, Führungen, Infomaterial und einer sehr umfassenden Homepage erfahren Interessierte alles über den liebenswürdigen stachligen Zeitgenossen.

Zu klein für den Winterschlaf
Mitte November, wenn die Tages- und Nachttemperaturen unter vier Grad sinken, naht die Zeit, dass die Igel sich für den Winterschlaf in geschützte, mit Laub ausstaffierte Löcher und Nischen zurückziehen. Doch spät geborene Jungigel, die das Mindestgewicht von 500 Gramm noch nicht erreicht haben, irren weiter auf Nahrungssuche umher – und das sogar oft tagsüber. «Leute, die uns telefonisch solche Beobachtungen melden, unterstützen wir dabei, diesen kleinen Igeln selber zu helfen. Denn wir nehmen nur kranke und verletzte Igel bei uns im Zentrum auf.» Keinesfalls sollte man diese Tiere beim Igelzentrum einfach vor die Türe stellen. Denn Igel sind ortstreu und müssen nach der Genesung wieder am selben Ort ausgesetzt werden, an dem sie gefunden wurden.

Katzenfutter statt Milch
Verbreitet ist die Meinung, Igel mit Milch zu füttern. «Igel lieben zwar Milch, doch sie bekommen Durchfall davon, denn sie sind laktose-intolerant», sagt der Fachmann. «Am besten futtert man sie mit einem Katzen-Nassfutter.» Die Fütterung sollte aber eine Ausnahme sein. Während der warmen Jahreszeit sollte der Igel sich sein Futter – vorzugsweise Käfer, Raupen, Heuschrecken, Ohrwürmer und andere Insekten, aber auch Regenwürmer und selten Schnecken – selber suchen. Sonst bewegt er sich zu wenig und wird dick und krank.

Wer trotz Kälte einen zu kleinen Jungigel findet, sollte ihn nicht in die warme Stube nehmen und ihn dort füttern und überwintern. In warmen Räumen findet er keinen Winterschlaf. Zudem ist die Gefangenschaft purer Stress für ein Wildtier, wie auch der Igel eines ist. Wer den Igel unterstützen möchte, fegt im Garten nicht alles Laub restlos weg. Haufen aus Ästen und Laub bieten einen idealen Unterschlupf für den Winterschlaf.

Wie viele Igel in der Stadt Zürich leben, ist nicht bekannt. 1992 schätzte man den Bestand auf 3000 bis 5000 Tiere. «Er dürfte aber abgenommen haben, weil durch das verdichtete Bauen viele Grünflächen verschwunden sind», sagt Simon Stei-nemann und verweist auf sein Herzensprojekt «Igel gesucht», bei dem Leute ihre Igelbeobachtungen auf einer Karte eintragen können.

Keine Freiwilligenarbeit
Das Igelzentrum wird von privaten Spendern und dem Zürcher Tierschutz finanziert. Neun Mitarbeitende mit 240 Stellenprozent kümmern sich rund um die Uhr um die stachligen Patienten. Zum Team gehört auch eine Tierärztin.



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