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15.11.2017 Von: Sarah Koller

Züriberg

Mit Mut fangen die besten Geschichten an


Viele farbige Bilder schmücken die Lesung der Sängerin und Schauspielern Barbara Baer. Foto: Sarah Koller

Unter dem Motto «Mutig, mutig» trafen sich Schüler, Eltern und Lehrpersonen im Schulhaus Scherr. Gemeinsam erlebten sie einen Erzählabend mit kühnen Heldengeschichten.

Im Rahmen der Schweizer Erzählnacht fanden sich am Freitag Schüler, Eltern und Lehrpersonen des Schulhauses Scherr im Kreis 6 zusammen. Seit 2008 am Projekt beteiligt, gabs für die Teilnehmenden auch dieses Jahr ein vielversprechendes Programm. Ob Krokodildiebe, kleine Füchse oder halbe Helden, es war für jeden was dabei.

Einige Lehrer sind sehr beliebt
Den Anfang machte eine Gruppe aus mutigen Sechstklässlerinnen, die den Anwesenden in der Turnhalle einen kurzen Sketch vortrugen. In Form eines Schattenspiels performten sie vor versammelter Audienz und griffen dabei aktuelle Themen wie die Expovina oder das WM-Rückspiel der Schweizer Fussball-Nati vom Sonntag auf. Daraufhin verteilten sich die Besucherinnen und Besucher auf die einzelnen Klassenzimmer, wo die Lesenden verschiedene Geschichten erzählten.
«Die Bücher haben die Vortragenden selbst ausgewählt. Vom Schulhaus erhielten sie anhand der öffentlichen Medienliste des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) bloss Tipps und Anregungen», erklärt Sandra Zutter von der Arbeitsgruppe Erzählnacht, die selbst Mutter zweier Kinder des Schulhauses Scherr ist «Einziges Kriterium war, dass die Geschichte zum Motto passt», bemerkt sie auf die Frage, welche Alterskategorien bei den Veranstaltungen anzutreffen seien, antwortet Zutter: «Bei den Lesungen zu Beginn sind immer am meisten Kinder dabei. Gegen Ende werden es Erfahrungen zufolge weniger. Es hing bisher aber auch immer ein bisschen davon ab, wer vorlas. So gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die bei den Kindern sehr beliebt sind.» Abgerundet wurde die Veranstaltung mit kulinarischen Leckerbissen, die die Schüler mit selbst gebastelten Wegweisern kennzeichneten. Salziges gabs im Parterre, Süsses im unteren Stock.

Ein Krokodil müsst man haben
Von der Sängerin und Schauspielerin Barbara Baer vorgelesen, liessen sich die Schüler unter anderem vom Bilderbuchroman «Der Krokodildieb» von Taran Bjornstad und Christoffer Graf verzaubern. Im Neubau des Schulhauses erzählte Baer die Geschichte des neunjährigen Otts, der von seinen Mitschülern gehänselt wird. Bei einem Ausflug in den Zoo kommt Ott die zündende Idee: Kurzentschlossen schmuggelt er einen Zwergkaiman mit nach Hause. So, denkt Ott, wird er den anderen imponieren und bräuchte keine Angst mehr zu haben. Doch spätestens dann, als sich der Kaiman über Otts Schinkenbrote hermacht, wird die Sache zum Problem, und Ott muss eine Entscheidung treffen, die ihn viel Mut kostet.
Die Vorlesung gestaltete Baer, welche vor zwei Jahren schon einmal im Schulhaus vorlas, mit Bildmaterial und lebendiger Stimme. Die Kinder und Eltern hörten gebannt zu – und liessen sich währenddessen von Otts Heldenmut mitreissen. Doch nicht nur die Geschichte vom Krokodilraub, auch die anderen Geschichten lockten die Zuhörer. Ob «Nachts im Wald», «Leon zeigt Zähne» oder «Rosi in der Geisterbahn»: Den Kindern wurde es den Abend hindurch gewiss nicht langweilig.

Änderungen sorgten für Erfolg
Den Höhepunkt bildete die Vorlesung mit zwei, bei den Kindern besonders beliebten Lehrern. Am Ende des Abends wieder in der Turnhalle vereint, erzählten sie zum ersten Mal zusammen die Geschichte von Cornelia Funke «Gespensterjäger auf eisiger Spur». Die Zuhörerinnen und Zuhörer mussten zum Abschluss noch einmal all ihren Mut zusammennehmen. «Die Halle war randvoll», erinnert sich Zutter. Auf einem Podium und mit Mikrofonen ausgestattet, gelang es den beiden, fast gleich viele Zuhörer wie zu Beginn des Abends in die Turnhalle zu locken. «Wir hofften, dass auf diese Weise möglichst viele Kinder bis zum Schluss bleiben würden. Bislang waren die Lesungen der beiden Lehrpersonen so beliebt gewesen, dass andere Leser zu kurz kamen.
Die Vorbereitung für die Geschichten nimmt stets viel Zeit in Anspruch, und so war es schade wenn, wie in vergangenen Jahren, Klassenräume beinahe leer blieben. Aus diesem Grund habe man auch den Umfang des Abends etwas reduziert und insgesamt weniger Geschichten angeboten. So, sagt Zutter, hätten sich die Zuhörer besser auf die einzelnen Klassenräume verteilt. «Dank des neuen Konzepts war es, für mich persönlich, der beste Anlass überhaupt. Gut möglich, dass wir auch künftige Erzählnächte nach diesem Muster gestalten», so Zutter abschliessend.



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