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23.11.2017 Von: Jakob Metzler

Küsnachter, Küsnachter Amtlich

Was Johanna Spyri und Urdinkel-Tagliatelle verbindet


Sehen eine Marktchance in Zürich und an der Goldküste: Die Kantischüler Vincent Strobos, Armel Wetchoko, Kai Vogt und Marc Bartels (v.l.) mit ihren Start-up-Produkten. (Foto: Jakob Metzler)

Marc Bartels aus Herrliberg, Armel Wetchoko aus Witikon, Kai Vogt aus Zollikon und Vincent Strobos aus Küsnacht wollen hoch hinaus: Mit ihrer «Züri-Pasta» wollen die Schüler der Kantonsschule Hottingen einen Start-up-Coup landen. Dabei setzen sie auf Eier-, Spinat-, Peperoncini- und Safran-Tagliatelle. Die wichtigsten Eigenschaften ihrer Urdinkel-Teigwaren sind «regional», «gesund» und – natürlich – «fein».

Nudeln mit Zürcher Namen

Um den regionalen Bezug zu verdeutlichen, haben die vier Gymnasiasten zu jeder Geschmacksrichtung eine passende Zürcher Berühmtheit gesucht. So heissen ihre Tagliatelle «Gottfried Keller», «Huldrych Zwingli», «Johanna Spyri» und «Alfred Escher». Die Verbindung zwischen den Nudelvarianten und den Persönlichkeiten beschreiben sie auf der jeweiligen Etikette. Zur Verknüpfung von Safran-Tagliatelle und Johanna Spyri heisst es zum Beispiel, dass ihre samtig-weiche Geschmacksnote einen «denselben goldenen Zauber erleben» lasse wie Spyris Geschichten.

Auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen ist laut Marc Bartels von «Züri-Pasta» vor allem das Produkt wichtig: «Es fängt an mit einer Geschäftsidee.» Danach müsse man sich einen Produzenten suchen und sich überlegen, wie man sein Produkt verkauft. Um sich mit ihren Teigwaren möglichst nah an der Nachfrage orientieren zu können, hätten sie zuerst in St. Gallen im Rahmen einer Marktforschung Leute zu ihren Tagliatelle befragt, so Armel Wetchoko.

Hergestellt wird die Pasta im Zürcher Oberland in Dürnten von «Jolys Pasta». Die handgemachten Tagliatelle werden dabei nicht gepresst und mit hohen Temperaturen getrocknet, sondern mehrmals gefaltet, langgezogen und danach an der Luft getrocknet, wie Marc Bartels erklärt. Abgesehen vom Safran stammen die Zutaten dazu aus dem Grossraum Zürich. Ganz so einfach ist das jedoch nicht: «Das Dinkelmehl kommt aus Einsiedeln», so Kai Vogt. Deshalb wären sie sich noch nicht ganz sicher, ob sie ihre Tagliatelle am besten als «aus dem Raum Zürich stammend» oder «aus dem Raum um Zürich stammend» beschreiben sollten. «Wenigstens hat Einsiedeln, so weit ich weiss, auch einmal zu Zürich gehört», so Vogt. Da die Schüler noch nicht Auto fahren dürfen, zählen sie auf die Hilfe ihrer Eltern, die die Tagliatelle zur Abpackung nach Hause transportieren. An die Frau oder den Mann wird die durchaus kostspielige Feinkost (für Fr. 9.80 gibt es 300 Gramm), die man auf ihrer Homepage kaufen kann, per Velo oder Post gebracht.

Zurzeit sind die vier umtriebigen Schüler auf der Suche nach Läden, die ihre Teigwaren mit ins Sortiment nehmen wollen. Beim Lebensmittelgeschäft Huber am Hottingerplatz hatten sie bereits Erfolg. Auch an der «Biotheke» neben der Haltestelle Winkelriedstrasse sei die «Züri-Pasta» bald im Sortiment zu finden, berichten sie. Die Adventszeit wollen die vier Jungunternehmer beim Schopf packen: An vier Weihnachtsmärkten in Zürich Seebach, Meilen, Zollikon und Herrliberg werden sie vertreten sein. Dazu finde sich «so oft es geht» ein Stand mit «Züri-Pasta» an den Wochenmärkten am Bürkliplatz und in Oerlikon. Da scheint es nicht so tragisch, dass ihnen Globus und Jelmoli erst einmal abgesagt haben.

Schweizer Wettbewerb

In der Zeit nach Weihnachten geht es auch darum, den Wettbewerb von «Young Enterprise Switzerland» (YES) zu gewinnen. Dabei können die Schüler der Kantonsschule Hottingen auch auf fachliche Unterstützung zählen. «Der Gewinner darf die Schweiz dann international vertreten», so Vincent Strobos. Dabei werde YES Handelsmessen organisieren, an denen die jungen Unternehmen ihre Produkte anbieten können und dabei bewertet werden. Wie es nach dem eigentlichen Ende des Projekts im Sommer 2018 weitergeht, wissen die vier Kantonsschüler noch nicht genau. «Je nachdem, wie gut es läuft, gründen wir nach einem Jahr eine GmbH», so Marc Bartels. Dazu gehöre aber auch, dass sie sich bis dahin noch immer untereinander verstehen, fügt er an und lacht.

www.zueripasta.ch. «Züri-Pasta» ist an den Weihnachtsmärkten vom 3. Dezember in Zollikon und vom 16. Dezember in Herrliberg präsent.



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