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23.11.2017 Von: Fabio Lüdi

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Küsnachter Ehepaar erhält Schweizer Solarpreis


Hinten der neue Fensterladen-Prototyp auf Schienen, vorne eine 70er-Jahre-Solarzelle. (Foto: Fabio Lüdi)

Passt kein Atommeiler in den Keller, gibts eben Solarpanels aufs Dach: Mit 25 Jahren investierte der Küsnachter Stephan Leutenegger in die Photovoltaik und gründete seine Firma «Leutenegger Energie Control». Das war vor einem Vierteljahrhundert, da galt Solarenergie noch als etwas für Idealisten. «Für mich war aber klar, dass sich diese umweltfreundliche Energieform durchsetzen wird», sagt Leutenegger. Die Anfangszeit sei trotzdem hart gewesen: Ein Elektroingenieur, dem aufgrund seines Alters niemand vertraute, wollte Solaranlagen bauen – eine Technologie, der damals noch weniger vertraut wurde. Jetzt, 25 Jahre später, haben er und seine Frau, Eva Leutenegger, den Schweizer Solarpreis gewonnen. «Für unsere Beharrlichkeit», weiss der Elektroingenieur. Seit den 90er-Jahren ist das Ehepaar fest in der Solarenergie-Branche verhaftet.

Dank der Solarenergie Zürisee Genossenschaft etwa, die Eva Leutenegger Ende des letzten Jahrhunderts gründete, konnten bald auch jene Solarenergie beziehen, die sich keine eigene Anlage leisten konnten. «Alternative» Konzepte wie die Photovoltaik stehen natürlich oft in der Kritik, Vorurteile und Dünkel lassen sich nur langsam beseitigen. «Oft sind das Kritikpunkte, die vor 25 Jahren gestimmt haben», erklärt Eva Leutenegger. Dass beispielsweise die Produktion der Solarzellen konträr zum Nachhaltigkeitsgedanken hinter der «sauberen» Energie stehe, stimme weitestgehend nicht mehr. Die meisten Zellen würden heute aus Silizium hergestellt, dem zweithäufigsten Element in der Erdkruste, nicht mehr aus umweltschädlichen Stoffen.

Kristallscheiben fürs Sonnenlicht

Für die Herstellung einer Solarzelle wird aus einer Siliziumschmelze ein Kristall «gezogen» oder gegossen, davon wird dann eine Scheibe abgeschnitten, nur einen Zehntelmillimeter dünn. Fällt Licht auf den Kristall, wird Spannung erzeugt, die abgeschöpft werden kann.

An der Technologie hat sich seit Jahrzehnten bemerkenswert wenig geändert, es wird vor allem an Details gearbeitet, beispielsweise an der Entwicklung matten Glases, damit so wenig Licht wie möglich reflektiert wird. «Der grosse Sprung in der Leistungssteigerung, an den früher viele glaubten, kommt nicht», ist Stephan Leutenegger überzeugt. «Es ist ein Prozess, eine Evolution und keine Revolution.» Das Problem sei heute ohnehin der allgemein niedrige Strompreis. Solarstrom, der in das Netz eingespeist wird, werde nur marginal vergolten. Der Solarenergie-Veteran glaubt allerdings, dass sich das in den nächsten Jahren wieder ändern wird, den Optimismus kann man ihm eben nicht austreiben.

Die nächsten Projekte stehen denn auch bereits in der Pipeline. So werden Leuteneggers bei der nächsten ihrer Anlagen glaslose Photovoltaik-Zellen verwenden, die aufgeklebt werden können. Das reduziert das Gewicht eines Moduls von 20 auf 4 Kilogramm. Und dann ist da noch die Idee, Solarzellen auf einer Schiene zu montieren und als Fensterläden zu verwenden. Keine Riesensprünge, doch «auch wenn man immer bloss kleine Steinchen bewegen kann, bewegt man irgendwann einen ganzen Berg», fasst Stephan Leutenegger die Philosophie zusammen, die ihn und seine Frau seit Jahrzehnten antreibt.



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