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23.11.2017 Von: Interview: Lorenz Steinmann

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

«Ohne Eishockey wäre ich nicht bei UPC»


Die Studio-Räumlichkeiten des privaten Fernsehkanals «MySports» wurden in die Halle der ehemaligen Maschinenfabrik Schärer gebaut. Steffi Buchli, das prominente Aushängeschild, zeigt das Studio, wo sie jeweils mit Sportfachleuten über Sportereignisse debattiert. (Foto: Lorenz Steinmann)

Steffi Buchli, Sie senden nun aus dem neuen Erlenbacher Studio. Der Zuschauer merkt aber gar keinen Unterschied zu vorher, als noch aus dem Freiburgischen Rossens gesendet wurde. Einverstanden?

Zum Glück merkte man nichts. Dabei liefen hinter den Kulissen die Drähte heiss. In Rossens wars ein Provisorium mit zugemieteten Occasionsgeräten. Innert acht Tagen mussten wir alles nach Erlenbach zügeln respektive neu in Betrieb nehmen. Das war extrem stressig, vor allem der Ab- und Aufbau der LED-Wand.

Gab es auch einen Plan B?

Ja, im Zürcher Hallenstadion hätten wir ein provisorisches Studio aufgebaut. Dieses brauchten wir zum Glück nicht.

Was hat sich für Sie persönlich geändert mit dem neuen Studio in Erlenbach?

Ich wohne ja in Kilchberg. Nach der Pendelzeit nach Rossens ist der Arbeitsweg jetzt Pipifax. Nun muss ich nur noch den Schiffsfahrplan checken, es gibt ja eine Direktverbindung zwischen Erlenbach und Thalwil. Die öV-Verbindung nach Rossens war mit SBB, Regionalbähnli, Bus und am Schluss 20 Minuten Laufen ein ziemlicher Zeitfresser.

Aber es war immerhin bei Freiburg. Die Goldküste gilt trotz den GCK-Lions nicht gerade als Eishockeyhochburg.

(lacht). Ich kam erst im Mai zu «MySports». Bei der Standortwahl war ich noch nicht dabei. Ich finde das Schärer-Gebäude aber wahnsinnig schön. Es hat durch seine Geschichte viel Charakter. Wir mussten nicht viel Effort geben, um Stimmung reinzubekommen.

Was haben Sie persönlich für einen Bezug zu Erlenbach?

Mein Coiffeur ist in der Nähe, das ist praktisch (lacht).

Ihre Frisur und Ihr Coiffeur sind tatsächlich ein nationales Thema ...

Darum haben wir ja den Standort ausgewählt. Spass beiseite. Ich bin tatsächlich mehr nach der Kilchberger Seite ausgerichtet. Aber das ist ja ein Katzensprung. Letzthin war ich hier in Erlenbach in der Apotheke und im Beck. Dort hiess es: Schön, seid ihr endlich da. Das hat mich riesig gefreut. Man fieberte regelrecht mit.

Seit Sie nicht mehr beim Schweizer Fernsehen arbeiten, müssen Sie immerhin nicht mehr neutral sein.

(lacht) Das würden die Zuschauer aber gar nicht lässig finden. Zugegeben: Ich bin nun 13 Jahre im Geschäft. Da fiebere ich bei dem einen oder anderen älteren Spieler schon mit, wie es ihm und seiner Karriere läuft. Gehts Richtung Playoffs, überlege ich primär, welche spannende Begegnungen es geben könnte. Etwa das Klassikerduell ZSC gegen SCB. Am schlimmsten war mal der Playoff-Halbfinal ZSC Lions gegen EHC Kloten. Das interessierte ausserhalb von Zürich niemanden.

Was war sonst anders beim Schweizer Fernsehen?

SRF ist ein grosser Laden, dort hat man gerne Kontrolle über alles, was die Angestellten «uselönd». Ich muss heute viel weniger überlegen, was ich sagen darf und was nicht.

In einem erfrischenden Gespräch bei Radio SRF sagten Sie, Pete Sampras habe Sie mit seinen Antworten enttäuscht. Gibt es ähnliche Hockey-Beispiele?

(überlegt lange). Leonardo Genoni macht einfach nicht gerne Interviews. Dabei ist er super intelligent. Das muss man respektieren. Er macht einen super Job als Goalie, aber er redet nicht gerne.

Und bei welchem Hockeyspieler hatten Sie schon Angst?

Es gibt sicher Spieler, wo man seine Worte gut wählen muss. Damien Brunner zum Beispiel ist sehr direkt. Wenn er eine Frage von mir nicht gut findet, sagt er mir das sehr offen. Bei Interviews an der Bande ist das Antizipieren sehr wichtig.

Welches ist eigentlich Ihr Lieblingsklub im Eishockey?

Schwierige Frage. Ich bin in Dübendorf aufgewachsen, quasi zwischen dem ZSC und Kloten. Am unverfänglichsten ist sicher, wenn ich den EHC Dübendorf (1. Liga, neudeutsch «MySports»-Liga, Anm. der Red.) nenne.

Hand aufs Herz, hätten Sie den Job gewechselt, wenn «MySports» von UPC dank seinen 35 Millionen Franken den Zuschlag für die Eishockeyübertragungen nicht bekommen hätte?

Nein, ich glaube nicht. Hockey war für mich sehr wichtig beim Entscheid. Wir haben mit Eishockey und Bundesliga zwei Zugpferde. Es würde aber noch ein weiteres Zugpferd vertragen.

Ein wahrer Sportfan muss momentan mehrere Sportkanäle abonnieren, weil «MySports» bei einigen Übertragungsrechten die Swisscom überboten hat. Aus Sicht der Eishockeyfans ist das ein Frust. Können Sie da eine gewisse Wut nachvollziehen?

Ja, das kann ich. Ich sehe oft, dass Fans sehr treu sind. Man hat es dann mal eingerichtet und ist dann froh, wenn es funktioniert. Bisher gab es keinen grossen Wettbewerb in der Schweiz. In anderen Ländern ist das schon lange gang und gäbe. Deutschland ist uns punkto Wettbewerb fünf bis zehn Jahre voraus.

Aber in Deutschland explodieren die Preise gerade beim Pay-TV.

In der Schweiz hatte man bisher ein riesiges Päckli mit SRF. Kam Teleclub dazu, hatte man eigentlich die ganze Sportwelt zu Hause. Jetzt ist es mehr aufgesplittet. Wir müssen einfach überzeugend arbeiten. Vielleicht braucht der eine oder andere einfach länger, bis er sich entscheidet. Und vielleicht öffnen wir auch gewisse Übertragungen fürs Free-TV.

Kann man künftig demnach einzelne Übertragungen kaufen?

Ja, es gibt einen Tagespass. Der Kunde kann MySports-Pro für einen Tag kaufen. Das ist doch ein cooles Angebot.

Wie sieht es eigentlich mit den Quoten aus?

Wir machen die gleichen Messungen wie SRF, also die Kästli von Mediapuls. Wir sind aber noch in der Phase, wo wir die ersten Resultate interpretieren.

Und die Anzahl Abonnenten?

Das ist auch relativ tricky. Wir haben einmal UPC, die frühere Kabelnetzbetreiberin Cablecom. Dann haben wir 200 weitere Kabelnetzbetreiber, die ebenfalls «MySports» verbreiten. Zum Beispiel GGA Maur und Quickline. Abozahlen gibts aber tatsächlich noch keine.

Dann brauchts tatsächlich einen Kabelanschluss. Ist Ihre Bürgergemeinde im Safiental überhaupt erschlossen?

Ob das Safiental angeschlossen ist, weiss ist gar nicht. Das müsste ich mal abchecken. Was ich aber weiss: Meine Eltern wohnen in Savognin und können mich momentan nicht sehen (seufzt).



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