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15.11.2017 Von: Pascal Wiederkehr

Zürich 2

SVP-Politiker wollen Wollishofer Bibliothek retten


Die Zukunft der Quartierbibliothek Wollishofen ist gefährdet. Foto: mai.

Die Stadt unterstützt die Lesegesellschaft Wollishofen nicht mehr finanziell. Nun haben zwei SVP-Politiker ein Postulat zur Rettung der Quartierbibliothek im Gemeinderat eingereicht.

Die Lesegesellschaft Wollishofen hat ein Problem: Weil die Stadt aus Spargründen den jährlichen Unterstützungsbeitrag von 10 000 Franken gestrichen hat, droht der Quartierbibliothek die Schliessung («Zürich 2» berichtete). Doch jetzt hat sich die Politik eingeschaltet. Letzte Woche reichten die beiden SVP-Gemeinderäte Dubravko Sinovcic und Samuel Balsiger ein Postulat ein. Sie fordern den Stadtrat auf zu prüfen, wo im Kulturbereich eine Kürzung von 10 000 Franken vorgenommen werden kann, um dafür auf eine Streichung des jährlichen Beitrags von 10 000 Franken an die Lesegesellschaft Wollishofen zu verzichten. Sie begründen ihren Vorstoss damit, dass ohne diese Unterstützung der Fortbestand der Bibliothek nicht mehr möglich sei und ein wertvolles und rege genutztes Kulturangebot im Quartier wegfallen würde. Von der Stadt heisst es auf Anfrage, dass sie diese Forderung im Rahmen der Beantwortung des Postulats prüfen werde. «Dieser Prüfung möchten wir nicht vorgreifen», so Nat Bächtold, Sprecher des Präsidialdepartements.

Doch weshalb hat die Stadt die finanzielle Unterstützung der Lesegesellschaft gestrichen? Das zuständige Schul- und Sportdepartement erklärt, die Stadt unterstütze schwerpunktmässig die Pestalozzi-Bibliotheken (PBZ) als «Bibliothek für die breite Bevölkerung». In den letzten acht Jahren mit 9,4 Millionen Franken jährlich, für 2018 bis 2020 ist beim Gemeinderat gar eine Erhöhung auf 10,6 Millionen Franken beantragt worden. Zudem werde die Zentralbibliothek als Kantons- und Stadtbibliothek unterstützt. «Die PBZ gewährt dank ihren vielen Standorten eine flächendeckende bibliothekarische Grundversorgung für die ganze Stadt Zürich», sagt Sprecher Marc Caprez. Wollishofen sei mit der Pestalozzibibliothek im Sihlcity gut versorgt. «Beiträge für privat initiierte Projekte haben im Rahmen dieser Konzentration und mit Blick auf die begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel keinen Platz mehr im Subventionsportfolio des Schul- und Sportdepartement», erklärt Caprez. Der Beitrag an die Lesegesellschaft Wollishofen sei aufgrund dieser Überlegungen und mit Hintergrund der Gleichbehandlung aller Quartiere gestrichen worden.

Grüne lancierten Petition
Doch nicht nur die SVP nahm den Artikel aus dem «Zürich 2» zum Anlass für politische Aktivität. Die Grünen lancierten eine Petition für lebendige Stadtkreise: «Wir fordern, dass sich die Stadt Zürich aktiv für ein attraktives Dienstleistungsangebot in allen Quartieren einsetzt und damit einen Beitrag zur Lebendigkeit der Stadt leistet.» Die Grünen kritisieren, dass immer mehr Dienstleistungen abgebaut oder zentralisiert würden und zählen neben Post, SBB, Quartierlädeli auch die Stadtverwaltung wegen der Reduktion von Kreisbüros auf. Die Stadt wehrt sich gegen den Vorwurf: «Den Zürcherinnen und Zürchern und den Zürcher Unternehmen steht ein umfassendes Angebot an Dienstleistungen der Stadtverwaltung zur Verfügung», betont Nat Bächtold vom Präsidialdepartement. Ein Abbau der stadteigenen Dienstleistungen finde insgesamt nicht statt. Bächtold: «Wo sinnvoll und möglich, wird das Angebot jeweils an neue Bedürfnisse angepasst.»



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