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22.11.2017
Züriberg

Kanton will Spitalbesucher umsteigen lassen


Die Bauten des Kinderspitals (auf den Getreidefeldern) werden die Lengg ein erstes Mal verändern. (Foto: Kanton Zürich)

Spitäler, Kliniken, Heime und die Forschung schaffen auf der Lengg 5000 Arbeitsplätze. Ein Masterplan soll die umliegenden Quartiere vor Mehrverkehr schützen.

Zwei Buslinien werden bald die Lengg einkreisen. Die verlängerte Linie 77 fährt vom Hegibachplatz aus via Epiklinik zur Forchbahn-Haltestelle Balgrist. Eine neue Buslinie erschliesst von derselben Haltestelle aus die Lengg- und die Bleulerstrasse und steuert den Bahnhof Zollikon an. «Die VBZ will vorwärtsmachen», sagt Balthasar Thalmann, Projektleiter des Kantons. Die Inbetriebnahme der Buslinien sei geplant mit der Eröffnung des neuen Kinderspitals, also voraussichtlich Ende 2022.

Zehn Institutionen aus dem Gesundheitsbereich sind auf der Lengg zu Hause, neben dem Kinderspital auch die Klinik Hirslanden, die Universitätsklinik Balgrist und die Psychiatrische Universitätsklinik. Raumplaner Thalmann hat mit allen Verantwortlichen verhandelt, und das Gebiet Lengg hat er ganz genau studiert.

Das Resultat der Arbeit präsentierte der Kanton der Bevölkerung am Dienstag im Gründungsgebäude der Schweizerischen Epilepsie-Stiftung. Der «Züriberg» erhielt die Informationen vorab. Vorgestellt wurde ein Masterplan, der den Institutionen auf dem 65 Hektar grossen Areal den Rahmen steckt, in dem sie wachsen dürfen.

Die Nachfrage nach Platz ist gross. Sind heute an der Gemeindegrenze zu Zollikon 5000 Arbeitsplätze angesiedelt, sollen es in 20 Jahren doppelt so viele sein. Fast alle Institutionen wollen vergrössern, möglich sind über 25 Meter hohe Bauten. Entstehen soll zudem ein Forschungszentrum für Psychische Gesundheit, Bewegung und Kinderentwicklung. Wie viele zusätzliche Betten die Institutionen planen, steht im Masterplan nicht. Sicher ist aber: Nicht nur die Zahl der Arbeitsplätze wird stark steigen, sondern auch die Zahl der Patienten und Besucher. Und mit einher steigt die Anzahl Fahrten mit Bahn, Bus, Velos, Autos und Lastwagen in das Gebiet.

Lenken mit Parkplätzen
Die Frage, wie es gelinge, die Besucher und Patienten zum Umsteigen auf den Öffentlichen Verkehr zu bewegen, werde zentral sein und sei «zwingend zu lösen», sagt Thalmann. In der Forchbahn und in den Bussen gebe es genug Kapazität für die zusätzliche Nachfrage auch der Arbeitspendler. Zum Umsteigen bewegen will der Kanton Angestellte, Besucher und Patienten mit betrieblichen Mobilitätskonzepten und mit dem Angebot an Parkplätzen. Das Kinderspital hat davon 400 bewilligt erhalten. «Es ist eine deutliche Verschiebung zum Öffentlichen Verkehr nötig», sagt Thalmann. Fix festgeschrieben sei das im Masterplan nicht, doch ein leeres Versprechen werde das Ziel gleichwohl nicht bleiben. Um Schleichverkehr in Richtung Riesbach zu vermeiden, würden Strassen westlich der Lengg auf Tempo 30 abgestuft. Auf der anderen Seite werden Kreuzungen entlang der Forchstrasse umgebaut, damit der motorisierte Verkehr dorthin leichter abfliesst.

An der Arbeit am Masterplan waren neben der Stadt Zürich und der Gemeinde Zollikon Vertreter der Quartiervereine Riesbach und Hirslanden beteiligt. Von einem Einbezug weiterer Bevölkerungsteile habe man abgesehen, sagt Thalmann. Erfahrungsgemäss entsprächen die Kritikpunkte aus den Quartiervereinen «tupfengenau» der Kritik aus der übrigen Bevölkerung.

Angesichts der vielen Beteiligten sei der Masterplan Lengg ein gelungenes Werk, sagt Thalmann. «Einer der ganz grossen Mehrwerte ist, dass der Hang unterhalb der Epiklinik unverbaut bleibt.» Die Beteiligten seien sich einig, diesen so zu erhalten, wie er ist, obwohl der Hang in einer Bauzone liegt. Nicht überbaut wird auch der Garten der Psychiatrischen Universitätsklinik mit den Apfelbäumen.

Zwar werde die Lengg künftig insgesamt weniger Grünräume und ein anderes Gesicht haben, sagt Thalmann. Dank den Aussichtspunkten, den Sportplätzen und den Familiengärten – die alle erhalten bleiben – sowie neuer Fussgänger- und Veloverbindungen werde das Gebiet aber ein wichtiges Naherholungsgebiet bleiben. (dh.)



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