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22.11.2017 Von: Nicole Seipp-Isele

Züriberg

Die Jazzküche brodelt im GZ Riesbach


Diese Musikerinnen und Musiker heizen am Mittwoch den Kessel im Seefeld ein. Foto: zvg.

Der kommende Mittwochabend verspricht ein Konzert voller musikalischkulinarischer Metaphorik.

Was für ein Bandname! «Max Andrzejewski’s Hütte and The Homegrown Organic Gospel Choir». Das regt die Sinne an: Zum einen riecht es nach Holz und Moos und Abenteuer. Es knarrt und knarzt, und wenn der Sound so richtig groovt, die Improvisation irgendwie einem zusammengezimmerten Holzhaus ähnelt, fühlt es plötzlich jeder: Die Hütte brennt! Die Assoziationen, die sich um das Wort «Hütte» ergeben, machen den Namen zum Programm. «Das Wort gefällt mir genau aus diesem Grund», so Drummer und Bandleader Max Andrzejewski.

Essenshype?
Zum anderen duftet es verlockend nach Essen. Die Töpfe blubbern und brodeln. Die Köche werkeln und experimentieren. Und dabei schliessen Hymnen an Veganer Oden an das Fleisch nicht aus. Mal groovt der Zucker, mal steppt das Salz. Die «Hütte» forscht musikalisch nach der Metapher des Essens, des lebenserhaltenden und unmittelbaren Genusses. Es geht um Freude, Hoffnung und Erlösung, die auch der Kulinarik innewohnen und den Leiden gegenüberstehen: Verzweiflung, Reue, Schmerz, Übelkeit, die Last des Körpers, der Fluch des Übermasses, der Selbstekel und die Kasteiung. Andrzejewski erklärt: «Wir möchten aufzeigen, dass in unserer Welt tatsächlich ein Essenshype herrscht, der oft schon einer Religion nahekommt. Ich vergöttere selbst gutes Essen und geniesse es. Das Programm stellt aber auch einige unangenehme Fragen über Produktionsmechanismen und eine krankhafte Beschäftigung mit dem Thema Nahrung.»
«Max Andrzejewski´s Hütte and The Homegrown Organic Gospel Choir » ist die Zusammenführung des jungen, preisgekrönten Berliner Jazzquartetts «Hütte» mit einem Gospelchor aus starken GesangssolistInnen. Das Publikum erwartet Musik aus Freejazz zwischen Gospel und Soul, gespickt mit geballter Energie und unerwarteten Wendungen. Andrzejewskis Vorbilder sind Erneuerer und Mutige wie die Musiker John Coltrane, Captain Beefheart oder Bela Bartok. Und so verwundert es kaum, dass der Komponist unkonventionelle, originelle Ansätze wagt; so eben wie die Kombination von Musik und Essen, mit dem Ergebnis des soeben erschienenen dritten Andrzejewski- Albums «And The Homegrown Organic Gospel Choir».

«Es soll ein toller Ort sein»
Der Wahlberliner weiss um die Stärken seiner Bandmitglieder, was seinen Kompositionsprozess bestimmt. Er schreibt dem Saxofonisten Johannes Schleiermacher und dem Gitarristen Tobias Hoffmann die Musik auf den Leib. Der Bassist Andreas Lang vermag zu abstrahieren, wohingegen die Kollegen einen unmittelbareren Zugang haben und direkt und unverblümt ihren Sound daraus ziehen. Was die Band auszeichnet? Da sind offene Ohren, die Spontaneität, jederzeit verschiedene Abbiegungen zu nehmen und – das ist nicht zu übersehen und -hören – Freundschaft.
Andrzejewski blickt «Jazz im Seefeld » gespannt entgegen: «Ich habe gehört, dass es ein toller Ort sein soll. Ich freue mich sehr auf einen Abend mit vielen Freunden des Jazz in gemütlicher Atmosphäre … Vielleicht gibt es ja sogar gutes Essen? Aber in der Schweiz gibt es ja sehr oft gutes Essen.»



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